Informationen über Theosophie in anderen Sprachen:     ENGLISH    ESPAÑOL    ITALIANO    NEDERLANDS    РУССКИЙ    SVENSKA  

Quelle des Okkultismus

VII – Die Lehre von den Sphären

 

 

Ein Klick auf die blauen, unterstrichenen Begriffe öffnet eine neue Seite mit der entsprechenden Anmerkung, dem Diagramm oder der Tabelle.

 

 

Das Herz der Sonne – eine Gottheit

Die tiefsten mystischen Gedanken lehren uns, dass sie (die Sonne) sich in ihrer Gesamtheit in den höheren kosmischen Bereichen befindet; denn dort existiert ein solarer Kosmos und ein vollendetes Licht, wie die Orakel der Chaldäer versichern.

– Proklos, On the Timaeus of Plato, IV, 2421

Jede monadische Essenz, jede Monade, ganz gleich wo oder in welcher Zeitperiode, ist eine lernende Wesenheit, die stets vom weniger Vollkommenen zum Vollkommeneren voran schreitet. In irgendeinem kosmischen Manvantara beginnt sie ihre evolutionäre Reise als ein nicht-selbstbewusster Gottesfunke, erlebt alle Phasen und Erfahrungen, die dieses besondere Manvantara enthält, und beendet die Reise als ein vollendeter Gott.

Im Laufe unserer Evolution in den verschiedenen aufeinander folgenden Manvantaras ist es Teil unserer Bestimmung, schließlich eine herrliche Sonne im Raume zu werden – besonders ihre Seele oder ihr Geist und nicht so sehr ihr sichtbarer oder unsichtbarer physischer Körper. Und jede derartige Sonne ist aus Monaden zusammengesetzt, die weniger evolviert sind als sie: untergeordnete Gottheiten und Atom-Seelen in den vielen Graden ihrer evolutionären Entwicklung.

Der Geist unserer Sonne ist von einer »Armee« dieser untergeordneten Gottheiten umgeben, die nicht so alt sind wie sie; doch in vielen Fällen sind sie im Vergleich zum Menschen große spirituelle Wesen. Diese jungen Götter sind ihrerseits aus anderen weniger evolvierten Wesen zusammengesetzt, die jedoch einen spirituellen Charakter haben; und so fort durch die Sonnenhierarchie hindurch, bis der physische Körper der Sonne erreicht ist, der aus Licht geformte Atom-Seelen enthält. Diese Atom-Seelen, nicht-selbstbewusste Gottesfunken, evolvieren kontinuierlich und werden mit allen anderen Wesenheiten imstande sein, einen neuen und höheren Zyklus der Erfahrung am Anfang des neuen Sonnen-Manvantara zu beginnen.

Die Konstitution der Sonne ist geradeso wie beim Menschen aus Monaden, aus Atom-Seelen, aufgebaut, die Wanderer auf den Wegen der Räume des Raumes sind, und jede ist in ihrem Herzen ein Gott.

Wenn unsere Sonne in fernen kosmischen Zeiten etwas noch Wunderbareres geworden sein wird, dann werden die Atom-Seelen und Monaden, die jetzt ihre Träger ausmachen – und die teilweise sogar den physischen Glanz, den wir sehen, bilden –, folgerichtig Sonnen geworden sein. Unsere gegenwärtige Sonne wird bis dahin die göttliche Essenz sein, die ein galaktisches Universum erfüllt; und ihre Atom-Seelen und die jüngeren Götter und spirituellen Wesen, die jetzt zu ihr gehören und sie umgeben, werden in diesem Universum als Sterne und Sonnen, Nebel und Planeten zerstreut sein. Die Sonne ist in ihren höheren Teilen immateriell. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es dort keine Materie gäbe, denn die Sonne ist mit Schleiern etherischer Materie umgeben, die unser Sonnenlicht erzeugen. Was wir sehen, ist der physische Ausdruck oder die Reflexion eines kosmischen Gottes – wortwörtlich.2

Das Herz der Sonne ist ein Teilchen der Mutter-Substanz, die reiner Geist ist. HPB weist darauf hin, indem sie aus einem privaten Kommentar zitiert:

Die wirkliche Substanz der verborgenen (Sonne) ist ein Kern der Mutter-Substanz. Sie ist das Herz und die Matrix aller lebenden und bestehenden Kräfte in unserem Sonnensystem. Sie ist der Kern, aus dem sich alle Kräfte zu ihren zyklischen Reisen auszubreiten beginnen, die die Atome in Erfüllung ihrer Aufgabe in Tätigkeit setzen, und der Brennpunkt, in dem sie in ihrer SIEBENTEN ESSENZ jedes elfte Jahr wieder zusammentreffen. Wenn dir einer sagt, dass er die Sonne gesehen habe, so lache über ihn, als ob er gesagt hätte, dass die Sonne ihren täglichen Weg wirklich zurücklegt.

SD I, 290; GL I, 309–310

Das Herz der Sonne ist ein Dhyāni-Buddha.

Es besteht jedoch kein Widerspruch, wenn man in einem Atemzug sagt, dass das Herz der Sonne ein Teilchen der Mutter-Substanz und dass es auch ein Dhyāni-Buddha sei. Man will damit nur zum Ausdruck bringen, dass es zwei Aspekte ein und derselben Grundwahrheit gibt. Der Ausdruck Dhyāni-Buddha bezieht sich auf die Sonnen-Monade selbst oder die höhere Triade der Sonnen-Gottheit; wohingegen sich der Ausdruck »das Herz der Sonne ist ein Teilchen der Mutter-Substanz« auf unseren sichtbaren Himmelskörper, Globus D der Sonnenkette, bezieht. Dieses Teilchen der Mutter-Substanz (auch Geist-Materie, Pradhāna oder Mūla-Prakṛiti) ist der substanzielle, obgleich spirituelle Brennpunkt, in dem und durch den der Dhyāni-Buddha der Sonne lebt und seine Kräfte ausdrückt. In gleicher Weise hat jeder andere Globus der Sonnenkette als sein spirituelles substanzielles Herz ein solches Teilchen der Mutter-Substanz, durch das sich dieselbe Sonnen-Monade offenbart.

Ferner ist jeder Globus unserer Erdkette der Wohnort und das Vehikel eines Planetengeistes, und doch bilden alle Globen eine Einheit, durch welche die noch höher evolvierte Monade der ganzen Kette wirkt, geradeso wie im Menschen dessen göttliche Monade existiert und durch alle untergeordneten Monaden seiner Konstitution wirkt. Wir finden hier wieder das Gesetz der zusammengesetzten Struktur der Natur. Die Sonnenkette, die Erdkette und der Mensch sind jedes für sich ein Mikrokosmos, der analog das wiederholt, was im Makrokosmos existiert. So ist jeder Globus der Sonnenkette eine Wesenheit mit ihren eigenen sieben Element-Prinzipien. Und jeder Globus wird durch seine eigene kleinere Sonnen-Monade beaufsichtigt und inspiriert. Alle stehen trotzdem unter der Führung und der obersten Herrschaft der noch erhabeneren Monade der Sonnen-Gottheit.

Das, was wir die Sonne nennen, ist nur eine physische Reflexion, eine reflektierte Essenz der wirklichen Sonne, die für uns so unsichtbar ist wie die Luft. Was wir sehen, ist lediglich die spirituell-elektromagnetische Flamme des Wirkens der titanischen Energien und Kräfte, welche die Sonne in ihrem Wesen bilden. Und wir nehmen all dies auf der physischen Ebene wahr und bilden uns ein, dies wäre die Sonne.3 Es ist nur der niederste, gröbste Aspekt der Sonne. Doch sogar dieser Aspekt ist nur quasi-materiell oder vielmehr etherisch. Mit anderen Worten, die Sonne, die wir sehen, ist physische Materie in ihrem fünften, sechsten und siebenten Grad der Etherhaftigkeit. Diese sind die drei höchsten Grade der Materie auf dieser physischen kosmischen Ebene.

Nun scheint es, dass einige Schüler die Feststellung, dass die physische Sonne nur die Widerspiegelung der wirklichen Sonne, der Sonnen-Monade, sei, in einem streng wörtlichen Sinne aufgefasst haben, als ob man sagen würde, dass man ihre Widerspiegelung in einem Spiegel sehen würde. So gelangten sie zu der ganz irrigen Vorstellung, dass das, was wir sehen, gar nicht die Sonne sei, sondern nur eine Art von magischer optischer Reflexion, die auf irgendeine mysteriöse Weise von der wirklichen Sonne, die sich irgendwo anders im Raum befindet, ausgestrahlt werde! Die Sonne ist eine Reflexion (genauso wie der physische Mensch die Reflexion des inneren Menschen ist), wirklich genug für unsere physischen Augen, jedoch nicht die wirkliche Sonne, die unsichtbar ist. Sie ist ein spirituelles Wesen, tatsächlich ein Gott, und existiert daher auf einer weit höheren Ebene als der physischen Ebene unseres Sonnenuniversums.

Unsere Sonne ist der Globus D der Sonnenkette, wie er auf unserer Unterebene erscheint, der vierten der physischen Ebene des Sonnensystems. Wir sollten uns erinnern, dass die Sonnenkette aus sieben oder zwölf Globen besteht, genauso wie unsere Erdkette. Der Sonnenglobus D ist deshalb in einem gewissen Sinn auf allen Unterebenen der physischen Ebene des Sonnensystems; mit anderen Worten, er hat eine Erscheinung, eine gewisse Form und gewisse Qualitäten und Attribute, die auf jeder der sieben Unterebenen dieser physischen Ebene sichtbar sind, weil sie zu diesen Unterebenen gehören. Hier ist unsere Sonne, wie sie auf jeder Unterebene erscheint, ebenfalls eine Reflexion der wahren Sonne jener Unterebene. Sie erleuchtet daher alle die verschiedenen Planeten- und andere Körper, die in und auf dieser physischen Ebene des Sonnensystems existieren, ob wir sie sehen oder nicht.

Der Sonnenglobus D ist in seiner Essenz ein Brennpunkt oder eine Masse von Materie der physischen Ebene in ihrem höchsten oder ersten Zustand abwärts gerechnet oder in ihrem siebenten Zustand aufwärts gerechnet. Dieser Kern aus hoch etherischer oder sogar spiritueller Substanz der physischen Ebene des Sonnensystems umgibt sich selbst mit seinem majestätischen Schleier, seiner Prakṛiti, die im gleichen Verhältnis zu ihm steht wie Prakṛiti zu Brahmā. Dieser Schleier des Sonnenherzens ist daher die Materie dieser physischen Ebene des Sonnensystems.

Dieser Schleier oder die zweite Erscheinung des Herzens der wahren physischen Sonne ist wiederum von ihrer eigenen Aura oder ihrem eigenen Schleier umgeben, der die dritte Stufe abwärts zur Materialisation ist. Diese dritte Erscheinung umgibt sich in gleicher Weise mit ihrer eigenen aurischen Umhüllung; und diesen vierten Schleier des Herzens oder der Mutter-Substanz der physischen Sonne sehen wir.4

Wir können auf denselben fortlaufend absteigenden Stufen mit einem neuen Schleier oder einer neuen Reflexion auf jeder Stufe fortfahren, bis wir die siebente oder letzte Stufe der physischen Sonne erreichen, die weit unter unserer eigenen vierten Unterebene der physischen Ebene unseres Sonnensystems liegt, und daher so weit außerhalb unseres Wahrnehmungsvermögens ist wie die höchste Substanz der Sonne.

Von einem anderen Gesichtspunkt aus können wir die Reflexion der physischen Sonne, die wir sehen, als ihre Aura betrachten, d. h. als ihr vitales Fluidum, das sie umgibt und einhüllt, sodass sie für uns als ein Globus aus strahlendem Licht erscheint. Tatsächlich können wir sagen, dass sich jene besondere Schicht des Aurischen Eies der Sonne auf derselben Unterebene befindet, auf der sich unsere Erde und wir uns als physische Menschen befinden.

Was ich in Bezug auf den Sonnenglobus D festgestellt habe, gilt Mutatis Mutandis auch für jeden der sieben (oder zwölf) Globen der Sonnenkette. Jeder einzelne besitzt dieselbe Reihe von Erscheinungen oder Schleiern auf der kosmischen Ebene, auf der er sich befindet.

Diese Lehren hatte HPB im Sinn, als sie den folgenden Abschnitt aus ihrem vorher erwähnten privaten Kommentar zitierte:

Stoff oder Substanz ist siebenfältig innerhalb unserer Welt, ebenso wie jenseits von ihr. Obendrein ist jeder von ihren Zuständen oder Prinzipien nach sieben Dichtigkeitsgraden abgestuft. SÛRYA (die Sonne) zeigt in ihrer sichtbaren Reflexion den ersten oder niedersten Zustand des siebenten, des höchsten Zustandes der universalen GEGENWART, des Reinen vom Reinen, des ersten geoffenbarten Atems des ewig ungeoffenbarten SAT (Sein-heit). Alle zentralen körperlichen oder objektiven Sonnen sind ihrer Substanz nach der niederste Zustand des ersten Prinzips des ATEMS. Noch ist irgendeine dieser Sonnen mehr als der WIDERSCHEIN ihrer HAUPTGESTIRNE, die vor dem Blicke von allen, mit Ausnahme der Dhyan-Chohans, verborgen sind, deren körperliche Substanz der fünften Abteilung des siebenten Prinzips der Muttersubstanz angehört und daher vier Grade höher ist als die reflektierte Sonnensubstanz. Wie es sieben Dhâtu (Hauptsubstanzen im menschlichen Körper) gibt, so gibt es auch sieben Kräfte im Menschen und in der ganzen Natur. –

SD I, 289–290; GL I, 309

Auf dieselben Tatsachen wird von KH in The Mahatma Letters (S. 164–165), hingewiesen:

Tatsache ist, dass das, was Sie die Sonne nennen, einfach die Spiegelung des ungeheuren »Vorratshauses« unseres Systems ist, in dem ALLE seine Kräfte erzeugt und aufbewahrt werden; da die Sonne das Herz und das Gehirn unseres Zwerg-Universums ist, könnten wir ihre Fackeln – jene Millionen kleiner intensiv strahlender Körper, aus denen die Oberfläche der Sonne außerhalb der Flecken zusammengesetzt ist – mit den Blutkörperchen dieses Himmelskörpers vergleichen, wenn auch einige von ihnen, wie von der Naturwissenschaft richtig vermutet wird, so groß wie Europa sind. Diese Blutkörperchen sind elektrische und magnetische Materie in ihrem sechsten und siebenten Zustand. … Wir wissen, dass die unsichtbare Sonne aus jenem zusammengesetzt ist, was weder einen Namen hat noch mit irgendetwas Ihrer Wissenschaft – auf Erden – Bekanntem verglichen werden kann; und dass ihre »Spiegelung« noch weniger irgendetwas wie »Gase«, mineralischen Stoff oder Feuer enthält, obwohl wir, wenn wir über sie in Ihrer zivilisierten Sprache sprechen, gezwungen sind, solche Ausdrücke wie »Dampf« oder »magnetische Materie« zu gebrauchen. … Die Sonne ist weder eine feste noch eine flüssige und auch keine gasförmige Glut, sondern eine gigantische Kugel aus elektromagnetischen Kräften, das Vorratshaus universellen Lebens und universeller Bewegung, von dem aus diese Bewegung in alle Richtungen pulsiert und das kleinste Atom ebenso wie den größten Genius mit dem gleichen Material nährt bis zum Ende des Maha-Yug.

Die Zeit mag nicht mehr allzu fern sein, da die Wissenschaft entdecken wird, dass im Inneren der verschiedenen Sonnen keineswegs eine unvorstellbare intensive Hitze herrscht, obwohl es sicherlich richtig ist, dass die äußersten etherischen Schichten der Sonne als Resultat chemischer Prozesse einen bestimmten Grad an Hitze besitzen. Das Herz jeder Sonne ist ein höchst wunderbares alchimistisches Laboratorium, in dem sich molekulare, atomare und elektrische Veränderungen ereignen, die in keiner einzigen unserer chemischen Labore reproduziert werden könnten.5 Das Innere der Sonnen ist kein überhitzter imaginärer Ofen, chemisch oder alchimistisch oder sonstwie, und die Zukunft wird Erkenntnisse dieser großen Wahrheit im Bewusstsein unserer Wissenschaftler heraufdämmern sehen. Jede Sonne ist das äußere Vehikel einer innewohnenden spirituellen und intellektuellen Gegenwart – des Sonnenlogos, der seinen erhabenen Wohnort in den verborgenen Winkeln der Sonnenkette hat. Unsere Sonne ist ein kosmisches Atom und wird ebenso wie jedes Atom auf der unendlich kleinen Größenordnung, durch das eigene spirituell-intellektuelle »Lebensatom« im Innersten beseelt, wo eine göttliche Monade stellaren Ursprungs und Charakters wohnt.

Sonnenflecken und die Kreisläufe des Sonnensystems

Die Sonne ist das Herz der Sonnenwelt (des Sonnensystems) und ihr Gehirn ist hinter der (sichtbaren) Sonne verborgen. Von dort wird Empfindung in jedes Nervenzentrum des großen Körpers ausgestrahlt und die Wogen der Lebensessenz fließen in jede Arterie und Vene. … Die Planeten sind seine Glieder und Pulse. (Kommentar)

SD I, 541; GL I, 590

Was sind die Sonnenflecken? In ähnlicher Weise könnte man fragen: Was sind die Poren der menschlichen Haut? Die Sonnenflecken sind die äußeren Mündungen der Kanäle, durch die die Lebensströme hinausfließen und wieder in die Sonne zurückströmen. Sie sind die Öffnungen (wenn wir dieses Wort nicht zu sehr strapazieren), durch welche die Sonne ihren aufgespeicherten Vorrat an solarer Vitalität in die entferntesten Winkel ihres Systems ausstößt. Diese Vitalität spendet allen Dingen innerhalb der Sonnenaura, die sich bis zu den entferntesten Grenzen des Sonnensystems erstreckt, Leben. Das solare »Blut«, die solare Energie, Elektrizität oder der solare Psychomagnetismus, kehrt wiederum durch die Sonnenflecken zur Reinigung in das Herz zurück, das diese Energie ungefähr zwölf Jahre vorher ausgesandt hatte.

Die Sonnenfleckenperiode wird gewöhnlich mit 11,2 unserer Jahre angegeben. Man hat jedoch festgestellt, dass dies nicht immer genau zutrifft. Genaugenommen beträgt der Zyklus zehn Jahre, aber der Strom der Lebenskraft, der diesen Zyklus bestimmt, benötigt ein weiteres Jahr, um durch die Sonne zu gelangen, und noch ein weiteres Jahr, um aus der Sonne zurückzukehren, sodass sich insgesamt zwölf Jahre ergeben. Jeder Zyklus ist eine Schwingung, ein neuer Pulsschlag der Sonne. Die Sonne ist ein Herz, ein schlagendes Herz; in einem anderen Sinne ist sie ein Gehirn. Man könnte versucht sein, die Worte »Herz« und »Gehirn« wörtlich zu nehmen. Eine derartige Verwendung kommt auch den Tatsachen sehr nahe. Der physische Sonnenball ist jedoch nicht das wirkliche Gehirn und Herz, höchstens soweit es das physische Universum betrifft. Das wirkliche Gehirn und das wirkliche Herz, die miteinander verschmolzen sind und als Einheit arbeiten, sind die Göttlichkeit hinter, über und in dem physischen Vehikel unseres majestätischen Tagesgestirns.

Die Feststellung, dass die Sonne sowohl das Herz als auch das Gehirn des Sonnensystems ist, mag verwirrend erscheinen, weil diese Organe im menschlichen Körper zwei verschiedene Organe sind. Die Biologie kennt jedoch Organismen, die keine solchen verschiedenen Organe aufweisen, sondern in einem Organ vereinigen, was in unserem Körper in zwei Organe getrennt ist. Die lebende Zelle ist ein solches Beispiel; und in bestimmter Hinsicht ist unsere sichtbare Sonnenkugel eine lebende kosmische Zelle. Auch in uns ist der Fluss der Substanzen und Energien aus unserer spirituellen Monade durch den Astralkörper in den physischen Körper in Wirklichkeit ein Bewusstseinsstrom, der durch sein Wirken unseren relativ hohen Entwicklungsgrad auf der Evolutionsskala herbeiführt. Dieser Strom ist in zwei Strömungen geteilt: Die eine ist die manasische und die andere ist die buddhi-prāṇische, die ihren Sitz im menschlichen Herzen haben. Auf ähnliche Weise enthält derselbe, aus der spirituellen Monade fließende Bewusstseinsstrom andere Attribute oder Funktionen, die ihre entsprechenden Organe in unseren Körpern benötigen, um sich zum Ausdruck zu bringen. Und daher haben wir einen Magen, ein Nervensystem und ein arterielles Kreislaufsystem, und so fort.

Demgemäß enthält unsere Sonne das Sonnen-Manas, ihr Gehirn, und auch den solaren Buddhi-Prāṇa, ihr Herz, und äußert sich durch diese. So wie im physischen Körper des Menschen Herz und Gehirn zusammenarbeiten, wenn auch in zwei verschiedenen Organen, geradeso wirken in der Sonne Herz und Gehirn zusammen, aber in einer Verbindung dieser beiden Funktionen der Sonnen-Monade.

In sehr ferner Zukunft werden wir den physischen Körper, den wir jetzt besitzen, verlieren; wir werden dann eiförmige oder kugelförmige Körper aus glänzendem Licht haben, in denen Herz und Verstand der Wesenheit wohnen, beide getrennt und doch als eine Einheit zusammenwirkend. Wir werden hochintellektuelle Wesenheiten sein, weit mehr als heute – weit intellektueller und weit spiritueller.

HPB drückte es so aus:6

Wenn die »Adepten« gefragt werden: »Was also ist Ihrer Ansicht nach die Natur unserer Sonne, und was befindet sich hinter dem kosmischen Schleier?«, antworteten sie: Dahinter rotiert und schlägt das Herz und der Kopf unseres Systems. Äußerlich wird ihr Gewand ausgebreitet, dessen Natur nicht Materie ist, weder fest, flüssig oder gasförmig, wie sie Ihnen vertraut ist, sondern vitale Elektrizität, kondensiert und sichtbar gemacht. … Zweifellos würde unser ganzes Universum zu Asche verwandelt, wenn man die »Gewänder«, die leuchtenden Umhüllungen, die jetzt die ganze Sonnenkugel umgeben, entfernen würde. Würde Jupiter Fulminator sich seiner Geliebten offenbaren, so würde er sie sofort einäschern. Aber das kann niemals sein. Die schützende Hülle ist so dicht und steht so weit vom universalen HERZEN entfernt, dass dies von unseren Mathematikern schwerlich berechnet werden kann.

Als Herz und Gehirn ihres gesamten Systems sendet die Sonne einen zwölffachen Lebensstrom in jedes Atom ihres eigenen Sonnenuniversums, von dem wir ein wesentlicher Bestandteil sind. Die Sonne ist vor allem ein Lebensspender. Kosmogonisch ist sie unser älterer Bruder und keineswegs unser physischer Ursprung, wie wissenschaftliche Theorien vermuten. In einem vitalen Sinne ist sie jedoch auch unsere Vater-Mutter, weil die stärkenden Lebensströme aus Systemen und Welten, die über uns sind, durch die Sonne zu uns gelangen. Und unser Planet Terra, wie auch alle anderen Planeten, erhalten ihren eigenen Anteil von diesen Leben spendenden Strömen, genauso wie auf der mikrokosmischen Stufe jedes individuelle Atom und jede Wesenheit sie erhält. Parallel dazu fließen ihnen diese Lebensströme aus dem Innersten ihres eigenen Innersten zu. Die Sonne ist ein Speicher vital-elektrischer Energien. Als das große pulsierende Herz ihres Systems belebt und beseelt sie die endlosen Scharen von Wesenheiten, die unter ihrem Einflusssystem stehen.

In einer der aufschlussreichsten Passagen aus ihrer Feder schreibt HPB in der Geheimlehre (SD I, 541–542; GL I, 591–592):

So findet während der manvantarischen Sonnenperiode oder Lebenszeit ein regelmäßiger Kreislauf des Lebensfluidums durch unser ganzes System statt, dessen Herz die Sonne ist – gleich dem Kreislauf des Blutes im menschlichen Körper. Die Sonne zieht sich bei jeder Rückkehr von ihm ebenso rhythmisch zusammen wie das menschliche Herz. Nur braucht das Blut der Sonne, anstatt die Runde in einer Sekunde oder dergleichen zu vollenden, zehn Sonnenjahre für seinen Kreislauf und ein volles Jahr für seinen Durchgang durch ihre Aurikel und Ventrikel, bevor es die Lungen wäscht und von da aus in die großen Arterien und Venen des Systems weiterströmt.

Das wird die Wissenschaft nicht leugnen, nachdem der Astronomie der feststehende Zyklus von elf Jahren bekannt ist, nach dem die Zahl der Sonnenflecken zunimmt, was der Kontraktion des solaren HERZENS zuzuschreiben ist. Das Weltall (in diesem Falle unsere Welt) atmet genauso wie der Mensch und jedes lebendige Geschöpf, wie die Pflanze und selbst das Mineral auf der Erde atmet; und wie unsere Kugel selbst alle vierundzwanzig Stunden atmet. … Es gleicht dem regelmäßigen und gesunden Pulsieren des Herzens, wenn das Lebensfluidum durch seine hohlen Muskeln hindurchströmt. Könnte das menschliche Herz leuchtend und das lebende und pulsierende Organ sichtbar gemacht werden, sodass man es auf einem Bildschirm reflektieren könnte, wie er von Astronomen bei ihren Vorträgen benutzt wird – beispielsweise, um den Mond zu zeigen –, dann würde jedermann sehen, wie sich das Sonnenfleckenphänomen jede Sekunde wiederholt – auf Grund ihrer Kontraktion und des Blutandrangs.

Die Sonnenfleckenperiode deckt sich nicht nur mit den Durchschnittsperioden der Nachbarplaneten der Erde, sondern auch mit denen aller Planeten unseres Sonnensystems – mit denen der sichtbaren wie auch der zahlreichen unsichtbaren Planeten. Da unsere Sonne das pulsierende Herz und das sensible Gehirn unserer solaren Welt ist, ist folglich jede Bewegung ihres Herzens eng verbunden und in genau synchroner Übereinstimmung mit jeder anderen großen oder kleinen Bewegung innerhalb der Glieder ihrer Sonnenfamilie.

Jeder Himmelskörper, sei es Sonne, Nebel, Komet oder Planet, ist die Manifestation eines Gottes. Alle diese göttlichen Wesen – ob kosmisch, solar oder planetarisch – sind Organe oder Glieder im Leben der spirituellen Sonne, der höchsten Gottheit unseres Sonnensystems. Die Verwendung dieser Begriffe wie Götter, kosmische oder planetarische Geister usw. bezieht sich nicht auf den physischen Körper einer Himmelskugel, ob wir sie nun sehen oder nicht, sondern auf ihr innewohnendes Leben, ihre innewohnende spirituelle, intellektuelle und vitale Essenz. Das Sonnensystem kann von einem gewissen Gesichtspunkt aus tatsächlich als eine vital-mechanische organische Wesenheit angesehen werden, die in ihren physischen und astralen Aspekten als ein Mechanismus funktioniert, aber als ein Mechanismus, der trotzdem durch spirituelle Wesen beseelt wird, die im Grad ihrer Evolution stark variieren.

Der Riesenplanet Jupiter hat, besonders mit seinen Zeitperioden, eine spezielle Beziehung zu den Zyklen der Sonnenfleckenmaxima und -minima. Das Jupiterjahr beträgt ca. zwölf (11,86) unserer Jahre. Es gibt sehr viele höchst interessante Tatsachen, die die Verbindung zwischen den Sonnenfleckenzyklen und den Umlaufperioden der Planeten aufzeigen, denn deren jeweilige »Jahre« sind genauso kausal und wirksam aufeinander abgestimmt wie die Zahnräder eines komplizierten physikalischen Mechanismus. Wenn wir uns daran erinnern, dass unsere Sonne zugleich Herz und Gehirn unseres Sonnensystems ist und dass sie sowohl Spender als auch Empfänger der Vitalität dieses Systems ist – und auch der weit höheren Kräfte und Mächte dieses Systems, die wir spirituell, intellektuell und psychisch nennen –, können wir uns vielleicht die Beziehungen der Sonnenfleckenperioden zu den betreffenden planetarischen »Jahren« vorstellen.

Zweifellos werden die Mathematiker und Astronomen der Zukunft diese enge zyklische Beziehung der planetarischen »Jahre« zu den Sonnenfleckenperioden entdecken. Möglicherweise wird die Regel des kleinsten gemeinsamen Vielfachen ein Fingerzeig sein, der mathematisch Interessierte zu der Entdeckung führt, wie die Planeten mit der Sonne auf ein gemeinsames höchstes Ziel im evolutionären Plan hinarbeiten.

In diese und aus diesen Sonnenflecken fließen nun ständig – und zu bestimmten Perioden in Form wirklicher Ein- und Ausbrüche – nicht nur Ströme von Leben, sondern auch die mit ihnen verbundenen Massen psychomagnetisch-vitaler Kräfte. Diese Lebensströme sind eng mit den Planetenperioden verbunden, in welchen die jeweils von den Planeten zu verschiedenen Zeitpunkten eingenommenen Stellungen (Astrologen würden »Aspekte« dazu sagen) kritische Punkte in der Verzahnung der himmlischen Mechanik im Sonnensystem kennzeichnen. Der Begriff Himmelsmechanik bezieht sich hier nicht auf rein mechanische Abläufe. Er bezieht sich vielmehr direkt auf die Kreisläufe und Vermischungen der verschiedenen planetarischen Magnetismen, die mit dem Magnetismus der Sonne verschmelzen.

Die großen und kleineren Zyklen auf der Erde sind die Wirkungen kosmischer Ursachen, und diese Ursachen sind am Anfang ihrer Tätigkeit durch die Stellungen der verschiedenen Planeten in ihren Bahnen und durch ihre Aspekte zur Sonne gekennzeichnet. In alten Hindu-Büchern wird gesagt, dass bestimmte Planeten, darunter auch unsere Erde, am Beginn des Kali-Yuga in einem der Tierkreiszeichen zusammen eine Gruppe bildeten, wobei sie zu gewissen anderen Planeten in einem bestimmten Aspekt standen und so die Sonne, die ebenfalls auf diese Gruppierung reagierte, sehr stark beeinflussten. 13 Das fand am Ende des Dvāpara-Yuga und dem Beginn des Kali-Yuga statt, und dieses wichtige Ereignis wurde geschichtlich durch den Tod des Avatāra Kṛishṇa gekennzeichnet.

Wenn behauptet wird, dass jeder Planet im Sonnensystem seinen individuellen Einfluss auf die Sonnenfleckenperioden ausübt, und umgekehrt, dass der Sonnenfleckenzyklus mit den vitalen Aktivitäten aller Planeten eng verbunden ist und sie beeinflusst, seien diese Planeten nun sichtbar oder unsichtbar, ist damit nicht gesagt, dass die sichtbaren oder die unsichtbaren Planeten untergeordnete oder übergeordnete Eigenschaften hätten. Sichtbarkeit bedeutet lediglich, dass unsere Augen, weil sie sich auf dieser Ebene entwickelt haben, gewisse Himmelskörper sehen können, die dieser Ebene angehören, so wie unsere Augen einen gewissen Bereich der elektromagnetischen Schwingungen aufnehmen können, den wir »Licht« nennen. Es gibt andere Bereiche elektromagnetischer Schwingungen, die wir als Wärme empfinden, und weitere, die als Röntgenstrahlen, kosmische Strahlen usw. bezeichnet werden.

Die Sonnenflecken können als Fenster bezeichnet werden, durch die wir einen verschwommenen Blick in den Tempel-Körper eines lebenden Gottes bekommen können, wobei wir einen ganz kleinen Einblick in das dunkle, unsichtbare Herz der Sonne gewinnen. Wir können uns diese Sonnenflecken als Kanäle, Öffnungen oder Löcher vorstellen, die als Eingänge in die Sonne und für den Ausstoß aus der Sonne von Lebensströmen vieler Abstufungen dienen. Jede der unzähligen Myriaden von Monaden, die das Sonnensystem erfüllen, muss in zyklischen Perioden immer wieder in und durch das Herz der Sonne strömen und aus diesem wieder hervorgehen, so wie im menschlichen Körper jedes Atom von jedem Molekül in jedem Blutstropfen in und durch das Herz gehen und es wieder verlassen muss, um in den Kreisläufen des Körpers seiner Bestimmung zu folgen.

Was hat die Sonne am Anfang ins Dasein gebracht? Was regiert ihren Lauf? Was ist die Ursache ihres unaufhörlichen Energieausstoßes? Als Einstieg gibt es eine vielsagende Stelle in The Mahatma Letters, S. 168:

Die Sonne gibt alles an ihr System und nimmt nichts von ihm zurück. Die Sonne zieht nichts »an den Polen« an – die immer frei sind, selbst von den berühmten »roten Flammen«, zu allen Zeiten und nicht nur während der Eklipsen. … Nichts kann die Sonne von außerhalb ihres Systems in Gestalt solch grober Materie wie »verfeinerte Gase« erreichen. Jedes Teilchen Materie in all ihren sieben Zuständen ist für die Lebensfähigkeit der verschiedenen, zahllosen Systeme notwendig – Welten in Bildung, Sonnen, die neu zum Leben erwachen usw., und sie haben nichts davon übrig, selbst für ihre besten Nachbarn und nächsten Verwandten. Sie sind Mütter, nicht Stiefmütter, und würden nicht ein Krümelchen von der Nahrung für ihre Kinder fortnehmen. … Denn es gibt in Wirklichkeit nur eines – strahlende Energie, die unerschöpflich ist, die weder Zunahme noch Abnahme kennt und mit ihrem selbsterzeugenden Wirken fortfahren wird bis zum Ende des solaren Manvantara.

Jede Sonne ist eine lebende Wesenheit; sie leitet ihre Energieströme aus ihrem eigenen Inneren ab und ergießt sie Milliarden und sogar Billionen Jahre lang unaufhörlich in den Raum. Atomare Dissoziation kann von einem mechanischen Gesichtspunkt aus in gewissem Maße den Modus erklären, sie erklärt aber nicht den Ursprung der Sonnenenergie, die insgesamt auf ihrem Weg nach außen das gesamte Sonnensystem mit Leben, mit Geist und mit psychischen Kräften nährt. Wie groß auch ihr physischer Einfluss sein mag, so ist er doch sehr klein, wenn man ihn mit der enormen Rolle vergleicht, die die Sonne in den unsichtbaren Bereichen spielt. Die Vitalität, die intellektuelle Kraft, zusammen mit der spirituellen Energie, welche die Sonne unaufhörlich ausstrahlt, stammen alle von dem Gott her, der ihr Herz ist. Und dieser Gott sollte nicht so aufgefasst werden, als sei er lediglich im Herzen der physischen Sonne, sondern vielmehr in den unsichtbaren Bereichen und Sphären. Daher wohnt auch der wirkliche Mensch nicht in seinem physischen Körper, denn dieser ist nur die Widerspiegelung des wirklichen Menschen, der streng genommen in den unsichtbaren Teilen seiner Konstitution lebt, handelt und sich bewegt.

Energie oder Kraft und Materie sind im Wesen eins. Was uns als Kraft erscheint, ist auf höherer Ebene Substanz; was auf unserer Ebene Materie ist, ist Kraft oder Energie auf einer tieferen Ebene als unserer. Schlussfolgerung: Könnten wir die Reichweite der Energien verfolgen, die der Sonne entströmen und sich bis zu den äußersten Grenzen ihres Reiches ergießen, und könnten wir dies von einer höheren Ebene aus tun, dann würden wir den »leeren Raum« unseres Sonnensystems als einen riesigen, stofflichen Körper erkennen. Und könnten wir diese scheinbar stoffliche Energie von einem fernen Planeten aus, der einen fernen Stern umläuft, durch ein Teleskop betrachten, dann würden wir sie als einen »unauflösbaren Nebel« sehen. Es wären lediglich die Fluten von Energie, von Leben, von Vitalität, von Substanz, die sich aus dem Herzen der Sonne ergießen und in regelmäßigen zyklischen Intervallen infolge der Kreisläufe des Kosmos wieder zu ihr zurückkehren – auf Pfaden, welchen alle Wesen folgen, wenn sie von Planet zu Planet und vom Planeten zur Sonne und auf ihrer Rückreise von der Sonne zum Planeten weiterziehen: wahrlich eine Zirkulation des Lebensblutes oder der Lebensessenz des Sonnensystems.

Solarer und irdischer Magnetismus

Es heißt, dass die zwei Pole die Speicher, die Behälter und zugleich Ausscheidungsstellen der kosmischen und irdischen Lebenskraft (Elektrizität) sind. Die Erde wäre durch das Übermaß an Lebenskraft schon längst in Stücke geborsten, wenn sie diese beiden natürlichen »Sicherheitsventile« nicht hätte.

SD I, 205; GL I, 226

Es gibt eine sehr enge Verbindung zwischen dem Sonnenfleckenzyklus und dem irdischen Magnetismus, insbesondere an den beiden Polen der Erde, obwohl ein sehr bedeutender Qualitätsunterschied in den jeweiligen Magnetismen der Pole vorliegt.

Wendet man die alte Metapher an, so gibt es ein Tor aus Horn und ein Tor aus Elfenbein, durch die nicht nur himmlische Einflüsse, sondern auch die Seelen der Menschen und andere Wesen auf die Erde kommen und die Erde wieder verlassen. Mystische griechische und römische Schriftsteller sagten, dass durch das Tor aus Horn eine Klasse von Wesenheiten und Einflüssen kam und ging, während durch das Tor aus Elfenbein eine entgegengesetzte Klasse kam und ging.7 Das Tor aus Horn ist das Eingangstor, der Nordpol; und das Tor aus Elfenbein ist der After der Erde oder das Ausgangstor. Alle Dinge, die gut, erhebend und spirituell sind, gehören zum Nordpol, und alle Dinge, die böse, entwürdigend und unrein sind, gehören dem After der Erde, dem Südpol an.

Der Elfjahreszyklus der Sonnenflecken beeinflusst jeden Planeten der Sonnenfamilie durch dessen Nord- und Südpol. Der Magnetismus, welcher von der Sonne zu uns gelangt – physisch, astral und auch mental –, dringt durch den Nordpol in die Erde ein. Er folgt dann bestimmten Kreisläufen innerhalb und rund um die Erde und verlässt sie am anderen Pol. Alle diese magnetischen Kreisläufe bewegen sich rund um den Äquator für eine gewisse Zeit von kürzerer oder längerer Dauer.

Die Erde folgt sehr genau dem Atmen der Sonne, tatsächlich sehr genau, weil das ganze Sonnensystem ein lebender Organismus ist, dessen Organe die Planeten sind. Es ist auch wahr, dass die Erde viele periodische Kreisläufe aufweist, die kleiner als der Sonnenfleckenzyklus sind, wie z. B. der Mondzyklus. Aber diese gehören mehr zu dem engeren Familienleben der Erde. Dem Charakter nach sind alle Bewegungen durch den grenzenlosen Raum zyklisch, ob sie nur den kleinsten Bruchteil einer Sekunde dauern oder so lange wie das kosmische Manvantara selbst. Alles ist zyklisch. Das Leben eines Glühwürmchens ist ebenso zyklisch wie das Leben eines Menschen oder der periodische Umlauf eines Planeten rund um die Sonne.

Der irdische Magnetismus ist natürlich mit der Natur und den Eigenschaften des Nordlichts am Nordpol und des Südlichts am Südpol verknüpft – dabei sind die geografischen ebenso wie die magnetischen Pole an beiden Enden der Erde beteiligt. Die Polarlichter sind Manifestationen der psychomagnetischen Vitalität der Erde. Sie sind sehr eng mit der Sonne verbunden, insbesondere mit den Sonnenflecken, und in einem etwas geringeren Ausmaß mit den sieben heiligen Planetenketten. Die Polarlichter sind psychomagnetische Phänomene und daher dürfen wir sie niemals als bloße elektrische und magnetische Erscheinungen oder Ausbrüche betrachten.

Tatsächlich sind beide Polarlichter sehr eng mit den Wanderungen der zahllosen Scharen von Monaden verbunden, die beständig unseren Globus betreten und wieder verlassen. Doch tun sie dies zu bestimmten Perioden in weit größerer Anzahl oder in weit größeren Massen – als Zuströme und als Ausströme. Und die Entfaltungen der Polarlichter, das heißt die psychomagnetischen und vitalen Ausbrüche, ereignen sich gewöhnlich während dieser Perioden des Zuströmens oder Ausströmens.

Die Phänomene der Polarlichter, die so eng mit dem geheimnisvollen Wirken der irdischen Vitalität verknüpft sind, sind mit einigen der höchst okkulten Tatsachen verbunden, die die Bestimmung sowohl der Erde als auch aller ihrer Monadenfamilien betreffen. Ich möchte hinzufügen, dass unser Mutter-Globus ohne die Entlastung durch diese psycho-elektromagnetischen Ausflüsse und Zuflüsse Katastrophen der entsetzlichsten Art erleiden müsste. Gleich den Erdbeben, wie verheerend diese manchmal auch sein mögen, lösen die Entladungen der Polarlichter in einer ihrer Funktionen das auf, was andernfalls zu einer Überansammlung magnetischer und elektrischer Energie in der Erde führen würde. Auf diese Weise bewahren sie die Erde vor Katastrophen, die so schrecklich wären – physisch, psychisch und astral –, dass Nachforschungen in der aufgezeichneten Geschichte keine Parallele zu dem finden könnten, was sich ereignen würde, wenn eine solche Zerstreuung der Energie nicht stattfinden würde.

Diese Ströme von Magnetismus und Lebenskraft manifestieren sich nicht nur an den Polen, sondern auch in dem, was wir die vier Himmelsrichtungen nennen: Nord, Süd, Ost und West. Die Hindu-Mythologie spricht von ihnen als den vier Mahā-Rājas, und diese sind in unserer physischen Welt und auch im ganzen Sonnensystem vertreten.

Was sind die Himmelsrichtungen? Existieren solche Richtungen, mit denen die Sonne und die Planeten unseres Sonnensystems unmittelbar übereinstimmen, wirklich im Raum? Warum enthält die Ebene der Ekliptik in sich alle Planeten unseres Sonnensystems, und warum geht sie durch die Sonne?

Die sich drehende Erde ist es, die die Himmelsrichtungen erzeugt, soweit dieser Globus betroffen ist. Und diese Rotation wird durch den Eintritt der spirituellen und psychomagnetischen Energien in die Erde an ihrem Nordpol verursacht, denn Elektrizität und vielleicht vor allem Magnetismus verfolgen einen weitschweifigen oder schlangenförmigen Weg, etwa gleich jenem einer Spirale, und die Wesenheit, durch die sie fließen, folgt dem ihr gegebenen kreisförmigen Impuls, und daher dreht sie sich oder rotiert.

Aber dies ist noch nicht alles. Die Pole der Erde stehen zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichen Bereichen der Himmelssphäre – den Abgründen des Raumes, die uns von allen Seiten umgeben. Die Richtung des Nordpols wird durch die anziehenden Einflüsse verursacht, die aus jenem Viertel der Himmelssphäre emanieren, zu dem der Pol zu irgendeiner Zeit ausgerichtet sein mag. Diese Ausrichtung gibt uns die Himmelsrichtung Nord und ihren direkten Gegensatz, Süd, mit Ost und West als rechte Winkel zu ihnen. Sie werden sich erinnern, dass in mehr als einem der Dialoge der große Initiierte Platon das kosmische Kreuz beschrieb, das griechische Handschriften gewöhnlich als eine Form des griechischen Kreuzes erklären. Dies ist das Kreuz im Raum, an welches das kosmische Bewusstsein »gekreuzigt« ist.

Die Himmelsrichtungen per se sind in keinem Fall vier begrenzte konkrete Richtungen im Raum, d. h. vier Kraft- oder Energiezentren, zu denen die Erde besonders durch ihren Nordpol hingezogen wird. Das Gegenteil ist der Fall. Alle Richtungen des Himmelsgewölbes (als Sphäre betrachtet) werden in fortlaufender Rotation durch den Nordpol der Erde angezeigt. Der Trieb, sich so auszurichten, kommt von innen, stammt aus der inneren Konstitution der Erde, aber gleichzeitig wird der Nordpol durch die aus der Himmelssphäre emanierenden Einflüsse angezogen. Die Himmelsrichtungen resultieren daher aus den gegenseitigen und einander abwechselnden Einflüssen zwischen der Erde und den zwölf Hauptrichtungen des Raumes.

Die Erde als Magnet ist mit den Sonnenenergien durchdrungen, die kontinuierlich von unserem Tagesgestirn durch das ganze Sonnensystem strömen. Dieser Sonnenmagnetismus ist siebenfältig und dringt in der Region des Nordpols in die Erde ein. Bestimmte Elemente dieses Magnetismus bewegen sich direkt von Pol zu Pol durch das Zentrum der Erde, während andere Teile rund um oder über ihre Oberfläche fluten, jedoch immer von Norden nach Süden.8 Weiterhin gibt es Querströme, denen der Sonnenmagnetismus auf seinen Kreisläufen in und rund um die Erde folgt. Und diese Querströme sind schräg oder geneigt, stets von Nordost nach Südwest gerichtet, obwohl sie aus dem Nordpol fließen. Sie verfolgen ihren Lauf rund um die Erde und bewegen sich wieder zum Nordpol zurück.

Wenn wir diese magnetischen Kraftlinien sehen könnten, so schiene es uns, als würden sie vom äußeren Raum einströmen, auf die Erde an ihrem Nordpol auftreffen, von dort zurückfedern und sich rund um die Oberfläche des Globus in Richtung Südpol bewegen, wo ein Teil eingesaugt wird und zum Nordpol zurückkehrt, um wieder ausgeschickt zu werden. So dauert die Zirkulation fort. Aber nicht der ganze Magnetismus wird am Südpol eingesaugt. Ein Teil von ihm strömt kegelförmig nach außen in den Raum und kehrt schließlich wieder zur Sonne zurück, aus der er kam.

Das dreifältige Leben von Vater Sonne

Es muss daran erinnert werden, dass jede Kosmogonie eine Dreiheit von Wirkenden an ihrer Spitze hat – Vater, Geist; Mutter, Natur oder Materie; und das manifestierte Universum, der Sohn oder das Resultat der Zwei.

Isis Unveiled, II, 420–421; Isis entschleiert, II, 420

Das Leben der Sonne, als eine Einheit betrachtet, erfüllt ihr ganzes Reich mit den vitalen Ausstrahlungen, die von allen Teilen der Sonnen-Kette ausströmen. Dieses Sonnen-Leben können wir vorerst als siebenfach ansehen: Die drei höheren Aspekte oder Ebenen sind spirituell und die vier niederen Ebenen sind etherisch; von diesen sind die untersten Teile konkret physisch. Von dem oberen dreifachen Leben-Bewusstsein der Sonne wird oft als von Brahmā-Vishṇu-Śiva gesprochen, was in den menschlichen Prinzipien Ātman-Buddhi-Manas entspricht. Die Natur dieser Triade ist also relativ arūpa, sie fließt aus den höchsten Teilen der Konstitution der Sonne hervor, wodurch sich die zehnfältige (oder tatsächlich zwölffältige) Fülle der solaren Wesenheit ergibt.

Eine solche Triade, die ihrem essenziellen Charakter nach gewöhnlich als sonnenhaft angesehen wurde, war in allen alten religiösen und philosophischen Systemen unter verschiedenen Namen bekannt. Diese verschiedenen Triaden sind jedoch nicht alle denselben kosmischen Ebenen zuzuschreiben, dennoch entspricht eine niedere Triade auf ihren eigenen Ebenen einer Triade, die man sich auf höheren Ebenen befindlich vorstellen kann. Zum Beispiel hat die ägyptische Triade Osiris-Isis-Horus in mancher Hinsicht Ähnlichkeit mit der Hindu-Triade Brahmā-Vishṇu-Śiva und auch mit der christlichen Dreieinigkeit. Doch was die Ebene anbelangt, so stimmt diese letzte Triade besser mit Parabrahman-Mūlaprakṛiti, Brahman-Pradhāna und Brahmā (Purusha)-Prakṛiti der Hindu-Philosophie überein: Der Vater entspricht Parabrahman-Mūlaprakṛiti, der Heilige Geist entspricht Brahman-Pradhāna und der Sohn entspricht Brahmā (Purusha)-Prakṛiti.

Nebenbei mag bemerkt werden, dass die sogenannte Reihenfolge der Dreieinigkeit – Vater, Heiliger Geist, Sohn – zum frühesten christlichen Denken gehört, zu dem die griechisch-orthodoxe Kirche getreu der heidnischen Tradition, aus der das Christentum kam, stets gehalten hat. Die römische Kirche war jedoch bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Ansicht, dass die beiden letzteren Personen der Trinität in der Weise vom Vater ausgehen, dass sich vom Vater zuerst der Sohn und dann der Heilige Geist ableiten, und dies wurde von verschiedenen Kirchen des Westens angenommen. Dieser Unterschied der Anschauung war einer der Hauptgründe der theologischen Kirchenspaltung zwischen der griechisch-orthodoxen und der römischen Kirche und verursachte die Kontroverse um filioque – ein lateinisches Wort mit der Bedeutung »und vom Sohn«. Die Vorstellung dahinter ist die, dass sich der Heilige Geist vom Vater und vom Sohn ableitet.

Alle diese Triaden sind in Wirklichkeit in ihrem Charakter solar, wenn sie richtig verstanden werden. Tatsache ist, dass Parabrahman-Mūlaprakṛiti und dementsprechend der Vater der christlichen Dreieinigkeit der Erste Kosmische Logos sind. Brahman-Pradhāna und ebenso der Heilige Geist sind der Zweite Kosmische Logos; und Brahmā (Purusha)-Prakṛiti und der Sohn sind der Dritte Kosmische Logos. Andererseits hat die ägyptische Triade Osiris-Isis-Horus in Wirklichkeit in dem Dritten Kosmischen Logos ihren Ursprung oder emaniert aus ihm, geradeso wie die Hindu-Triade Brahmā-Vishṇu-Śiva es tut.

Diese Bemerkungen sind nur zu dem Zweck gemacht worden, um eine genaue Reihe von Entsprechungen der solaren Götter aufzuzeigen, wie sie unter verschiedenen alten Völkern gelehrt wurden. Obwohl sich diese Triaden nur auf unser Sonnensystem beziehen, können sie auch genauso für das universale Sonnensystem angewendet werden. In diesem Fall wäre ihre Bedeutung natürlich viel größer und erhabener.

Die Tatsachen der Natur sind in gleicher Weise auf verschiedenen Ebenen wahr. Das System der Triaden ist genauso eine Tatsache in den göttlichen und spirituellen wie in den intellektuellen Bereichen. Wenn wir diesen Gedanken direkt auf unser Sonnensystem anwenden, so können wir sehen, dass alle diese Triaden, wie sie in ihren jeweiligen Zeiten und Ländern verehrt wurden, im Grunde genommen dieselbe solare Triade sind und nur unterschiedlich benannt werden. Sie sind Ableitungen von dem Dritten Kosmischen Logos, dem Dritten Logos unseres Sonnensystems. Außerdem sind aufgrund der analogen Struktur des Universums ihre Entsprechungen in der menschlichen Konstitution: Ātman, Ātman-Buddhi, Buddhi-Manas.

Alle derartigen triadischen Einheiten sind analoge Reflexionen oder Reproduktionen der noch höheren kosmischen Triade, die aufgrund ihres zutiefst abstrakten Charakters im Gegensatz zu den reflektierten Triaden vom Volk selten, wenn überhaupt, verehrt wurde. Diese höchste kosmische Triade wurde nur gelegentlich erwähnt, wie dies Pythagoras tat, als er von der kosmischen Monade sprach, die für immer in »Stille und Dunkelheit« weilt, wobei er meinte, dass sie jenseits jeglichen gewöhnlichen menschlichen Begreifens steht.

Wir wollen dies erläutern: Jeder Kosmos oder jedes Universum ist eine Wesenheit aus zehn Prinzipien. Die drei höchsten Prinzipien bilden die erhabene Triade, aus der die niedere Siebenergruppe (oder die manifestierten Einheiten) der Dekade emaniert. Diese Siebenergruppe wird ihrerseits aus einer oberen Triade und einer niederen Vierergruppe gebildet. Und genau diese obere Triade meinten die Alten, wenn sie von ihren dreigliedrigen Gottheiten sprachen, wie Brahmā-Vishṇu-Śiva, Osiris-Isis-Horus, Vater-Heiliger Geist-Sohn. Diese zweite Triade wird als die Reflexion der ersten oder himmlischen Triade eines Kosmos oder Brahmāṇḍa angesehen.

Es ist interessant festzustellen, dass die zweite Person von faktisch jeder dieser Triaden in den exoterischen Religionen und Mythologien als weiblich bezeichnet wurde, wie Isis in der ägyptischen Triade. Tatsächlich wurden dieselben weiblichen Eigenschaften des zweiten Individuums ursprünglich für die christliche Dreieinigkeit angewendet, denn der Heilige Geist, obwohl er dem Namen und Titel nach männlich zu sein scheint, wurde ursprünglich als eine weibliche kosmische Kraft oder als ein weiblicher Einfluss betrachet. 14 Erst als das Christentum dogmatisch wurde und sich in theologische Formen kristallisierte, wurde der weibliche Charakter der zweiten Person betont männlich.

Auch in der Hindu-Triade Brahmā-Vishṇu-Śiva sind viele der Attribute und Funktionen von Vishṇu weiblich, obwohl Vishṇu gewöhnlich als eine maskuline Form der Gottheit angesehen wird. Der Sinn der Vorstellung behauptet sich damit trotz der Tatsache, dass das Geschlecht des Namens der zweiten Person männlich ist.

Diese verschiedenen Triaden können entweder als der weibliche Geist betrachtet werden, der aus dem ersten Individuum emaniert und, weil er mit den Samen von oben angefüllt ist, den Ursprung des dritten Individuums darstellt; oder diese Triaden können als drei gleichrangige und sich gegenseitig beeinflussende Aspekte des kosmischen Lebens angesehen werden. Daher können wir in der menschlichen Konstitution Buddhi als von Ātman emaniert betrachten, die in der Reihenfolge ihrerseits Manas ins Leben ruft. Wir können aber auch von allen drei, Ātman, Buddhi und Manas, sagen, dass sie gemeinsam und gleichzeitig als die höhere Triade des Menschen wirken. Ersteres zeigt ihre ursprüngliche Herkunft und das Zweite zeigt, wie sie einheitlich zusammenwirken.

Das triadische Leben des Sonnensystems drückt sich selbst als Vater Sonne aus. Unser Sonnensystem ist in seiner Gesamtheit eine solare Monade, von der die Sonne das Herz ist. Vater Sonne ist der spirituelle Teil dieses Herzens. Diese dreifältige spirituelle Energie ist es, die die Sonne produziert. Es ist nicht die Sonne, die sie erzeugt. Die Sonnengottheit wohnt, obwohl sie sich durch ihre Kette von zwölf Globen manifestiert, getrennt im Herzen von jedem einzelnen von ihnen, genauso wie die Seele des Menschen abgesondert im Herzen des Menschen wohnt.

Vater Sonne ist also ein geeigneter Ausdruck, der verschiedene Punkte der Lehre hinreichend beschreibt. Er hat nicht nur eine direkte Beziehung zur Sonnengottheit unseres Sonnensystems, sondern er kann auch bei verschiedenen Gelegenheiten verwendet werden. HPB erwähnte hier zum Beispiel den »astrologischen Stern« eines Menschen:9

Der Stern, unter dem eine menschliche Wesenheit geboren wird, sagt die okkulte Lehre, wird für immer sein Stern bleiben während des ganzen Kreislaufes der Wiederverkörperungen in einem Manvantara. Aber dieser ist nicht sein astrologischer Stern. Der letztere hat nur Bezug auf und Zusammenhang mit der Persönlichkeit, der erstere mit der INDIVIDUALITÄT. Der »Engel« dieses Sterns oder der Dhyani-Buddha wird entweder der lenkende oder nur der vorstehende »Engel«, sozusagen, bei jeder neuen Wiedergeburt der Monade sein, die ein Teil seiner eigenen Wesenheit ist, obwohl ihrem Vehikel, dem Menschen, diese Tatsache für immer unbekannt bleiben mag.

Andererseits ist der spirituelle Stern, »der Stern, unter dem eine menschliche Wesenheit geboren ist«, mit einem erhabenen Mysterium verbunden. Er ist jene besondere Sonne oder jener besondere Stern in unserem Heimatuniversum oder unserer Galaxie, von dem die göttliche Monade des Menschen abstammt. Deshalb ist der Mensch mit diesem Stern durch höchst innige spirituelle Beziehungen durch die ganze Ewigkeit des galaktischen Manvantara hindurch verbunden.

Bei anderen Gelegenheiten, wenn ich über die Sonnengottheit sprach, habe ich den Ausdruck Vater Sonne im Sinne der Wanderschaft der spirituellen Monade auf den äußeren Runden in, durch und von der Sonnenkette, alle ihre Globen eingeschlossen, verwendet. Gerade so, wie der menschliche Vater in seinem Körper den durch ihn hindurchgehenden Lebenskeim enthält, der in der geeigneten Umgebung zur Grundlage des Körpers des werdenden Kindes wird, so empfängt die Sonne in sich alle spirituellen und anderen Monaden in ihrem Bereich (und daher gleichermaßen auch Globus D der Sonnenkette, unsere sichtbare Sonne), und nach einer gewissen Zeit sendet sie sie wieder hinaus, damit sie ihre äußeren Runden entlang den Zirkulationen des Kosmos vollenden können. Was den sichtbaren Globus unserer Sonne betrifft, so treten diese Lebens- oder Monadenströme an seinem Nordpol ein und werden durch die Sonnenflecken aus seinem Herzen ausgestoßen.

Das Herz von Vater Sonne ist ein Strahl des Absoluten, wobei der Begriff »das Absolute« im theosophischen Sinne gebraucht wird. Vater Sonne würde in der Tat jede Fähigkeit und jede Kraft besitzen, die das Universum in sich birgt, wenn er den ganzen Einfluss und die volle Kraft dieses göttlichen Strahles offenbaren könnte. Nicht nur Vater Sonne, sondern auch jeder Mensch hat diesen göttlichen Strahl, seinen inneren Gott, in seinem Inneren. Im Falle der Sonne ist das, was wir sehen, nur die physische Umhüllung, ein Ball aus kosmischen Kräften, Elektrizität und Superelektrizität. Eine Sonne ist auch voller psychischer und spiritueller Kräfte, jede entsprechend ihrer eigenen Ebene, denn es gibt die innere Sonne und die äußere Sonne.

Diese Sonnengottheit ist der spirituelle und intellektuelle Elter all der zahllosen Scharen von Wesenheiten im ganzen Sonnensystem. Von ihm kamen wir in der weit, weit entfernten Vergangenheit; und zu ihm werden wir in weit entfernter Zukunft zurückkehren, wenn sich der evolutionäre Lauf unseres Sonnensystems seinem Ziel genähert haben wird. Wenn der letzte kosmische Moment kommt, wird das ganze Sonnensystem – Götter, Monaden und Atome, Sonne, Planeten und die verschiedenen Monde, falls sie noch existieren sollten – plötzlich verschwinden, wie ein Schatten, der an einer weißen Wand entlanggleitet und nicht mehr gesehen wird.

Der Grund von allem liegt in der Lebenskraft, die sich von jeder atomaren Wesenheit im ganzen Bereich des Sonnen-Kosmos zurückzieht. Und wenn einmal die Lebenskraft dahingeschwunden ist, zerfällt die ganze Struktur in Stücke, verschwindet, und das Sonnensystem tritt mit all seinen Scharen von Wesenheiten in Para-Nirvāṇa ein.10 Dort wird es bleiben, bis auf der kosmischen Glocke die Stunde für ein neues Sonnensystem schlägt, das aus dem Schoß des Raumes auftaucht – das Kind, die wiederverkörperte Wesenheit, die karmische Konsequenz des gewesenen Sonnensystems.

In seiner Abhandlung Über Isis und Osiris (IX) berichtet uns Plutarch, der alte griechische Philosoph, Biograph und Initiierte, gleichzeitig Priester des delphischen Apollo, dass über dem Tor des Tempels der Isis in Ägypten folgende geheimnisvolle Worte in unverwüstlichem Stein eingemeißelt waren: 15

[Isis] bin ich; all das, was war, all das, was ist, all das, was immer sein wird. Und kein Sterblicher hat jemals meine Umhüllung entdeckt.

Es muss jedoch bemerkt werden, dass sich unsere Übersetzung dieser berühmten Inschrift etwas von der gewöhnlich wiedergegebenen unterscheidet: »… und kein Sterblicher hat jemals meinen Schleier gelüftet.« Dies ist ein bedeutender Unterschied, weil sie eine neue Deutung des griechischen Satzes einführt und sich enger an den tiefen esoterischen Sinn dieser erhabenen Aussage anlehnt. Es ist bemerkenswert, dass Plutarch diese Inschrift nach den Worten »meine Umhüllung entdeckt« abschließt, während Proklos, der wohlbekannte neoplatonische Philosoph, sagt, dass sie auch die weiteren Worte enthielt:11

Die Frucht, die ich hervorbrachte, wurde die Sonne.

Es gibt zwei Erklärungen für diese Feststellung. Die erste lautet, dass die ewige Weisheit oder Sophia, die immer war, jetzt ist und immer sein wird, die jungfräuliche Mutter der Initiierten ist: eine immer fruchtbare Mutter, die fortwährend eine stetige, ununterbrochene Reihe buddhagleicher Menschen hervorbringt. Dies ist die alte Weisheit, eine immerwährende Weisheit, eine Darstellung in menschlicher Ausdrucksweise für das Wirken, die Struktur und die wahre Natur des Universums – göttlich, spirituell, astral und physisch. So beschaffen war die mystische Isis.

Was ist die Frucht, die diese Weisheit durch einen Prozess des Werdens, des Wachstums, des Entwickelns innewohnender Stärke kontinuierlich liefert? »Söhne der Sonne« – eine buchstäbliche Wahrheit! Denn geradeso, wie jeder Mensch im Herzen seines Wesens eine Sonne ist, die dazu bestimmt ist, in zukünftigen Äonen einer von den zahllosen Sternen zu werden, die die Räume des Raumes übersäen, so ist er vom ersten Augenblick an, wenn die göttlich-spirituelle Monade ihre Wanderungen durch das universale Sein beginnt, bereits eine Sonne im Keimzustand. Er ist ferner ein Kind einer anderen Sonne, die damals im Raum existierte. Die Initiation bringt im Neophyten diese innere, latente, stellare Energie aus dem Schoß der jungfräulichen Mutter hervor, Sophia, die alte Weisheit, die zugleich »Mutter«, »Schwester«, »Tochter« und »Weib« des Mann-Gottes ist, den die Initiation so zur Geburt bringt. Hier haben wir den Schlüssel zu dem Mysterium der jungfräulichen Geburt.

Die zweite Bedeutung dieser alten Inschrift ist folgende: Isis, insbesondere in ihrem mystischeren Aspekt als Neith oder Nephthys, ist der kosmische, ewig jungfräuliche Ākāśa, der jedoch beständig den Universen, die den Himmel schmücken, zum Dasein verhilft. Aus den Tiefen des Raumes – dem kosmischen Ākāśa, der jungfräulichen Isis werden die Sonnen geboren; denn man kann die kosmische Göttin-Mutter eines jeden Sonnensystems wahrlich sagen lassen: »Die Frucht, die ich hervorbrachte, wurde die Sonne.« Solch eine Sonne ist der Same – so wie die Eichel der Same der Eiche ist – für zukünftige Scharen von Sonnengöttern. Osiris ist der kosmische Geist in seinem Energie-Aspekt, zugleich »Vater«, »Bruder«, »Gatte« und »Sohn« der Göttin Isis, des anderen Aspektes des kosmischen Geistes; geradeso wie der feurige Lebensgeist, einerlei, worin er sein mag, und sei es in einem Samen, die treibende Kraft ist, welche die latent im Inneren ruhenden evolutionären Anlagen herausbringt. Deshalb wird Osiris der kosmische Same genannt und Isis ist seine göttliche Mutter.

Es gibt noch eine dritte Art und Weise, diese tiefe ägyptische Lehre zu betrachten, worin Isis den mystischen Mond darstellt, und jedes Kind des Mondes ist auf dem Wege, eine Sonne zu werden.

Jeder von uns ist ein Kind der Sonne: Aus ihr gingen wir in weit entfernten Äonen der Vergangenheit hervor und zu ihr werden wir in weit entfernten Äonen der Zukunft zurückkehren, aber dann werden wir Götter sein. Während der Initiation wird der Geist eines Menschen, wenn dieser Mensch die Prüfungen erfolgreich besteht, von der Erde durch den Mond und die Planeten zu den Toren der Sonne fliegen, zu ihrem Herzen vordringen, dann noch tiefer in die unsichtbaren Sphären und Regionen, und schließlich zu seinem in Trance versetzten Körper zurückkehren, der auf ihn wartet und durch die hohe Magie der Hierarchie der Weisheit und des Mitleids am Leben gehalten wurde. Für eine kurze Zeit danach wird sein Gesicht hell leuchten und sein Körper strahlen. Dies ist die Bedeutung der alten Redensart, dass nach der drei Tage dauernden Trance des »Menschen Antlitz mit einem Heiligenschein leuchtete« und er aussah, als ob er »mit der Sonne bekleidet« wäre.

Anstatt jedoch die Tore der Sonne zu durchschreiten, müssen wir zuerst lernen, die Tore unseres inneren Gottes, unserer inneren spirituellen Sonne zu durchschreiten. Denn es gibt wahrlich einen Teil unserer Konstitution, der aus Sonnenstoff besteht. Wie könnte auch die Geist-Seele des Menschen die Tore der erhabensten Wesenheit unseres Sonnensystems durchschreiten – sie selbstbewusst und sicher durchschreiten –, wenn nicht jene Geist-Seele selbst aus derselben Essenz und demselben Wesen wie die Sonne bestünde? Alles, was niederer ist als die Sonne, würde vernichtet werden, wenn es ihr zu nahe käme. Niemand kann in die Sonne eintreten, der nicht bereits ein voll erwachsenes Kind der Sonne ist: aus derselben Essenz, aus derselben Qualität oder Substanz und daher potenziell im Besitz derselben titanischen Energie. Wir entsprangen ihr und wir werden zu ihr zurückkehren, bevor unsere Wanderung im Sonnensystem vollständig vollendet ist. Wir werden zu ihr zurückkehren, und dann werden wir den Sonnenteil von uns der Sonne übergeben, von der wir ihn erhielten. In jedem der sieben heiligen Planeten werden wir auf unserem Flug zur Sonne das zurücklassen, was wir von ihm entnahmen; Staub zu Staub, Mond zu Mond, Venus zu Venus, Merkur zu Merkur, Mars zu Mars, Jupiter zu Jupiter, Saturn zu Saturn, Sonne zu Sonne – und dann wird jeder zu seinem Ursprungsstern zurückkehren, der »Ursprungstern« nur deshalb ist, weil jener Stern ER SELBST ist.

Die zwölf heiligen Planeten

Somit sind es die »sieben Söhne des Lichtes« – nach ihren Planeten benannt und (von der Menge) oft mit ihnen identifiziert, nämlich Saturn, Jupiter, Merkur, Mars, Venus, und mutmaßlich Sonne und Mond für den modernen Kritiker, der nicht tiefer als in die Oberfläche der alten Religionen eindringt –, die nach den okkulten Lehren unsere himmlischen Eltern oder zusammengefasst unser »Vater« sind. Daher ist, wie bereits bemerkt, der Polytheismus in Wirklichkeit philosophischer und richtiger, was die Tatsache und die Natur betrifft, als der anthropomorphische Monotheismus. Saturn, Jupiter, Merkur und Venus, die vier exoterischen Planeten, und die drei anderen, die ohne Namen bleiben müssen, waren die mit der Erde in unmittelbarer astraler und psychischer Verbindung stehenden Himmelskörper, ihre Führer und Bewacher – moralisch und physisch. Die sichtbaren Himmelskörper versahen unsere Menschheit mit ihren äußeren und inneren Eigenschaften, und ihre »Regenten« oder Rektoren mit unseren Monaden und geistigen Fähigkeiten. Um die Entstehung neuer Missverständnisse zu vermeiden, möge festgestellt werden, dass sich unter den drei geheimen Gestirnen (oder Sternenengeln) weder Uranus noch Neptun befanden, nicht nur, weil sie unter diesem Namen den alten Weisen nicht bekannt waren, sondern weil sie, wie alle anderen Planeten, wieviele ihrer auch sein mögen, die Götter und Hüter von anderen siebenfältigen Ketten von Globen in unserem System sind.

SD I, 575; GL I, 628–629

Der archaische Okkultismus wusste, dass unser vollständiges solares Ei Brahmās viel mehr Planeten enthält – d. h. Planetenketten – als die, welche den Astronomen bekannt sind, und mehr Sonnen als unseren eigenen leuchtenden Tagesstern. Deshalb habe ich in meinen früheren Schriften unser Sonnenuniversum in seinem vollsten okkulten Sinn das universale Sonnensystem genannt und die Bezeichnung Sonnensystem für unsere eigene Sonne und die Planetenketten, die zu ihrem Reich gehören, verwendet.

Es gibt buchstäblich eine Menge von Planetenketten in dem universalen Sonnensystem und andere in unserem eigenen Sonnensystem, von denen wir nichts wissen, einige davon in jedem Fall weit höher als unsere Erdkette und andere wieder weit niedriger. Es gibt ebenfalls viele Planeten, die zu unserer Rāja-Sonne gehören. Einige von ihnen sind bewohnt, auf einigen gibt es Menschen wie auf der Erde, auf einigen gibt es keine Menschen, und doch sehen wir sie nicht, weil sie auf kosmischen Ebenen existieren, die entweder höher oder niedriger als unsere eigene sind. Es gibt Planetenketten, von denen wir nicht einmal den niedersten Globus sehen, weil er sich oberhalb unserer kosmischen Ebene befindet; geradeso wie es Planetenketten so weit unter uns gibt, dass sich sogar der höchste Globus dieser Ketten unterhalb unserer kosmischen Ebene befindet. Wenn zum Beispiel eine Planetenkette ihren vierten Globus, abwärts gerechnet, auf der sechsten kosmischen Ebene hat, dann können wir diesen vierten Globus nicht sehen, weil wir uns auf der siebten kosmischen Ebene befinden – einer anderen Ebene kosmischer Substanz.

Doch alle diese vielen Planetenketten sind ebenso vollberechtigte Einzelteile des universalen Sonnensystems wie unsere Erde oder wie Venus, Mars, Jupiter etc. Jede dieser Ketten, wie unsichtbar sie für uns auch sein mag, ist ein wesentlicher Bestandteil des lebenden kosmischen Organismus aus Ketten, die ihre entsprechenden Rollen auf den verschiedenen Stufen des kosmischen Lebens spielen. Und sie alle sind die Lebensräume von fühlenden Wesen – einige von ihnen befinden sich in der evolutionären Entwicklung weit höher als wir, einige von ihnen weit tiefer.

Nun wird diese große Zahl von Planetenketten in siebenfältige (oder zwölffältige) Gruppen unterteilt, von denen jede aus sieben (oder zwölf) Planetenketten besteht. Jede dieser Ketten-Gruppen setzt sich daher aus einer kosmischen Familie zusammen, deren Glieder karmisch vereinigt und eng miteinander verbunden sind in einer mehr oder weniger gleichen zukünftigen Bestimmung, wenn das universale Sonnensystem sein Ziel der manvantarischen Existenz erreicht haben wird.

In unserem Sonnensystem waren die sieben Planetenketten, mit denen unsere Erdkette karmisch innigst verknüpft ist, unter den Alten als die Sieben Heiligen Planeten bekannt. 16 Sie haben beim Aufbau der Erde mitgeholfen und haben später ihren evolutionären Lauf von der Zeit an beeinflusst, als sie ein Globus aus etherischem Licht im Raum war. Sie wachen auch weiterhin über sie, astrologisch gesprochen, bis ihre letzte Reise vorüber ist und sie sich erneut – alle ihre Lebenskräfte und Mächte – in die neuen Laya-Zentren projeziert. Daher hat jeder dieser sieben Planeten als ein Individuum sehr stark auf einen entsprechenden Globus unter den sieben Globen, die die manifestierte Planetenkette unserer Erde bilden, eingewirkt.

Diese sieben Planeten und unsere Erdkette sind viel enger miteinander verknüpft, als sie es mit den unzähligen Scharen anderer Himmelskörper (oder Ketten) sind, die in dem universalen Sonnensystem oder in noch größerem kosmischem Maßstab existieren. Gerade diese heiligen Planeten – oder vielmehr ihre spirituellen Rektoren oder Herrscher – wurden von bestimmten griechischen Philosophen die Kosmokratoren, Weltschöpfer oder Weltherrscher genannt. Ihre gemeinsame Aktion baute ursprünglich in Verbindung mit den überwachenden spirituellen Kräften der Sonnenlogoi unsere Planetenkette auf. Jeder steuernde Planetengeist oder Rektor ist der mystische Vater eines der Globen unserer Erdkette: nicht gänzlich ihr physischer oder sogar ihr spiritueller Vater, vielmehr durch Karma ihr mystischer Vater – im Übrigen ihr Führer oder Überwacher.

Tatsächlich gibt es nicht nur sieben, sondern zwölf heilige Planeten, wenngleich aufgrund der enorm schwierigen Lehren, die mit den fünf höchsten Planeten verbunden sind, im Allgemeinen nur sieben in den Schriften und Symbolen der Antike erwähnt werden. An verschiedenen Stellen werden jedoch Hinweise auf die zwölf spirituellen Planetengeister oder Rektoren gegeben, die als die Zwölf Ratgebenden Götter bekannt waren und in der etruskisch-romanischen Sprache Consentes Dii – »übereinstimmende oder zusammenarbeitende Götter« genannt werden.12 Daher kommt es, dass jeder der zwölf Globen unserer Erdkette einen von diesen zwölf planetarischen Rektoren als seinen überwachenden »Vater« hat. Dies zeigt klar genug, dass die Alten, wenigstens die Initiierten unter ihnen, mehr Planeten in unserem Sonnensystem kannten als die sieben oder fünf, von denen gewöhnlich gesprochen wird.

Die sieben heiligen Planeten sind jene, die wir kennen als: Saturn, Jupiter, Mars, die Sonne (stellvertretend für einen geheimen Planeten, der sehr nahe bei der Sonne steht und den wir vielleicht Vulcan nennen können), Venus, Merkur und den Mond (der ebenfalls als Stellvertreter für eine geheime Planetenkette angesehen wird).13

Einige Astrologen fangen an, die Existenz eines solchen Planeten in der Nähe des Mondes zu vermuten, und einer oder zwei von ihnen gaben ihm den neumodischen Namen Lilith – entnommen der rabbinischen Legende, der die quasi-animalische erste »Frau« von Adam bezeichnet.

Der Mond ist zwar sehr eng mit der menschlichen Bestimmung und mit der Erde verbunden und übt gewisse andere sehr okkulte Funktionen aus, er ist aber keiner der von den Alten erwähnten und im archaischen Okkultismus vermerkten heiligen Planeten, aus dem einfachen Grund, weil er – abgesehen davon, dass diese Mondkette tot ist – der zwölffältige Bewohner auf der Schwelle der Erdkette ist. Die Bedeutung der Funktion, die diese Mondkette in Bezug auf unsere eigene Kette hat, darf jedoch nicht überbetont werden.

Wir haben also sieben Planetenketten, von denen zwei, Vulcan und der in Verbindung mit dem Mond genannte geheime Planet, unsichtbar sind. Und es gibt vier andere unsichtbare Planetenketten, die in The Mahatma Letters (S. 176) nur unter den Buchstaben »A, B und Y, Z« erwähnt werden. Diese vier ergeben zusammen mit den sieben aufgezählten elf, zu denen wir noch die Sonnenkette hinzufügen können, wodurch die volle Zahl zwölf gebildet wird. Diese Planetenketten sind jene, die insbesondere unsere Sonne als ihren Herrscher anerkennen, und daher bilden sie die Hauptglieder ihres Reiches. Die ständige Verbindung der verschiedensten Art unter den elf oder zwölf Himmelskörpern unseres Sonnensystems bewirkt den Wiederaufbau der Planetenketten, wenn sie als Individuen die Verkörperung verlassen, ihre pralayische Ruhe durchlaufen und sich als neue Ketten, die Nachkommen ihrer früheren Selbste, wiederverkörpern. Die kosmischen Hauptstraßen, über die die Verbindung erfolgt, sind die Kreisläufe des Kosmos.

Diese Kreisläufe werden nicht durch Zufall oder Laune weitergeführt, sondern von Sphäre zu Sphäre, von Welt zu Welt, von Ebene zu Ebene, von und durch individuelle Bewusstseinsträger, seien diese Götter, Monaden, Seelen oder Atome, die in und durch die verschiedenen Elemente wirken und in der Tat diese verschiedenen Elemente zusammensetzen. In unserem eigenen Sonnensystem wird dies durch die Vermittler der Sonne und ihrer Planetenfamilie, besonders von und durch ihre entsprechenden Welten, die Lokas und Talas, herbeigeführt.

Die sieben Planeten sind für uns heilig, weil sie die Übermittler der aus der Sonne stammenden sieben ursprünglichen spirituellen und anderen Kräfte des Sonnenkosmos für die Globen unserer Kette sind. Die sieben Prinzipien und die sieben Elemente unserer eigenen Konstitution oder von den verschiedenen Globen unserer Kette entspringen ursprünglich diesem siebenfältigen zuströmenden oder herausströmenden Lebensfluss. Die sieben Planeten, die wir heilig nennen, sind jene, die sozusagen die Upādhis (Überbringer, Träger) der sieben Sonnenkräfte zu uns darstellen. Sie sind alle in diesem einen Sinn des Ausdrucks »höher« als die Erde, obwohl die Erdkette die gleichen wechselseitigen Funktionen auf diese anderen Planetenketten ausübt. Sie versehen die Erde mit spirituellen, intellektuellen, psychischen, astralen und vitalen und sogar mit physischen Kräften und überwachen so in gewisser Weise unser Schicksal. Sie sind alle aufs Engste mit der menschlichen Rasse und mit der Entwicklung aller Wesenheiten jedweden Grades oder jedweder Klasse verbunden.

HPB drückt dies so aus:14

Der nächste Schritt wird für die modernen Astronomen sein, zu entdecken, dass nicht nur ein Wechsel der atmosphärischen Temperatur, die die Konjunktionen von Planeten begleitet, die menschlichen Schicksale beeinflusst, sondern eine weit bedeutendere und okkulte Kraft, nämlich die magnetische Sympathie zwischen den verschiedenen Planetenkörpern. Die Astrologie mag unter dem Einfluss der verbesserten modernen Wissenschaft in Missachtung geraten sein, aber die Zeit wird zweifellos kommen, da sie erneut die ihr gebührende Aufmerksamkeit auf sich ziehen und ihre alte Würde als eine edle Wissenschaft zurückgewinnen wird.

Die gestaltenden Energien dieser heiligen Planeten wirken gemeinsam mit dem allgemeinen Feld der Kräfte und Energien, die das ganze Universum der Sterne uns übermittelt, und werden durch dieses verstärkt. Das heißt natürlich nicht, dass die Planetenkette der Erde keine eigene Individualität besäße, denn sie hat sie. Aber diese Individualität kann sich in dem Planeten nur durch ein Laya-Zentrum verkörpern, wenn sie Hilfe beim Aufbau und bei der Gestaltung erhält. Diese Hilfe wird durch die verschiedenen Einflüsse zur Verfügung gestellt, die ihr sowohl von den heiligen Planeten als auch von dem Ozean der Energien und Kräfte, in dem sie »badet«, übermittelt werden; und dieser Ozean ist der Ausfluss oder die gesamte Emanation der Sternenschar.

Beim menschlichen Körper ist es das Gleiche: Er erhält und verkörpert in sich durch die Emanationen anderer menschlicher Wesen eine bestimmte Materialmenge, die er teils durch Endosmose und teils durch Nahrungsaufnahme absorbiert. Trotzdem wird er hauptsächlich aus der aus dem reinkarnierenden Ego ausfließenden Substanz-Energie aufgebaut oder gebildet. Ähnlich handelt eine Planetenkette oder ein Globus. Seine Hauptsubstanz oder seine Atome, seine Hauptzusammensetzung kommt aus ihm selbst durch das Laya-Zentrum. Aber er zieht andere Energien und Atome in sich hinein, die aus seiner Familie der heiligen Planeten fließen, deren karmisches Schicksal eng auf das seine abgestimmt ist. Genau diese besonderen Planeten unter den vielen (meistens unsichtbaren) Planetenscharen innerhalb des universalen Sonnensystems bilden unsere Sonnenfamilie. Diese Sonnenfamilie bildet eine größere Planetenkette, um die und durch die und in der die Lebenswoge in ihren äußeren Runden wandert. (Die innere Runde findet auf jeder Kette statt, die aus ihrem einen physischen Globus und den anderen elf Globen aufgebaut ist.)

Wir beziehen uns hier nicht nur auf die physischen Körper der sieben heiligen Planeten – ohne Zweifel besitzt jeder physische Globus seine eigenen sogenannten astronomischen Kräfte, wie Gravitation und Magnetismus –, sondern insbesondere auf die inneren Kräfte und Einflüsse, die aus den beseelenden Gottheiten dieser Planetenketten emanieren. Im Falle unserer Erde: Obwohl der Globus natürlich selbst Leben besitzt – die vitale kohäsive und in der Tat repulsive Kraft, die ihn zusammenhält und die seine verschiedenen chemischen und anderen Phänomene hervorbringt –, sind es nichtsdestoweniger die prāṇischen Energien seines Planetengeistes, die ihn beseelen. Daher ist das Leben jedes individuellen Globus letztlich die vitale Manifestation seines Planetengeistes, der den Globus erfüllt, weil der alles durchdringende Lebensfluss aus dem Planeten emaniert und auch Energien von spirituellem, psychischem und intellektuellem Charakter enthält.

In ihrem gelehrten Artikel mit dem Titel »Verehrung von Sternen-Engeln« sagt HPB:15

Jeder Planet ist entsprechend der esoterischen Lehre in seiner Zusammensetzung eine Siebenzahl wie der Mensch in seinen Prinzipien. Das heißt, der sichtbare Planet ist der physische Körper des siderischen Wesens, dessen Atma oder Geist der Engel oder Rishi, oder Dhyan-Chohan, oder Deva, oder wie immer wir ihn auch nennen wollen, ist. Dieser Glaube, wie die Okkultisten es sehen, … ist durch und durch okkult. Er ist ein Lehrsatz der Geheimlehre – minus seines vergötternden Elements – rein und einfach.

Einer der Hauptgründe, warum die sieben oder vielmehr zwölf Planeten heilig genannt werden, ist der, dass sie als Individuen die Wohnsitze der zwölf im Wesentlichen spirituellen Kräfte sind, die als die kleineren Logoi aus dem höchsten Logos unserer Sonne emanieren. Wie in früheren Kapiteln gezeigt wurde, gibt es zwölf Hauptstrahlen oder Kräfte, die unsere Sonnenkette, ihren Träger, erschaffen und beleben; und sie sind die zwölf kleineren Logoi unseres Sonnensystems. Jeder dieser Logoi ist daher der Rektor, der spirituelle Genius, der Erzengel, wenn Sie wollen, eines der zwölf heiligen Planeten und benützt diesen Planeten als sein Haupt-»Nervenzentrum«.

Das nachfolgende Diagramm illustriert die Entsprechungen zwischen den heiligen Planetenketten und den Tierkreiszeichen einerseits und den zwölf Globen unserer eigenen Planetenkette auf ihren entsprechenden kosmischen Ebenen andererseits. Der Leser wird erkennen, dass die sieben heiligen Planeten – oder vielmehr fünf davon – sowohl auf den oberen drei kosmischen Ebenen als auch »reflektiert« auf den drei niederen angeordnet sind. Diese Art der Wiederholung dieser fünf Planeten täuscht mehr oder weniger. Sie ist jedoch auf der okkulten Tatsache gegründet, dass es zwar zwölf individuelle kosmische oder zodiakalische Magnetismen gibt, die in und durch unser Sonnensystem wirken; diese können jedoch genauer als sechs fundamentale Magnetismen angesehen werden, von denen jeder seinen positiven und negativen Pol besitzt, sodass jeder einzelne in Wirklichkeit dual ist. Die sechs drücken sich als die zwölf »manifestierten« Magnetismen aus. Da überdies jeder der heiligen Planeten das Haus oder das Hauptnervenzentrum eines dieser fundamentalen Magnetismen ist, die auch kleinere Logoi genannt werden, können diese heiligen Planeten in einem Diagramm doppelt wiedergegeben werden, d. h. die fünf positiven reflektieren ihre negativen, was zehn macht, fünf oberhalb und fünf unterhalb der vierten manifestierten kosmischen Ebene. Hier rühren wir an einen der Gründe, warum die Alten die Sonne und den Mond als Stellvertreter für zwei geheime Planeten betrachteten.

Geradeso wie die heiligen Planeten in Hinsicht auf unsere Erd-Planetenkette Welterbauer sind, in genau der gleichen Weise ist unsere Planetenkette ein Weltenherrscher, der besonders beim Aufbau und bei der Führung einer der anderen Planetenketten hilft. Er hilft aber auch ganz allgemein beim Aufbau und bei der Führung aller anderen Planetenketten unseres Sonnensystems.

Wirkung und Wechselwirkung herrschen überall in unserem solaren Kosmos vor. Alles darin ist miteinander verbunden und übt eine Wechselwirkung aus. Als ein Beispiel: Der Planet Mars wird durch seine besondere Gruppe von sieben oder zwölf Planetenketten aufgebaut, wobei er selbst der achte seiner Achtergruppe ist; und unsere Erdkette ist eine von diesen. Es gibt andere ähnliche Gruppen von heiligen Planeten, die aus sichtbaren und unsichtbaren Planeten gebildet werden und zu unserem universalen Sonnensystem gehören. In diesen Gruppen von Ketten ist weder unsere Erde noch ein beliebiges anderes Mitglied der Familie der heiligen Planeten eine spezifische Einheit, obwohl sie natürlich allgemein zu allen Gruppen der das universale Sonnensystem zusammensetzenden zwölf gehören. Unsere Sonne ist nur eine von verschiedenen anderen Sonnen in unserem universalen Ei Brahmās, und diese anderen Sonnen – jede mit ihrer eigenen Familie von Planetenketten – sind für uns unsichtbar, weil sie sich auf anderen Ebenen des universalen Sonnensystems befinden.

Was Uranus und Neptun betrifft: Uranus ist ein Mitglied des universalen Sonnensystems. Er gehört aber nicht zu unserem Sonnensystem, obwohl er als ein echter Planet, sowohl seinem Ursprung als auch seiner Bestimmung nach, eng mit unserer Sonne verknüpft ist. Nur in einem Sinne kann Uranus als ein Mitglied unseres Sonnensystems angesehen werden; dieser Aspekt ist rein astronomisch: weil Uranus mit den Umläufen seines physischen Globus rund um die Sonne unter dem Einfluss unseres Systems steht.

Neptun andererseits ist aufgrund seines Ursprungs in diesem Sonnen-Manvantara weder ein Mitglied unseres Sonnensystems noch des universalen Sonnensystems. Wie ich in meinen Fundamentals of the Esoteric Philosophy erklärt habe, ist er das, was ein Einfang genannt wird. Dieses Ereignis änderte in einem gewissen Sinne die ganze Natur des universalen Sonnensystems. Er wird bei uns bleiben, bis für ihn die karmische Zeit gekommen ist, uns zu verlassen.16 Er ist in demselben Sinne eingefangen worden, wie einige der Planeten Monde eingefangen haben. Wir können sagen, dass in weit entfernten Äonen ein Komet, der sich der richtigen planetarischen Evolutionsstufe genähert hat, die Gravitationskraft des universalen Sonnensystems auf seiner eigenen Ebene, auf der er eingefangen werden kann, nah genug passierte, und dass er aufgrund der Wechselwirkung verschiedener Kräfte in eine Umlaufbahn um die Sonne gelangte. Lange Äonen später entdeckten ihn dann unsere Astronomen und nannten ihn Neptun! Es ist korrekt, Neptun als solch einen eingefangenen Kometen anzusehen. Der Planet Pluto ist ebenfalls ein Einfang.

Nun, wie früher erwähnt, sind Kometen lediglich die erste Stufe in der Evolutionsgeschichte aller Planeten und deshalb auch aller Sonnen; weil es planetarische Kometen, solare Kometen und kosmische Kometen gibt, d. h. Kometen, die Planeten rund um eine Sonne werden, und Kometen, die Sonnen werden.

Da Neptun ein Einfang ist, hat er keine direkte Verbindung mit den zwölf Häusern unseres Tierkreises nach der Art der echten Planeten unseres Sonnensystems. Trotzdem beeinflusst Neptun das System als ein Ganzes sehr stark, und er wird dies so lange tun, wie er einer der die Sonne umkreisenden Körper bleibt. Er ändert nicht nur die gesamte Polarität des Systems, er wirkt auch allein durch diese Tatsache auf alles innerhalb des Sonnenkosmos ein. Er übt daher, astrologisch gesprochen, einen Einfluss auf alle Menschen, auf alle Wesen und Dinge auf der Erde aus. Es ist aber ein Einfluss »von außen«, obwohl er natürlich streng karmisch ist. Neptun ist eine siebenfache (oder zwölffache) lebende Wesenheit, durch deren Venen dasselbe kosmische Lebensblut strömt wie durch unsere. Er ist eine Planetenkette wie alle anderen Himmelskörper, aber wir sehen nur den einen Globus seiner Kette, der sich auf derselben Wahrnehmungsebene befindet wie wir.

So sehen wir also, wie alle Planetenketten im ganzen Sonnensystem, ob unser eigenes oder das universale, zusammenarbeiten, sich gegenseitig helfen, und wie sie sich in einem einzigen Sonnenreich wechselseitig aufbauen – alle bilden ihr gemeinsames Schicksal aus. Unser Sonnensystem ist tatsächlich durch und durch mit Leben angefüllt: ein lebender Organismus, eine organische Wesenheit.

Das Wesen und die Eigenschaften der Planeten

Denn selbst große Adepten (natürlich die initiierten), so geübte Seher sie auch sein mögen, können nur behaupten, dass sie die Natur und Erscheinung von Planeten und deren Bewohnern, die unserem Sonnensystem angehören, vollständig kennen. Sie wissen, dass nahezu alle Planetenwelten bewohnt sind, aber sie können – selbst im Geiste – nur zu jenen unseres eigenen Systems Zutritt haben; und sie wissen auch, wie schwierig es selbst für sie ist, sich auch nur auf jene Bewusstseinsebenen innerhalb unseres Systems vollständig einzustellen, welche sich von den auf diesem Globus möglichen Bewusstseinszuständen unterscheiden, d. h. auf die Bewusstseinsebenen der drei Ebenen der Sphärenkette über unserer Erde. Eine solche Kenntnis und ein solcher Verkehr sind für sie möglich, weil sie es gelernt haben, zu Bewusstseinsebenen vorzudringen, die für die Wahrnehmungen gewöhnlicher Menschen verschlossen sind, aber sollten sie ihr Wissen mitteilen, so würde die Welt nicht weiser sein, weil es den Menschen an Erfahrung anderer Wahrnehmungsformen fehlt, die allein sie befähigen könnten, das zu verstehen, was ihnen gesagt würde.

SD II, 701; GL II, 741

Jeder Planet steht innerlich auf einer anderen Evolutionsstufe und hat gegenüber jedem anderen Planeten eine andere spirituelle Eigenschaft. Er steht grundsätzlich auf seiner eigenen spirituellen Ebene und diese wird während seines ganzen evolutionären Laufs auf seiner gegenwärtigen Wanderschaft unverändert bleiben. Aber außerdem kann ein Planet in seiner evolutionären Phase einem anderen voraus oder hinter ihm sein, obwohl er seinem Wesen nach spirituell höher oder tiefer stehen mag.

So gibt es also zwei Betrachtungsweisen des evolutionären Fortschritts: eine, wenn wir uns auf eine ältere Planetenhierarchie mit größerer kosmischer Erfahrung beziehen, und die andere, wenn ein Planet in Betracht kommt, der zwar jünger an kosmischer Erfahrung ist, in seiner gegenwärtigen Verkörperung aber im Vergleich zur Zahl der bereits absolvierten Runden weiter fortgeschritten sein kann. Man sagt uns zum Beispiel, dass Jupiter seinem Wesen oder seinem Alter nach an kosmischer Erfahrung spirituell weiter fortgeschritten sei als der Planetengeist der Erde oder des Mars. Und doch ist Jupiter in diesem Sonnen-Manvantara in seiner gegenwärtigen Verkörperung in seinem Zyklus von sieben Runden weniger fortgeschritten als die Erde in ihrem eigenen Zyklus. Die Erde wiederum ist im Vergleich zu Mars in der Hauptsache ein dichterer Planet, und in der Evolution steht sie auch auf einem niedrigeren oder materielleren Punkt ihres eigenen planetarischen Zyklus als Mars in seinem planetarischen Zyklus.

Venus hat in diesem Sonnen-Manvantara eine weit größere Anzahl von Runden hinter sich gebracht als die Erde und ist daher in diesem Sinne weiter fortgeschritten. Aber der Planetengeist der Erde ist trotzdem spirituell weiter fortgeschritten, weil er der Anzahl der kosmischen Manvantaras nach älter ist.

Die Grundregel lautet wie folgt: Je näher ein Planet der Sonne steht, desto weiter ist er in seiner Evolution fortgeschritten, und folglich sind seine Lebewesen, die er trägt, um so weiter evolviert. Je weiter die Planeten von der Sonne entfernt sind, desto etherischer und in einem gewissen Sinn desto spiritueller sind sie. Aber in ihren entsprechenden Planeten-Manvantaras sind sie weniger evolviert.

Deshalb ist Mars etherischer als die Erde; Jupiter mehr als Mars; Saturn mehr als Jupiter. Aber Jupiter ist in seiner planetarischen Evolution weiter evolviert als Saturn; Mars weiter als Jupiter; die Erde weiter als Mars; und Venus weiter als die Erde.

Der Grund dafür ist, dass die Sonne zwar der Träger eines Gottes, aber auch in ihrem physischen Ausdruck der wahre Brennpunkt der Lebenskraft des Sonnensystems ist. Folglich ist sie der Ort, wo der Lebenspuls am stärksten schlägt. Wir beobachten dies auch bei den Menschen: Wo die Gesundheit physisch am robustesten im animalischen Sinn des Wortes ist, nimmt die Spiritualität gewöhnlich ab. Die Analogie ist nicht genau, aber sie wird die allgemeine Idee wiedergeben. Deshalb bedeutet eine zu enge Nachbarschaft zur Sonne, mit der physischen Vitalität überflutet zu werden, welche die Sonne aus ihrem niedrigsten Teil unerschöpflich ausströmt.

Die »Menschen« auf der Venus sind zum Beispiel viel intelligenter als die Menschen auf der Erde, aber sie sind nicht so spirituell und auch nicht so etherisch – und etherisches Wesen und Spiritualität bedeuten nicht unbedingt dieselbe Sache. Venus befindet sich in ihrer letzten Runde und darum ist sie, obwohl sie der Sonne näher steht als die Erde, weniger dicht, weil sich ihre Substanz langsam dematerialisierte, während sich der Planet auf dem aufsteigenden Bogen seiner Evolution bewegte.

Wir können den Planet Venus deutlich sehen (obwohl er sich in seiner siebten Runde befindet, während wir nur in unserer vierten Runde sind), weil sich der physische Körper der Venus auf unserer kosmischen Ebene befindet, obwohl in der ersten Unterebene oder in dem höchsten zu unserer Ebene gehörenden Zustand der Materie. Erinnern wir uns, dass jede kosmische substanzielle Ebene in sieben Unterebenen unterteilt ist. Wir alle sind auf der siebten oder niedrigsten kosmischen Ebene; aber wir von der Erde befinden uns auf ihrer vierten Unterebene.

Wenn wir von diesem Erdglobus D aus von der Venus sprechen, sprechen wir natürlich von Globus D der Venuskette – jenem Globus, den wir sehen können. Da sich die Venus nahe am Ende ihres Globen-Manvantara befindet und schon ein wenig selbst leuchtet, ist die Wurzelrasse, die zu dieser Zeit auf Globus D der Venus evolviert, entweder die sechste oder siebte ihrer gegenwärtigen siebten Globenrunde.

Die Feststellung, dass die Venus materieller als die Erde ist, muss in dem Sinn aufgefasst werden, dass sie ein jüngerer Planetengeist ist. Damit soll nicht nur ein Unterschied zwischen dichter Materie und Ether bezeichnet werden – obwohl natürlich die Materie, in die sich ein Planetengeist einhüllt, seinem Evolutionsstadium entspricht. Die Venus ist dichter als die Erde, ihre Menschengeschlechter sind jedoch, was die höheren manasischen Eigenschaften betrifft, weiter evolviert.17 Andererseits ist sogar die Materie, aus der Globus D der Venus aufgebaut ist, etherischer als die Materie von Globus D der Erdkette, da sich die Venus in ihrer siebten Runde befindet und die Erde in ihrer vierten Runde. Im Grunde genommen ist die Erde älter als die Venus; und daher ist sogar die dichteste Materie der Erde jetzt etherischer als die dichteste Materie der Venuskette, als die Venus in ihrer vierten Runde war.

Wenngleich sich die Venus in ihrer siebten Runde befindet, bedeutet dies nicht, dass die Lebenswogen auf allen Globen der Venuskette in der siebten Runde sind. So sind zwar die Lebenswogen, die auf den Globen A, B und C kreisen, und zweifellos auf einem oder zweien der höheren Globen, in ihrer siebten Runde; trotzdem sind sowohl die Lebenswogen der Globen E, F und G der Venuskette als auch ihre höchsten Globen noch nicht in ihrer siebten Runde, weil die Lebensenergien der siebten Runde der Venuskette die volle Runde noch nicht vollendet haben. Sie haben nur die Globen des absteigenden Bogens durchlaufen und Globus D der Venuskette erreicht.

Wenn die Erde und ihre Bewohner die siebte Runde erreicht haben werden, werden sie spirituell etwas höher stehen und etherischer sein als der Planet Venus und seine Bewohner heute. Aber, relativ gesprochen, werden die Menschen auf der Erde in jener weit entfernten zukünftigen Zeit etwas weniger intelligent sein, als es die Bewohner der Venus heute sind. Intelligenz wird durch die ausgewogene Verbindung von Geist mit Materie gewonnen; dann wird Manas, das Kind, aus dem in Geist und Materie latent enthaltenen und innewohnenden Element geboren.

Mehrere Astronomen haben zu verschiedenen Zeiten Lichtflecken auf der Venus festgestellt und sie müssen ganz ausgezeichnete Beobachter gewesen sein. Es ist auch durch ihre Kritiker festgestellt worden, dass solche Lichter, wenn sie tatsächlich gesehen werden könnten, weder von der Sonne stammen noch reflektiertes Licht sein könnten, sondern dass sie einem seltsamen Ereignis auf oder im Planeten selbst entspringen müssten. Das ist wahr, denn es gibt auf der Venus Bereiche, in denen man eines Tages wahrscheinlich künstliche Beleuchtung entdecken wird.

Darüber hinaus emaniert Venus, da sie sich in ihrer letzten oder siebten Runde befindet, ein aurisches Licht, das für unsere Augen sichtbar ist. Einige Astronomen haben dies beobachtet; einige haben versucht, seine Möglichkeit zu leugnen, weil sie es nicht erklären können. Dieses Licht kommt jedoch nicht von ihren »gottähnlichen« Bewohnern – gottähnlich können sie nur aus Höflichkeit genannt werden –, die intellektuell viel gottähnlicher sind als wir, obwohl sie gröber sind. Die »Phosphoreszenz« entsteht durch die eigene Lebenskraft des Planeten. Die Erde wird gegen Ende ihrer siebten Runde wahrscheinlich etwas mehr leuchten als heute die Venus.

Jede eigenständige Wesenheit von einem Atom bis zu einem Gott, einschließlich sämtlicher Wesenheiten auf der Erde und auf den anderen Planeten sowie auf und in den Sonnen, sind in der Tat von einer aurischen Atmosphäre umgeben, die von jenen als Licht gesehen werden kann, die die Wahrnehmungsfähigkeit dazu entwickelt haben. Die bloße Tatsache, dass wir dieses Licht nicht sehen können, berechtigt uns nicht, seine Existenz zu leugnen. Die strahlende Sonne ist ein Beispiel für einen Himmelskörper, dessen Licht wir sehr gut gewahr werden. Überdies würde jeder Mensch, hätten wir die Augen dafür, ihn so wahrzunehmen, wie ein Lichtkörper erscheinen – Licht, das sich aus jedem Teil seines Körpers ausbreitet, aus seinen Augen leuchtet, sich aus seinem Mund, aus jedem Zoll seiner Haut ergießt. Auf die gleiche Weise ist jeder Planet von einem aurischen Licht umgeben. Sogar der Mond, der ein toter Körper ist, ist von seinem eigenen phosphoreszierenden Licht umgeben, genauso wie verwesende Substanz manchmal phosphoresziert, obwohl dies gewöhnlich einigen anderen Ursachen zugeschrieben wird. Wie dem auch sei, jede eigenständige Wesenheit strahlt zu jeder Zeit Energie aus und Licht ist nur eine Form der Energie. Könnten wir diese Energie visuell wahrnehmen, würden wir Licht sehen.

Hier wird man an das alte buddhistische Sprichwort erinnert:

Die funkelnde Venus erzittert in der Ferne
Der Erde Höheres Selbst, und
Mit einem Finger nur berührt sie uns.

Die Venus ist ein sehr interessanter Planet. Vermutlich ist sie mit der Erde in mehrfacher Weise am engsten verbunden; und es wurde gesagt, dass, wo immer die Venus hingeht, die Erde auch hingeht, und umgekehrt. In der Geheimlehre (SD II, 30–31; GL II, 33–35) kommt dies so zum Ausdruck:

Venus ist der okkulteste, mächtigste und geheimnisvollste aller Planeten; derjenige, dessen Einfluss auf die und dessen Verwandtschaft zur Erde am allerbedeutendsten ist. …

Nach der okkulten Lehre ist dieser Planet der Hauptplanet unserer Erde und ihr geistiges Vorbild. …

»Jede auf Erden verübte Sünde wird von Usanas-Sukra empfunden. Der Guru der Daityas ist der Schutzgeist der Erde und der Menschen. Jede Veränderung auf Sukra wird auf der Erde gespürt und von ihr widergespiegelt.«

Beim Nachdenken über den evolutionären Status der Planeten sollten wir Spiritualität nicht mit etherhaftem Wesen verwechseln. Etherische Dinge gehören zur Materie, spirituelle Dinge gehören zum Geist. Die Bewohner der Erde sind spiritueller als die Bewohner des Saturn und des Jupiter, weil sie evolvierter, auf dem Pfad weiter vorangeschritten sind, obwohl die Saturn- und Jupiterbewohner viel etherischer sind als wir. Unsere Menschheit und unsere Erde befinden sich auf dem aufsteigenden Zyklus. Sie beginnen den leuchtenden Bogen. Deshalb werden wir und die Erde in dem Maße, in dem wir beide an Spiritualität zunehmen, ebenso auch dem Sinne nach etherischer werden.

Diese Bemerkungen werden vom Standpunkt der unterschiedlichen Positionen in der Evolution aus gemacht, die die verschiedenen Planeten auf der Evolutionsskala einnehmen. Es gibt auch noch eine andere Betrachtungsweise die Planeten betreffend, nämlich was wir ihre essenzielle Spiritualität nennen können. So mögen Saturn oder Jupiter eigentlich einen spirituelleren Svabhāva aufweisen als die der Sonne näher stehenden Planeten, obwohl letztere, wie gesagt, evolutionär weiter vorangeschritten sind. Es verhält sich etwa so wie bei zwei Menschen: Der eine, dessen Svabhāva weniger spirituell ist, mag sich nichtsdestoweniger in seiner eigenen Evolution auf einem kleineren aufsteigenden Bogen befinden, während der seinem Wesen nach spirituellere Mensch auf seinem Evolutionslauf etwas absteigt.

Wie gesagt, die Grundregel lautet, dass ein Planet physisch umso gröber und dichter ist, je näher er der Sonne steht. Wenn aber ein innerer Planet weniger dicht ist als ein äußerer Planet, so bedeutet dies, dass der innere Planet einen fortgeschritteneren Punkt in seiner planetarischen Evolution erreicht hat. Weiterhin bewegen sich die Planeten mit zunehmendem Alter näher zur Sonne hin. Obwohl die Sonne der Wohnort eines Gottes ist, so ist trotzdem, was die Materie betrifft, ihre vital magnetische und elektrische Kraft im Vergleich zu den relativ winzigen Körpern der Planeten so enorm, dass ihre Lebenskraft allein auf Grund ihrer bloßen Größe die Planetenkörper gröber macht.

Erinnern Sie sich bitte daran, dass unsere physische Sonne jener Globus der Sonnenkette aus zwölf Globen ist, der unserem Globus D der Erdkette entspricht. Die Substanz dieser physischen oder Vierte-Ebene-Sonne ist die Prakṛiti dieser kosmischen Ebene in ihren drei höchsten Unterebenen oder Elementen; mit anderen Worten, das Herz unserer sichtbaren Sonne ist ein Teil der Muttersubstanz dieser untersten kosmischen Ebene. Dieses Herz ist von ihrem Substanzen-Schleier umgeben, und dieser ist wiederum von seinem Substanzen-Schleier umgeben – dem dritten auf der absteigenden Skala. Und dieser letzte Schleier ist der blendende aurische Stoff, der die Sonne umgibt. Wir können eine Analogie zwischen den drei Sonnensubstanzen und den drei höchsten Prinzipien im Menschen feststellen: So entspricht das Herz unserer Sonne unserem Ātman, ihr Schleier unserer Buddhi und der nächst tiefere Schleier unserem Manas.

Alle Planeten durchlaufen ihre Phase der materiellen Existenz, haben ihre Versuchung, genauso wie wir auf der Erde sie gehabt haben und haben werden. Je höher ein Planet auf der Existenzleiter steht, desto geringer sind natürlich die Umwege und gewundenen Pfade, denen die Wesenheiten auf ihrer langen Pilgerschaft folgen. Es hat jedoch auch Planeten gegeben, deren Menschengeschlechter »versagt« haben in dem Sinne, dass solche Planeten mit ihren wimmelnden Menschengeschlechtern das Ziel nicht erreicht haben und rückwärtsgegangen sind – es war Karma, ein Teil ihrer evolutionären Entfaltung. Aber dies sind sehr seltene Fälle.

Merkur taucht gerade aus der Verdunkelung auf, um seine letzte oder siebente Runde zu beginnen. Dieser Planet ist noch geheimnisvoller als Venus, und von vielen Völkern der Antike wurde er sehr eng mit den Nach-Todes-Lehren der Mysterien verknüpft. Der Sanskrit-Name für Merkur ist Budha (Weisheit). Die Griechen nannten diesen Planeten Hermes, er war der besondere Wächter der Mystiker und der »Führer der Seelen« zur Unterwelt.18

Die Geheimlehre (SD II, 44–45; GL II, 48) enthält diese aufschlussreiche Stelle:

Die Menschen des Budha (des Merkur) sind infolge ihrer Weisheit metaphorisch unsterblich. Das ist der gemeinsame Glaube jener, die annehmen, dass jeder Stern oder Planet bewohnt ist. … Da der Mond ein niedriger stehender Körper ist – sogar der Erde gegenüber, geschweige gegenüber anderen Planeten, so können die von seinen Söhnen – den Mondmenschen oder »Mondvorfahren« – aus seiner Schale oder seinem Körper hervorgebrachten irdischen Menschen nicht unsterblich sein. Sie können nicht hoffen, wirkliche, selbstbewusste und intelligente Menschen zu werden, wenn sie nicht sozusagen von anderen Schöpfern vollendet werden. So ist in der purânischen Legende der Sohn des Mondes (des Soma) Budha (Merkur), der »Intelligente« und der Weise, weil er der Spross ist von Soma, dem »Regenten« des sichtbaren Mondes, nicht von Indu, dem physischen Mond. Somit ist Merkur der ältere Bruder der Erde, metaphorisch – ihr Stiefbruder, sozusagen, der Spross des Geistes – während sie (die Erde) der Spross des Körpers ist.

Der intramerkurielle Planet Vulcan, wie die Astronomen diesen hypothetischen Körper genannt haben, hat seine Umlaufbahn zwischen Merkur und der Sonne. Nach den Lehren der Esoterik wurde er während der dritten Wurzelrasse nach dem Fall des Menschen in die physische Fortpflanzung so gut wie unsichtbar. Da wir jetzt auf dem aufsteigenden Bogen den Grad der Ebenen-Evolution erreicht haben, der demjenigen der dritten Wurzelrasse entspricht, sollte sich der Planet Vulcan in einer relativ kurzen zyklischen Periode wieder zeigen. Sogar heute kann er, obwohl er aufgrund dessen, was wir sein etherisches Wesen nennen mögen, im Allgemeinen unsichtbar ist, unter günstigen Umständen mit einem Teleskop gesehen werden, wie er die Sonnenscheibe überquert.

Am 26. März 1859 beobachteten Astronomen einen dunklen Körper, der die Sonne überquerte. Dieser Körper wurde jedoch seitdem nicht mehr gesehen. Dennoch gibt es andere Gründe, wie die Perturbationen in den orbitalen Elementen des Merkur, die einige Astronomen davon überzeugt haben, dass tatsächlich ein intramerkurieller Planet existiert. Vulcan ist in einem gewissen Sinne der psychologischste der sieben heiligen Planeten, wenn auch nicht der mit der geringsten Dichte.

Was den Planeten Mars betrifft, so ist seine physische Sphäre jünger als die der Erde; aber gegenwärtig befindet er sich in Verdunkelung. Es ist mehr als ein bloßer »Schlaf«, denn die große Schar seiner Lebewesen hat sich auf die höheren Globen der Planetenkette des Mars hinaufgeschwungen. Als sein Globus D sich verdunkelte, wurden jedoch gewisse Wesen dort zurückgelassen. Diese sind die Śishṭas, die »Dagebliebenen«, d. h. jene, die als die Lebenssamen auf jedem Planeten so lange dienen, bis die zurückkehrende Lebenswoge im nächsten Globen-Manvantara diese wartenden und für ihre Verwendung bereiten Körper finden wird. Gegenwärtig haben die Lebensessenzen der Planetenkette des Mars ihren physischen Globus D verlassen. Sie haben ihre dritte Runde auf ihm beendet und sind auf ihre anderen Globen gegangen. Es gibt ein Geheimnis, was den Mars anbelangt, und deshalb erwähnt HPB an einer bestimmten Stelle19 über die sieben heiligen Planeten nur vier (Saturn, Jupiter, Merkur und Venus) und weist lediglich auf drei weitere hin. Wie die Sonne und der Mond Stellvertreter für zwei geheime Planeten sind, so gehört Mars – bis zu einem gewissen Ausmaß – in dieselbe Kategorie.

Häufig wird gefragt, ob es Leben auf den verschiedenen Planeten unseres Sonnensystems gibt, d. h. verschiedene Naturreiche, die den Naturreichen auf der Erde entsprechen. Wie könnte es so etwas wie Materie ohne Leben geben; wie könnten die Einzelbestandteile einer beliebigen Wesenheit oder eines Dinges zusammenhalten, wenn es nicht eine vereinigende und kohäsive Energie gäbe – und diese Energie ist Leben. Materie für sich ist kondensiertes Leben, konkretisierte Elektrizität, und Elektrizität ist nur eine Form des Lebens. Es gibt nirgendwo leblose Substanz. Es gibt nicht zuerst Materie und dann Leben als eine zerbrechliche Frucht der Materie. Leben kommt vielmehr zuerst, universales Leben; und Materie kommt nur gelegentlich wie ein Pilz zum Vorschein.

Auf unserem kleinen Staubhaufen, den wir Erde nennen, sehen wir nichts als Materie, die in Wirklichkeit das unsubstanziellste Ding ist, das der Intellekt feststellen kann. Wir geben ihr die erste Stelle als die Grundlage des Universums, wogegen Materie in voller Wahrheit nur eine vorübergehende Lebensphase ist. Schauen wir uns an, was Materie ist: größtenteils Löcher, leere Räume, unbewohnte Räume, ein bloßes Spiel kosmischer Energien, Schaum auf den Wassern des Raumes, so kurzlebig wie unbeständig. Leben-Bewusstsein-Substanz, die kosmische Triade, ist eines: nicht drei Dinge, nicht drei essenzielle Wesenheiten, sondern eine mit drei Gesichtern.20

Auf allen Planeten gibt es Lebensphasen, geradeso wie es sie hier auf unserem eigenen Planeten, der Mutter unserer physischen Körper, gibt. Auf jedem einzelnen von ihnen gibt es eine fortlaufende Reihe aufsteigender Grade von Wesenheiten oder wird es sie geben: drei Elementalreiche, ein Mineralreich, etwas, was unserem Pflanzenreich entspricht und gleichfalls unserem Tierreich, und auf einigen Planeten ein dem menschlichen entsprechendes Reich. Denn Leben gibt es überall, weil es die reine Grundlage der Dinge ist: Es ist Gravitation, es ist Kohäsion, Gedanke, Körper, Geist, Seele, Ego – es ist alles. Die Geheimlehre (SD I, 133; GL I, 157–158) drückt dies so aus:

Die Weigerung, im ganzen Sonnensystem irgendwelche anderen vernünftigen und intellektuellen Wesen außer uns selbst auf der menschlichen Ebene gelten zu lassen, ist die größte Selbstüberhebung unserer Zeit. Das Einzige, was die Wissenschaft zu behaupten das Recht hat, ist, dass es keine unsichtbaren Intelligenzen gibt, die unter denselben Umständen leben wie wir. Sie kann nicht kurzweg die Möglichkeit ableugnen, dass es Welten innerhalb von Welten gebe, unter Bedingungen, die gänzlich verschieden sind von jenen, die die Natur unserer Welt ausmachen; noch kann sie leugnen, dass eine gewisse beschränkte Kommunikation zwischen einigen dieser Welten und unserer eigenen möglich ist.

Und wieder im zweiten Band auf Seite 702 (II, 742):

Nachdem kein einziges Atom im ganzen Kosmos ohne Leben und Bewusstsein ist, um wie viel mehr müssen seine mächtigen Kugeln mit beiden erfüllt sein – obwohl sie versiegelte Bücher bleiben müssen für uns Menschen, die wir kaum auch nur in das Bewusstsein der uns zunächst stehenden Lebensformen eindringen können?

Die Menschen sind viel zu sehr geneigt, sich vorzustellen, dass Leben auf anderen Planeten (wenn seine Existenz anerkannt wird) genauso wie auf Erden sei, sodass die »Menschen« auf Jupiter zum Beispiel Körper aus menschlichem Fleisch besäßen und unsere besondere Art von Luft atmen würden. Aber ein klein wenig Nachdenken zeigt, dass eine solche Schlussfolgerung absurd ist. Die Bewohner der anderen Planeten – jene, die gegenwärtig bewohnt sind – müssen Formen haben, die streng auf ihren besonderen Planeten bezogen und durch Evolution für ihn passend sind. Sie würden in der Tat sehr verschieden sein, und wir würden diese Wesen nicht so leicht als intelligent, sensitiv und im Besitz von Bewusstsein bezeichnen. Einige mögen flach, einige kugelförmig und einige groß sein. Die Bewohner des Merkur haben vielleicht die größte Ähnlichkeit mit uns, während jene des Jupiter sich wahrscheinlich der Form nach von uns am meisten unterscheiden. Die Bewohner der Venus, die gegenwärtig ein bewohnter Planet ist, sind Paare (doubles) von eiförmiger Gestalt. Die Venus steht höher als die Erde, sowohl der Natur als auch der Spiritualität nach. Die Bewohner einiger Planeten bewegen sich schwebend, während sich jene auf anderen Planeten unserer Sonnenfamilie überhaupt nicht bewegen. Sie sind feststehende Wesen, etwa wie die Bäume bei uns, und doch sind sie hoch intelligente, bewusste Wesen.

Die Bewohner anderer Planeten würden uns wie Ungeheuer erscheinen, einfach, weil unser Verständnis zu schwach ist, um ihre evolutionäre Geschichte zu begreifen – und in der Tat kennen wir bis zu einem gewissen Grad nicht einmal unsere eigene evolutionäre Geschichte. Andererseits würden wir Menschen der Erde den Bewohnern des Merkur zum Beispiel wie entwickelte Tiere erscheinen, widerlich der Form nach und schrecklich in den Gepflogenheiten, für die wir unsere Fähigkeiten einsetzen.

Die Bewohner des Jupiter sind ihrer physischen Struktur und ihrem physischen Aufbau nach weit etherischer als jene der Erde oder der Venus, aber sie sind weit weniger evolviert als diese beiden. Wir könnten sie als luft- oder flammenförmig beschreiben, gewaltige Wesen, die genauso vollkommen auf ihrem eigenen Planeten zu Hause sind wie wir auf unserem. Die Bedingungen auf Jupiter sind derart, als würde auf einem Planeten beim Durchlaufen einer Evolutionsstufe das herrschen, was die Alten das »Feuerelement« genannt hätten. Er hat jedoch gegenwärtig jene Stufe fast vollendet und befindet sich nahe der kritischen Linie, die diese Stufe von dem Luftelement trennt.21

Es gibt im Zusammenhang mit Jupiter einige wunderbare Geheimnisse. Er ist einer der am wenigsten dichten Planeten unseres Sonnensystems und wird an physischer Etherhaftigkeit nur von Saturn übertroffen. Physisch gesprochen ähneln viele seiner Eigenschaften sehr jenen der Sonne. Jupiter ist tatsächlich eine kindliche Sonne im Sinne von »kleiner« Sonne. Es gibt eine Flüssigkeit auf Jupiter, jedoch von einer Art, die in unseren Laboratorien unbekannt ist. Wir müssten Alchimie studieren und ihre Prinzipien gut kennen, um die Eigentümlichkeiten dieser Jupiter-Flüssigkeit zu verstehen. Jupiters Atmosphäre ist sehr schwer und sehr dicht im Vergleich zu jener unserer Erde. Er hat einen relativ schweren Kern, aber von fluidalem Charakter.

Das Licht, das wir von Jupiter empfangen, ist fast vollständig reflektiertes Sonnenlicht; aber es kommt zu einem kleineren Grad auch von der leuchtenden Natur des Planeten. Dieses Leuchten rührt jedoch nicht von seinem weit fortgeschrittenen Zustand her, sondern von seinem feurigen Charakter. Mit anderen Worten, sein Selbstleuchten hat eine physische Ursache, während das Selbstleuchten von Planeten wie der Venus in einem gewissen Grad dem aurischen Licht entstammt, das sie selbst ausstrahlen.

In einem seiner Briefe an A. P. Sinnett22 spricht KH von dem mächtigen Einfluss einer Rāja-Sonne auf Jupiter; und dass diese Sonne nicht das ist, was Astronomen als einen physischen Körper ansehen würden. Könnten sie diese Sonne durch ihre Instrumente sehen, so würden sie diese als einen praktisch dimensionslosen Punkt erkennen – ein Laya-Zentrum, so weit wie die physische Ebene unseres Sonnensystems betroffen ist. Und doch ist diese Rāja-Sonne dem Volumen nach sehr viel größer als Jupiter. Ihre enge Beziehung zueinander hängt sehr stark mit der Frage der sogenannten »physischen Eigenschaften« der Oberfläche des Jupiter zusammen, besonders mit der dichten, verdeckenden »Dampfhülle«, die, wie die Astronomen annehmen, ihn umgibt.

Man sollte im Gedächtnis behalten, dass jeder Globus einer Planetenkette während seines Globen-Manvantara mit einem dichten Schleier meteorischen Staubes umgeben ist, der meistens aus sehr feinen, aber auch aus mehr oder weniger großen Körpern besteht. Nehmen Sie zum Beispiel Venus oder Merkur: Jeder ist mit seinem eigenen meteorischen Schleier umhüllt, der in einem gewissen Sinne als ein Puffer wirkt und so den Planeten schützt. Aus diesem Grunde sehen wir das wahre Gesicht der Venus oder des Merkur nicht. Globus D des Mars – den wir sehen – besitzt im Augenblick keinen derartigen Schleier, weil die Lebensessenz jener Planetenkette Globus D in Richtung auf ihre höheren Globen verlassen hat.

Der meteorische Schleier ist der Sitz sehr starker, unaufhörlich wirkender elektromagnetischer Kräfte. Dieser »meteorische Kontinent«, der unseren eigenen Globus umgibt, ist für etwa siebzig Prozent unserer Wärme verantwortlich. Kräfte emanieren aus dem Herzen der Sonne und erreichen den die Erde umkreisenden meteorischen Schleier und lassen die elektromagnetischen Ströme entstehen, die einen Teil unserer meteorologischen Erscheinungen erzeugen. Solche Ereignisse wie Stürme werden meistens durch die elektromagnetische Aktion und Reaktion zwischen dem eigenen Prāṇa oder den Lebenskräften der Erde und ihrem meteorischen Kontinent verursacht. Diese Tatsache wurde von KH in demselben Brief (S. 161) angesprochen, als er schrieb, dass »jede atmosphärische Veränderung und Störung auf den kombinierten Magnetismus der beiden großen Massen zurückzuführen ist, zwischen denen unsere Atmosphäre zusammengepresst wird.«

Es gibt eine enge Analogie zwischen der Spule eines Dynamos und der Erde, die innerhalb ihres sie umgebenden Kontinents aus kosmischem Staub wirbelt. Wie gesagt, die großen klimatischen Veränderungen der Erde, wie z. B. die Eiszeiten, sind direkt auf diesen Kontinent kosmischen Staubes zurückzuführen. Sogar solche Dinge wie starke Winde, elektrische Stürme oder schwere Regengüsse, die Nord- und Südlichter und die Temperaturschwankungen, können letztlich auf die elektromagnetischen Wechselwirkungen zwischen der Erde selbst und diesem sphärischen Kontinent oder Schleier aus meteorischem Staub zurückgeführt werden.

Die Geheimnisse in Bezug auf die wahre Natur, Struktur, Eigenschaften und Bewegungen der Planeten unseres Sonnensystems sind noch nicht entdeckt worden. Eines Tages werden die Astronomen feststellen, dass diese Bewegungen, wie sie jetzt verstanden werden, hauptsächlich māyāvi, illusorisch sind, so fremd dies auch klingen mag.

Asteroiden, Meteore und kosmischer Staub

Nicht alle intra-merkurischen Planeten und auch jene in der Umlaufbahn des Neptun sind schon entdeckt, obwohl man sie stark vermutet. Wir wissen, dass solche existieren und wo sie sich befinden und dass es zahllose »ausgebrannte« Planeten gibt, wie sie sagen – Planeten in Verdunkelung, wie wir sagen –, Planeten in Bildung, die noch nicht leuchten usw. … Die Wissenschaft wird von bestimmten Planeten Töne hören, ehe sie sie sieht. Das ist eine Prophezeiung.

The Mahatma Letters, S. 169–170

Welches wesen und welche Bestimmung haben die Asteroiden, die rund um die Sonne zwischen den Umlaufbahnen des Jupiter und des Mars kreisen? Kurz, sie sind die Reste toter Welten, obwohl es der Wahrheit näher kommt, zu sagen, die Reste einer toten Welt, eines toten Mondes, des Vaters einer damals zukünftigen Planetenkette. Die große Lücke zwischen Mars und Jupiter, die jetzt bis zu einem gewissen Grade durch die Asteroiden ausgefüllt ist, wird der Platz der Umlaufbahn eines Planeten sein, der sich gegenwärtig noch auf dem absteigenden Bogen befindet und aus den mehr etherischen und deshalb unsichtbaren Räumen auf diese physische Ebene unseres Universums hervorkommt. Im Verlaufe seiner Materialisation in einen physischen Planeten wird dieser neue Planet, der mehr oder weniger den anderen Planeten unseres Sonnensystems ähnelt, die meisten Asteroiden, wie sie jetzt existieren, einsammeln.

Nach menschlichem Maßstab bewegt sich die Evolution im Sonnensystem natürlich sehr, sehr langsam. Millionen von Jahren werden vergehen, ehe dieser zukünftige Planet zum ersten Mal in unserem physischen Universum als ein etherisch durchscheinender, etwa einem Kometen gleichender Körper wahrgenommen werden kann. Vor dieser Stufe wird er ein Komet sein, der langsam in einer elliptischen Umlaufbahn um die Sonne in den jetzt durch die Asteroiden besetzten Ring einmündet.

Ehe unsere Erde ihre erste Runde in dieser Planetenkette begann, fand auch sie ihre Umlaufbahn (jedoch etwas weiter von der Sonne entfernt als jetzt), die damals von einer großen Anzahl asteroider Körper, von winzigen Planeten, einige größer und einige kleiner, besetzt war. In vielen Fällen waren diese Körper Überbleibsel der Erde in einem früheren Manvantara, sogar bevor der Mond ein lebender Planet war.

Alle Meteoriten, Meteore – mit anderen Worten: jeder interkosmische Staub – sind nur die Trümmer, die Rückstände alter und abgestorbener Welten. Sie sind alle zu kosmischen Staubhaufen bestimmt, wo sie in den wunderbaren Laboratorien der Natur zerbrochen und zermahlen werden.

Jeder mathematische Punkt des Seins, folglich jedes materielle Atom, jedes Elektron eines Atoms ist lediglich eine Monade, die eine zeitweilige Phase ihrer äonenlangen evolutionären Wanderschaft durchläuft. Diese Phase ist eine Manifestation als ein Teilchen aus materieller Substanz. In weit entfernter Zukunft wird jede dieser Monaden ein voll erblühter Gott geworden sein. Aber ehe sie den göttlichen Zustand erreicht, wird sie notwendigerweise alle Zwischenstufen durchlaufen müssen; eine von diesen ist die mentale. Jedes Substanzteilchen, ganz gleich, wie grob es anfänglich gewesen sein mag, befindet sich auf seinem Weg, eine manasische Substanz zu werden.23 Erinnern wir uns, dass Materie und Energie – Geist und Substanz – grundsätzlich eins sind. Daher ist Materie nur eine Phase bestimmter Scharen von Monaden, die gegenwärtig die materielle Stufe ihrer langen evolutionären Wanderschaft durchlaufen.

Meteoriten sind lediglich alte Materie, die sich im Prozess der Zersetzung zu kosmischem Staub befindet, um später zum Aufbau anderer, neuer Welten verwendet zu werden. Aber jedes einen Meteoriten zusammensetzende Atom wird seine Gelegenheit haben, bei fortschreitender Evolution durch die kosmischen Zeitalter eine denkende Wesenheit zu werden.

Kommen wir zur Natur und den Eigenschaften der Asteroiden zurück. Die Mehrheit von ihnen sind Bruchstücke eines früheren Planeten, der seine Umlaufbahn zwischen Jupiter und Mars hatte. Tausende von ihnen haben sich jedoch durch verschiedene anziehende Einflüsse einander genähert, sodass sie jetzt die Sonne in dem Raum umkreisen, der durch den Asteroidenschwarm eingenommen wird.

Insofern ist die esoterische Lehre nicht wesentlich von jener der modernen Wissenschaft entfernt, obwohl viele Astronomen bezweifeln, dass die Mehrzahl dieser Asteroiden die Bruchstücke eines explodierten oder zerbrochenen Planeten sein könnten, wahrscheinlich, weil eine derartige Explosion nicht zu ihrer gegenwärtigen großen Zahl und dem Wirrwar ihrer so sehr verschiedenen Umlaufbahnen passen würde.

Tatsächlich sind sehr viele der Asteroiden Einfänge aus den Tiefen des äußeren Raumes. Sie sind wirklich Bruchstücke von Welten, die früher in anderen Sonnensystemen als unserem eigenen existierten. Und diese Bruchstücke sind während fast unzählbarer Zeitalter durch den interstellaren Raum gewandert, bis sie von unserer Sonne und ihrer Planetenfamilie eingefangen wurden.

Wenn der zukünftige Planet einen ausreichenden Materialisationsgrad erreicht haben wird, wird er allmählich die meisten der umherirrenden asteroiden Wanderer um unsere Sonne einsammeln, die auf diese Weise helfen werden, seinen zukünftigen physischen Körper aufzubauen.

Es besteht eine gewisse Analogie zwischen der Art, in der ein Planet Meteore aus dem äußeren Raum an sich zieht (wie es unsere Erde millionenmal täglich tut) und der Weise, in der der menschliche Körper kontinuierlich Millionen von Lebensatomen anzieht, ihnen einen vorübergehenden Aufenthalt bietet und sie wieder ausstößt, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben. Danach werden sie wieder zu einem anderen Körper hingezogen. Auf diese Weise verfolgen die Lebensatome ihre Wanderschaften oder Transmigrationen sowohl durch die verschiedenen Ebenen des Seins als auch weithin durch die Räume oder Felder einer jeden solchen Ebene.

Diese Asteroiden sind zu dieser Zone des Sonnensystems aufgrund der sich bereits manifestierenden psycho-elektromagnetischen Anziehungskraft des Planeten hingezogen worden, der in die Manifestation absteigt und seine Umlaufbahn zwischen Jupiter und Mars einnehmen wird. Diese Tatsache weist auf eine frühere karmische Beziehung zwischen dem zukünftigen Planeten und den meisten oder allen Bestandteilen des gegenwärtigen Asteroidenschwarmes hin.

Eine höchst interessante Stelle in der Geheimlehre (SD II, 700; GL II, 740) befasst sich neben anderen Dingen mit dem Thema Asteroiden:

Wenn wir an eine Mehrheit von bewohnten »Welten« denken, so stellen wir uns vielleicht unbewusst vor, dass sie der Kugel ähnlich sind, die wir bewohnen, und dass sie mit Wesen bevölkert sind, die mehr oder weniger uns selber gleichen. Und wenn wir das tun, so folgen wir nur einem natürlichen Instinkt. In der Tat können wir, solange sich die Untersuchung auf die Lebensgeschichte dieser Kugel beschränkt, über die Sache mit einigem Nutzen nachsinnen und uns fragen, was die »Welten« wohl sind, von denen in allen alten Schriften der Menschheit gesprochen wird, und damit hoffen, wenigstens eine intelligente Frage zu stellen. Aber wieso wissen wir, (a) welche Art von Wesen die Kugeln im Allgemeinen bewohnt, und (b) ob jene, welche höhere Planeten als unseren eigenen regieren, nicht denselben Einfluss auf unsere Erde bewusst ausüben, den wir unbewusst auf die Dauer ausüben mögen – sagen wir auf die kleinen Planeten (Planetoiden oder Asteroiden), indem wir die Erde in Stücke schneiden, Kanäle bauen, und dadurch unsere Klimate gänzlich verändern. Natürlich können die Planetoiden, wie Cäsars Weib, nicht von unserem Verdachte berührt werden. Sie sind zu weit entfernt, usw., usw. Wenn wir jedoch an esoterische Astronomie glauben, so sind wir dessen nicht so sicher.

Über diese Angelegenheiten könnte ein gut Teil mehr gesagt werden; da sie sich aber auf außerordentlich schwierige Aspekte der Lehre von den Sphären beziehen, wird es genügen, hier zu sagen, dass es nirgendwo im Universum, sei es im Großen oder im Kleinsten, Zufall gibt. Alles ereignet sich nach strengen Regeln oder karmischen Abläufen, deren Ursprung in Intelligenzen verstanden werden muss, die die magnetischen Sympathien zwischen Wesen und Wesen und zwischen Dingen und Dingen leiten und dirigieren.

Der Mond

Wenn eine Planetenkette sich in ihrer letzten Runde befindet, so sendet ihr Globus 1 oder A, bevor sie schließlich ausstirbt, alle ihre Energie und ihre »Prinzipien« in ein neutrales Zentrum latenter Kraft, in ein »Laya-Zentrum«, und beseelt damit eine neue Keimzelle von undifferenzierter Substanz oder Materie, d. h. ruft ihn zu Aktivität und gibt ihm Leben. Nehmen wir an, ein solcher Prozess habe in der lunaren »Planeten«-Kette stattgefunden. … Es wird nunmehr leicht sein, sich weiter vorzustellen, dass Globus A der Mondkette Globus A der Erdkette beseelt und – stirbt; dass der nächste Globus B der ersteren seine Energie Globus B der neuen Kette zusendet, dass sodann Globus C der lunaren Kette seine Tochtersphäre C der terrestrischen Kette erzeugt; dass dann der Mond (unser Satellit) in den niedrigsten Globus unserer Planetenkette – Globus D, unserer Erde – all sein Leben, seine Energie und seine Kräfte ausströmt; und nachdem er sie in ein neues Zentrum übertragen hat, tatsächlich ein toter Planet wird, in dem seit der Geburt unseres Globus die Rotation nahezu aufgehört hat. … Der Mond ist jetzt der erkaltete, übriggebliebene Rest, der Schatten, der dem neuen Körper nachgezogen wird, in den seine lebenden Kräfte und »Prinzipien« übergeleitet worden sind. Er ist verdammt, durch lange Zeitalter immer die Erde zu verfolgen, von seinem Nachkommen angezogen zu werden und ihn anzuziehen. Beständig vampirisiert von seinem Kind, rächt er sich dadurch an ihm, dass er es durch und durch mit dem verderblichen, unsichtbaren und vergifteten Einflusse durchtränkt, der von der okkulten Seite seiner Natur ausstrahlt. Denn er ist ein toter, aber doch ein lebender Körper. Die Teilchen seines zerfallenden Körpers sind voll aktiven und destruktiven Lebens, obwohl der Körper, den sie gebildet hatten, seelenlos und leblos ist. Daher sind seine Ausstrahlungen gleichzeitig wohltätig und verderbenbringend – ein Umstand, der seine Parallele auf Erden darin findet, dass Gras und Pflanzen nirgends saftiger und üppiger sind als auf Gräbern, während zu gleicher Zeit die Grabfelder oder Leichenausdünstungen tödlich wirken. Und gleich allen Ghuls oder Vampiren ist der Mond der Freund der Zauberer und der Feind der Unbedachtsamen. …

Das also ist der Mond vom astronomischen, geologischen und physikalischen Standpunkt aus. Was seine metaphysische und psychische Natur anbelangt, so muss sie in diesem Werke ein okkultes Geheimnis bleiben. …

SD I, 155–156; GL I, 179–180

Der Mond wurde der Herr und Geber des Lebens genannt. Er wurde auch als toter Planet und Erzeuger des Todes bezeichnet. Sind diese Feststellungen Widersprüche oder sind sie wahrheitsgemäßer zwei Seiten ein und derselben Münze? Es ist eine Tatsache, dass manche Medikamente das Leben verlängern und gar zurückbringen können. Bei falscher Anwendung aber können sie Tod oder Krankheit bedeuten. Nahrung kann töten, und doch hält uns Nahrung am Leben. Das Leben ist voll scheinbarer Widersprüche, die in Wirklichkeit Paradoxa sind.

Als Spender sowohl von physischem als auch astralem Leben ist der Mond auch der Übermittler der niederen mentalen und psychischen Lebenskraft. Er ist aber auch voll von Todesenergien. Er ist ein sich zersetzender Körper. Jedes Atom, das den Mond verlässt, eilt mit den lunaren Einflüssen durchtränkt erdwärts. Die Wirkung des Mondes ist in dieser Hinsicht schädlich und sogar todbringend. Und doch, wenn es möglich wäre, den Mond plötzlich vom Himmel zu entfernen, ihn und seinen Einfluss zu vernichten, würden wir beobachten, dass innerhalb von vierundzwanzig Stunden neunundneunzig Prozent unseres pflanzlichen und tierischen Lebens, einschließlich des Menschen, dahinwelken und aussterben. Gleichzeitig würden wir sonderbare und unheimliche Wachstumsformen über Nacht entstehen sehen. Liebe zum Beispiel gibt Leben, und Liebe kann auch Tod herbeiführen. Die lunare Lebenskraft regt nicht nur die gröberen Formen unserer physischen Existenz an, sondern kann durch diesen Einfluss auch Zersetzung und Krankheit in anderen Teilen der menschlichen Konstitution verursachen.24

Unser Mond wurde auch als der Bewohner der Schwelle dieser Erde angesehen, ungefähr wie das kāma-rūpische Phantom den Menschen in gewissen unglücklichen Fällen quält, wo das frühere Leben (oder die früheren Leben) durch üble Gedanken und Leidenschaften stark beeinflusst worden war. So wie ein Bewohner, dessen ganzes Wesen korrupt ist und dessen Ausstrahlungen todbringend sind, ständig, wenn auch automatisch, verderbliche Gedanken suggeriert und den Menschen nötigt, Übles zu tun, geradeso belästigt unser Mond die Erde. Er ist ein toter Körper, eine sich auflösende Wesenheit, und daher mit niedrigen Lebensenergien angefüllt. Gerade das Leben in ihm verursacht seine Zersetzung; denn ein Leichnam zersetzt sich aufgrund des Lebens in ihm, das ihn auseinanderreißt. Zersetzung selbst ist eine Manifestation des Lebens mehr in seiner auflösenden als in seiner zusammensetzenden und aufbauenden Energie. Deshalb ist der Mond der Bewohner auf der Schwelle der Erde. Er war unsere frühere Wohnstatt, die wir über viele Zeitalter während des lunaren Manvantara mit üblem Magnetismus anfüllten, und dieser Magnetismus hält den Mond noch zusammen. Und weil er durch Affinität zur Erde angezogen wird, fährt er fort, unseren Globus und seine Bewohner zu plagen. Er entsendet Tag und Nacht Emanationen, die durch magnetische Anziehung zu ihrer eigenen Art auf die Erde strömen und unseren Globus ganz durchdringen. Seine Ausflüsse sind böse, soweit Menschen davon betroffen sind, denn sie entstehen in einem sich zersetzenden Körper. Der Mond besitzt alle psychomagnetischen Energien eines verwesenden Körpers; und da er ein kosmischer Körper ist, sind seine Emanationen und Strahlungsenergien sehr stark.

Die kraterähnlichen Musterungen des Mondes sind eine Folge der Auflösungsprozesse, die aus seinem Kern hervorgehen: Pusteln sozusagen, welche die inneren, dem Mond entspringenden Gase und anderen Dinge entweichen lassen. Sie finden in diesen sogenannten Kratern ihre Abzugslöcher. Gesegnet wird die Menschheit in jener Zukunft sein, wenn der Mond schließlich durch die Zersetzung seiner Atome ganz im blauen Ether verschwunden sein wird.

Was wir sehen, wenn wir in den Sternenhimmel blicken, ist der Astralkörper, der Kāma-Rūpa des physischen Mondes, der vor vielen Äonen existierte. Sein physischer Körper ist heute in äußerst feinen kosmischen Staub zerfallen. Wir nehmen dieses kāma-rūpische Phantom wahr, weil unsere physische Erde sich auf einer Unterebene höher als jene befindet, auf welcher der physische Körper des Mondes war. Könnten unsere Wissenschaftler durch irgendeine Magie auf den Mond transportiert werden, glaube ich nicht, dass sie es leicht finden würden, auf seiner Oberfläche herumzuwandern, denn er ist nicht hart genug, um leicht darauf zu gehen. Und doch sehen sie ihn fast ebenso deutlich wie unsere Erde.

Genauer, wir sehen nicht den physischen Träger des gewesenen Mondes, als dieser Mond als der vierte Globus seiner Kette lebte, sondern vielmehr den Kāma-Rūpa des Globus D der gewesenen Mondkette, weil wir heute Sinne entwickelt haben, die das wahrnehmen können, was auf einer einen Grad höheren Unterebene stattfindet als der Unterebene, auf welcher der physische Körper von Globus D der Mondkette vor Äonen war. Mit anderen Worten, der physische Träger unseres Globus D befindet sich auf der astralen Unterebene des Globus D der früheren Mondkette.

Erinnern wir uns jedoch, dass es sieben (oder zwölf) Monde gibt und dass jeder von ihnen gegenwärtig der Kāma-Rūpa seines entsprechenden Globus ist, der jetzt »tot«, vergangen, in seine Bestandteile aufgelöst ist; und die sechs (oder elf) anderen Monde gehören natürlich zu den anderen und höheren Ebenen der vergangenen Mondkette auf dieselbe Weise, in der unsere höheren Globen zu den höheren Ebenen unserer Erdkette gehören.

Der Mond durchlief seine sieben Runden geradeso, wie unsere eigene Planetenkette es tun wird, und am Ende seiner siebten Runde starb er und ließ seinen physischen Körper zurück, der vor Zeitaltern zu kosmischem Staub zerfiel. Aber die Mondkette war keine gute Lebenskette; sie stellte eine niedrige Kette dar und wir Menschen waren unter jenen, die sie dazu machten. Der Kāma-Rūpa des Mondes wird in seine atomaren Bestandteile zerfallen und verschwunden sein, bevor die Erde die siebte Runde oder die letzten Stufen ihres evolutionären Fortschritts in diesem gegenwärtigen planetarischen Manvantara erreicht haben wird.

Wie gesagt, der Mond ist sowohl der Herr und Geber des Lebens als auch die Ursache des Todes der Menschen und aller anderen organischen Wesenheiten auf Erden. Der Mond hat auch eine deutliche Wirkung auf die Zersetzungsprozesse, da er die Quelle der Einflüsse ist, unter denen alle Erkrankungen beginnen und ablaufen, ihren Höhepunkt erreichen und entweder den Körper töten oder ihn verlassen. Seine Ausstrahlungen liefern sozusagen das Feld, in dem Erkrankungen zu wirken beginnen. Paradoxerweise ist der Mond auch eine Heilquelle, und diesen Teil seiner Kraft leitet er von der Sonne ab. Aber es mag auch nicht das Beste für das Individuum sein, durch den Mond wieder gesund zu werden. Die Sonne ist der große Arzt der Erde und des Sonnensystems. Doch die Sonne kann auch ebensogut töten. Ein Übermaß an Sonnenlicht ist genauso schlecht wie überhaupt kein Sonnenlicht. Und genauso ist es mit dem Mond: Ein Übermaß an Mondlicht wird Verwesung, Zersetzung, letztlich Tod verursachen. Das Mondlicht regt aber auch das Wachstum an, wenn das Gleichgewicht in anderer Weise gewahrt wird.

In alten Mythologien wird der Mond manchmal als der Herr der Geburt oder der Herr der Zeugung und zu anderen Zeiten als die Mondgöttin angesprochen, die über die Empfängnis und die Geburt von Kindern wacht. In einigen Ländern wurde angenommen, dass er einen überwiegend maskulinen Einfluss ausübt, wie zum Beispiel bei den alten Römern, die den Mond mit Lunus bezeichneten; während er in späteren Zeiten, als der feminine Aspekt hervorgehoben wurde, Luna genannt wurde. Ob der Mond nun, wie in der Hindu-Legende, als Soma, eine maskuline Gottheit, personifiziert wurde, oder als Artemis oder Diana durch die Griechen und Römer, spielt keine Rolle. Dies lässt nur erkennen, dass in einem Fall der maskuline Einfluss in den mythologischen Geschichten über den Mond besonders hervorgehoben wurde und im anderen der feminine.

Da der Mond sowohl das Tor des Lebens als auch des Todes ist, wurden in praktisch allen Ländern der Welt und zu allen Zeiten die Empfängnis und das Wachstum nicht nur von Tieren, sondern auch in der Tat von allen Wesen auf Erden als sowohl psychisch als auch physisch direkt unter dem lunaren Einfluss stehend angesehen.

Es gibt große mystische Geheimnisse in Verbindung mit dem Einfluss des Mondes auf Ehe und Schwangerschaft und HPB sagt uns, dass es für die menschliche Rasse besser wäre, wenn dies genauer verstanden würde.25 Man kann sagen, dass während des abnehmenden Mondes keine Ehe geschlossen werden sollte, sondern stets zwischen Neu- und Vollmond in der zunehmenden Richtung auf Vollmond. Des weiteren sollten Ehen sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Hemisphäre im Frühjahr geschlossen werden. Der Grund hierfür ist, dass dann die ganze Natur voll neuen Lebens sprießt, das durch alle Dinge strömt. Selbst die alten attischen Griechen hatten einen Monat, den sie Gamelion nannten. Sie meinten damit den Monat der Eheschließungen. Er entsprach unseren Monaten Januar-Februar.

Die oben gegebenen Hinweise können auf alle Bereiche der menschlichen Aktivitäten angewendet werden. Wenn die Bedingungen geeignet sind und Sie Zeit haben zu wählen, so ist es immer besser, irgendetwas von Bedeutung (wie die Ausführung eines sehr wichtigen Planes, einer Reise usw.) dann zu unternehmen, wenn der Mond zunimmt. Versuchen Sie, wie die Hindus es ausdrücken, die »dunklen vierzehn Tage« zu meiden, die die Periode des abnehmenden Mondes sind. Fangen Sie Ihr Vorhaben – Handel, Studium, berufliche Arbeit, Landarbeit, ganz gleich was – bei Neumond an, und während seines Wachstums auf Vollmond zu. Die Natur dehnt sich dann aus und wächst mit Ihnen. Dieser guten Regel sollte man folgen. Es gibt aber Zeiten, in denen ein Mensch, ein wahrer Mensch, nicht warten, sondern sofort und auch kraftvoll handeln sollte, ganz unabhängig davon, welche Mondphase gerade herrschen mag.

Der Mond beherrscht auch den Initiationszyklus, und es wird als schlecht angesehen, gewisse Dinge zu tun, wenn er an bestimmten Stellen des Himmels steht, und es gilt als heilig, sie zu tun, wenn er an anderen Stellen steht. Nur eine sehr dringende Notwendigkeit erlaubt es, diese Regel zu verletzen, denn sie gründet sich auf das Wirken der Natur selbst. Wie die Sonne dem Geist Licht und Inspiration liefert, so überwacht der Mond – der in einem sehr realen Sinn unser dunkler Genius und in einem anderen sehr wirklichen Sinn eine Hilfe ist – den Initiationszyklus. Und der Unterschied zwischen dem Meister der weißen Magie und dem Meister der schwarzen Magie ist in dieser Hinsicht, dass der erstgenannte die Bedingungen meistert und sie für unpersönliche und heilige Zwecke beherrscht, der andere aber für persönliche und üble Ziele.

Mit Bezug auf diesen dualen Einfluss des Mondes – den einen Einfluss der Finsternis und der Zersetzung, und den anderen Einfluss des Lichts und des Lebens – schrieb HPB:

Ein »Soma-Trinker« empfängt die Kraft, indem er sich in direkten Rapport mit der leuchtenden Seite des Mondes bringt. Auf diese Weise erhält er Inspiration aus der konzentrierten intellektuellen Energie der gesegneten Vorfahren. Diese »Konzentration« und dass der Mond ein Lagerhaus dieser Energie ist, sind das Geheimnis, dessen Bedeutung über die bloße Erwähnung hinaus, dass die leuchtende Seite des Himmelskörpers kontinuierlich einen gewissen Einfluss auf die Erde ausströmt, nicht enthüllt werden sollte.

Das, was als ein Strom (für die Unwissenden) erscheint, ist dualer Natur, einer schenkt Leben und Weisheit, der andere ist tödlich. Derjenige, der den ersteren vom letzteren trennen kann, wie Kalahamsa die Milch vom Wasser trennte, das mit ihr vermischt war, beweist große Weisheit – und wird seinen Lohn erhalten.26

Dies sind mystische Gedanken und sie erklären teilweise, warum die größeren Initiationen wenn möglich immer während der lichten Hälfte des Mondes stattfinden. Dies ist eine Angelegenheit des Naturgesetzes, von Umständen, die die Bedingungen bestimmen. Sie finden nicht nur bei Vollmond statt, sie beginnen zum Zeitpunkt des Neumondes und dauern fort, bis der Mond voll ist, wo sie dann zu Ende gehen. Wenn der Mond voll ist, befindet er sich auf der Seite der Erde, die der Sonne gegenüberliegt. Dies bedeutet, dass sowohl die Sonne als auch die Erde am Mond zerren und aus ihm den Somatrunk, den Mondnektar, ziehen. Für jene, die nicht bereit sind, die nicht stark genug sind, diesen Nektar der Götter zu trinken, folgt der Tod. Für jene aber, die vorbereitet sind, ist der Somatrunk nicht länger tödlich, sondern er gibt Leben.

Der Mond gibt nicht nur Leben, sondern er schießt auch die Todespfeile ab.27 Und derjenige, der seinen Lebensaspekt von seinem Todesaspekt trennen kann, ist in der Tat ein weiser Mensch. Der Mond stellt ein Reservoir an Sonneneinflüssen dar. HPB nennt sie die »intellektuelle Energie der gesegneten Vorfahren«, der solaren Lhas, wie sie in Tibet genannt werden. Diese Einflüsse übermittelt uns der Mond, genauso wie unser Gehirnverstand der Übermittler der Einflüsse unseres Geistes ist. Die innere spirituelle Sonne des Menschen sendet ihre Ausstrahlungen, ihre Strahlenflüsse, aus, die durch die vermittelnde Funktion der Seele dem Gehirn übermittelt werden. So ist der Mond die Seele, die Sonne ist der Geist und die Erde ist ihr Kind, der Körper.

Die Beziehung zwischen Mond und Erde ist so eng, so weitreichend, dass sie jedes Atom des ganzen Erdkörpers beeinflusst: mehr noch, sowohl jedes Globus der Erdkette als auch der Mondkette.

Der Todesplanet

Mehr noch, Hülsen dieser Art [verlorene Seelen] bleiben nicht für lange Zeit in der Atmosphäre dieser Erde, sondern werden gleich Strohhalmen, die in der Nähe eines Strudels treiben, eingefangen und in jenen schrecklichen Mahlstrom hinabgezogen, der die Versager zur Zersetzung wegschafft, mit anderen Worten, zum Planet der Materie und des Todes – dem sowohl mentalen als auch physischen Satelliten unserer Erde.

The Theosophist, Sept. 1882, S. 312

Dieser düstere Planet ist das, was zu verschiedenen Zeiten der Todesplanet, die Achte Sphäre oder Māras Reich genannt wurde. Als ein Globus stirbt er langsam dahin, und deshalb befindet er sich in seiner letzten Runde. Er ist beinahe ein Leichnam und wird richtigerweise in zweierlei Hinsicht der Todesplanet genannt. Er besteht aus einem derart dichten, schweren Material, dass wir mit unseren verhältnismäßig etherischen Körpern und der verhältnismäßig etherischen physischen Substanz um uns herum ihn als einen materiellen Himmelskörper nicht wahrnehmen können. Es gibt jedoch seltene Gelegenheiten, bei denen aufgrund zusammenlaufender Ursachen, einschließlich des materialisierenden Einflusses des Mondes, bestimmte Individuen einen Schimmer von ihm in der Nachbarschaft des Mondes erhaschen können. Der Grund dafür, dass wir ihn nicht sehen, ist, dass sehr grobe oder materielle Substanz für uns ebenso unsichtbar und nicht greifbar ist wie hoch etherische oder spirituelle Substanz, weil beide Ebenen von unserer physischen Ebene verschieden sind.

Des Weiteren besitzt dieser Todesplanet eine rückläufige Rotationsbewegung. Es ist eine Tatsache, dass jeder Planet oder Globus im Sonnensystem, sichtbar oder unsichtbar, zu verschiedenen Zeiten während seines planetarischen Manvantaras langsam die Stellung seiner Rotationsachse ändert, sodass die Achse die Zeitalter hindurch eine langsam zunehmende (oder abnehmende) Inklinationsbewegung aufweist. So kommt es, dass zu einer Zeit die Achse unserer Erde aufrecht steht – die Ebene ihres Äquators fällt mit der Ebene der Ekliptik zusammen – und dann herrscht das Jahr über Frühlingszeit auf dem ganzen Globus. Zu anderen Zeiten sind die Pole der Erde, d. h. der Achse der Erde, parallel mit der Ebene der Ekliptik oder mit der eigenen Umlaufbahn der Erde. Diese zeitalterlange Inklinationsbewegung dauert so lange, bis der Nordpol sozusagen nach unten und der Südpol nach oben zeigt. Die Pole sind dann auf den Kopf gestellt worden; und die Inklinationsbewegung dauert so lange fort, bis der Nordpol schließlich seine frühere aufrechte Position im Raum, in Beziehung zu der Ebene der Ekliptik betrachtet, wieder eingenommen hat.

Eine Umkehrung der Pole führt gewöhnlich zu einer großen kontinentalen Neuordnung mit nachfolgenden karmischen Veränderungen im Schicksal der menschlichen Rassen, wie jene, die während des langen Lebensweges der vierten Wurzelrasse, der Atlantier, stattfanden. Es sollte einleuchtend sein, dass eine langsame zeitalterlange Änderungsbewegung der Erdachse Millionen Jahre dauert; und eine Umkehrung der Pole führt eine rückläufige Rotation des derart auf den Kopf gestellten Globus herbei. Der Todesplanet, oder die Achte Sphäre, befindet sich in solch einem umgekehrten Zustand, und daher ist seine Rotation rückläufig.28

Die Achte Sphäre ist ein sehr notwendiger organischer Teil der Bestimmung unserer Erde und ihrer Kette. Geradeso, wie in einer großen Stadt die Abwasserkanäle einen höchst wichtigen Teil des öffentlichen Gesundheitssystems und des Komforts darstellen. Und so, wie wir festgelegte Plätze haben, die für Abfälle eingerichtet sind, so ähnlich gibt es im Sonnensystem bestimmte Körper, die sozusagen als Lüfter, Reinigungskanäle, Behälter für »menschlichen Abfall« und menschliche Schlacke dienen.

Man gab dem Todesplaneten diesen Namen, weil er die gefürchtete Sphäre ist, zu der äußerst korrupte Seelen schließlich absteigen, obwohl er nicht die Hölle im christlichen Sinne ist, denn es gibt dort keine Funktionen, die mit den exoterischen Schrecken des theologischen Ortes der Strafe gleichartig wären. Wenn aber eine menschliche Seele ihre Verbindung mit ihrem inneren Gott verloren hat und daher verstoßen ist, weil sie nicht mehr länger ein geeigneter und aufnahmefähiger Kanal für das aus ihrer inspirierenden Gottheit fließende Leben ist, wird sie abgeworfen, genauso wie der Körper Teilchen von sich abstößt, die nutzlos wurden und abgestorben sind. Offenbar muss eine solche verlorene Seele oder fallengelassene psychologische Wesenheit ihre eigene geeignete Wohnstatt finden. Sie kann nicht für immer ziellos in der Astralwelt oder im Kāma-Loka dahintreiben, weil ihre Neigungen oder ihre Anziehungskräfte sogar für die niedrigen und scheußlichen Bereiche von Kāma-Loka zu grob sind. Sie sinkt deshalb auf den Todesplaneten oder den Globus von Māra, zu dem sie ihr eigener schwerer materieller Magnetismus hinzieht. Dort wird sie als eine von oben, d. h. von unserem Globus kommende Wesenheit zerteilt und langsam in dem Laboratorium der Natur zermahlen. In The Mahatma-Letters, S. 171, wird dies anschaulich beschrieben:

Böse, unverbesserlich böse muss jenes Ego sein, das auch nicht den geringsten Ertrag von seinem fünften Prinzip abliefert und das darum vernichtet werden muss, um in der Achten Sphäre zu verschwinden. Das kleinste Stückchen, das vom persönlichen Ego gesammelt wurde, genügt, so sage ich, um es vor diesem düsteren Schicksal zu erretten. Nicht so nach der Vollendung des großen Zyklus: entweder ein langes Nirvana der Seligkeit (wenn diese auch nach Ihren groben Vorstellungen unbewusst ist) und danach – ein Leben als Dhyan-Chohan durch ein ganzes Manvantara oder sonst »Avitchi Nirvana« und ein Manvantara des Elends und Entsetzens als ein – – Sie dürfen das Wort nicht hören und ich – es nicht schreiben oder aussprechen. Aber »diese« haben nichts mit den Sterblichen zu tun, die durch die sieben Sphären wandern. Das Gesamt-Karma eines künftigen Planetengeistes ist ebenso schön, wie das Gesamt-Karma eines – – furchtbar ist.

Dies ist ein Umriss der Lehre, wenngleich es viele und verschiedene Ausnahmen gibt, die sich auf die individuellen verlorenen Seelen beziehen. Richtig ist jedoch – weil die verlorene Seele ein Aggregat aus astral-vital-psychischen Lebensatomen ist, die um eine bis jetzt kaum entwickelte Monade verdichtet sind –, dass diese Monade, nachdem sie von ihrem irdischen Schleier aus Lebensatomen befreit wurde, auf dem Todesplaneten, diesem hoch materiellen Globus, eine eigene Laufbahn beginnt.

Die ganze Angelegenheit wird schließlich noch durch die Tatsache kompliziert, dass sich der Todesplanet in seiner letzten Runde befindet und dass als Konsequenz seine »normalen« Bewohner nicht mit diesen von unserem Erdglobus unter sie gefallenen Monaden vermengt werden sollten. Die Wahrheit ist, dass der Todesplanet zwar diese gefallenen Monaden erhält und sich um sie kümmert, entsprechend den in der Achten Sphäre vorherrschenden und wirksamen Naturgesetzen, aber er erhält sie als unvollkommen entwickelte Wesenheiten und behandelt sie als solche. Das bedeutet einfach, dass sie »Fehlschläge« sind, die in der nächsten Globusverkörperung des Todesplaneten ihre Evolution in einer niedrigeren Stellung beginnen werden.

Wir zitieren wieder aus The Mahatma Letters, S. 87:

Nun gibt es in den etherischen Rassen der vielen Klassen von Dyan-Chohans oder Devas ebenso wie unter den Menschen »Versager« – und es muss sie geben. Aber da diese Versager doch zu weit fortgeschritten und vergeistigt sind, um aus ihrer Dyan-Chohanschaft gewaltsam in den Wirbel einer neuen Urentwicklung durch die niederen Reiche zurückgeworfen zu werden – geschieht Folgendes: Wenn ein neues Sonnensystem entwickelt werden soll, dann werden diese Dyan-Chohans durch das Einströmen »an der Spitze« der Elementale hineingetragen und bleiben als latente oder inaktive geistige Kraft in der Aura der werdenden Welt eines neuen Systems, bis die Stufe der menschlichen Entwicklung erreicht ist (denken Sie an die Allegorie der Hindus über die von Siva ins Andarah geschleuderten gefallenen Devas, denen von Parabrahman erlaubt wird, es als einen Zwischenzustand zu betrachten, wo sie sich durch eine Reihe von Wiedergeburten in dieser Sphäre auf einen höheren Zustand vorbereiten können – eine neue Regeneration). Dann hat Karma sie erreicht, und sie werden den bitteren Kelch der Vergeltung bis zum letzten Tropfen, den er enthält, annehmen müssen. Dann werden sie eine aktive Wesenheit des rein tierischen Reiches, um allmählich den vollen Typus der Menschheit zu entwickeln. In dieser Vermischung verlieren sie ihre hohe Intelligenz und Spiritualität der Devaschaft, um sie erst am Ende des siebenten Ringes in der siebten Runde wiederzugewinnen.

Doch genug davon. Erinnern wir uns stets, dass wir Söhne der Sonne sind, und wenn wir auch durch den Mond gingen und auf dieser Lebensbühne auftraten, machten solche Possen die Götter weinen – wie Shakespeare gesagt hätte. Wir sind jedoch Strahlen aus den Sonnen-Lhas und wir werden schließlich nach vielen manvantarischen Zeitaltern zu Vater Sonne zurückkehren und durch die Portale der Sonne in unser spirituelles Heim eintreten.

Lebenswogen und innere Runden

Jede geistige Individualität hat eine gigantische evolutionäre Reise durchzumachen, ein ungeheueres spiralförmiges Fortschreiten zur Vollendung zu bringen. Zuerst – am Beginn eines großen mahamanvantarischen Kreislaufes vom ersten bis zum letzten der menschentragenden Planeten sowie auf jedem von ihnen, muss die Monade durch sieben aufeinanderfolgende Menschenrassen hindurchgehen. … Jede der sieben Rassen sendet sieben sich verzweigende Ästchen aus dem elterlichen Ast, und durch jedes von diesen muss der Mensch sich der Reihe nach entfalten, ehe er in die nächsthöhere Rasse übergeht; und das siebenmal. … Die Ästchen kennzeichnen verschiedene Typen der Menschheit – physisch und geistig –, und niemand von uns kann auch nur eine einzige Sprosse der Leiter entbehren. … Bitte denken Sie daran, dass ich, wenn ich »Mensch« sage, ein menschliches Wesen von unserem Typus meine. Es gibt ungezählte andere manvantarische Ketten von Globen, die intelligente Wesen tragen – sowohl innerhalb als auch außerhalb unseres Sonnensystems –, die krönenden Gipfel des evolutionären Daseins in ihren jeweiligen Ketten, manche – physisch und intellektuell – niedriger, andere unermesslich höher als der Mensch unserer Kette.

The Mahatma Letters, S. 119

Die inneren Runden stellen die Reisen der evolutionären Lebenswogen oder Monadenfamilien rund um die Globen einer Planetenkette dar. Es gibt in Wirklichkeit zwölf solcher von Globus zu Globus wandernden Lebenswogen. Wir werden uns aber darauf beschränken, die sieben Rūpa- oder manifestierten Globen oder Runden oder Lebenswogen etc. zu betrachten, wobei wir die oberen fünf oder Arūpa-Globen mit ihren Lebenswogen beiseite lassen. So durchläuft jede der sieben planetarischen Lebenswogen, wenn sie vom ersten bis zum letzten Globus der sieben Globen wandert, nacheinander jeden einzelnen, beginnend mit A und endend mit G.

Auf jedem Globus vollziehen die evolutionären Wogen sieben Kreise oder Umläufe, von denen jede eine Wurzelrasse darstellt. Diese sieben Wurzelrassen beginnen mit dem niedrigsten und enden mit dem höchsten evolutionären Grad auf jedem Globus der Planetenkette. Wenn in jeder Runde die Lebenswoge von einem Globus zu einem anderen wandert, gibt es zwischen den zwei Globen ein Zwischenstadium von verhältnismäßiger Ruhe oder Erholung, die ihrem Charakter nach zu niedrig ist, um als Nirvāṇa bezeichnet zu werden, und doch zu hoch, um sie devachanisch zu nennen. Dieses interglobale Zwischenstadium dauert etwa ein Zehntel der Zeit, die auf jedem der sieben Globen während jeder Runde verbracht wird.

Die Runden stehen gleichermaßen für die Veränderungen des Bewusstseins, wenn die Scharen von Menschen von Globus zu Globus wandern, entweder auf dem absteigenden oder schattenhaften Bogen oder auf dem aufsteigenden oder leuchtenden Bogen. Jeder Übergang von einem Globus zum anderen bedeutet entweder einen weiteren Abstieg in die materielle Existenz oder einen weiteren Aufstieg aus der materiellen Existenz in einen mehr spirituellen Zustand und daher in eine spirituellere Sphäre. Trotzdem sind die Runden selbst auch ein wirkliches Hinüberwechseln von Scharen von Wesenheiten von einem Globus zum nächsten, nicht unähnlich den Vogelzügen. Wenn die Vögel ihren Flug beginnen, erheben sie sich zuerst in die Luft, dann fliegen sie für eine Weile im Kreis herum, folgen einem Führer, der schließlich die Richtung findet, und sie fliegen fort. Sie verlassen die Plätze, wo sie gelebt haben, nur, um wieder zurückzukehren, wenn die geeignete Jahreszeit wieder kommt. Vogelschwarm nach Vogelschwarm bricht zu anderen Teilen der Erde auf; und auf sehr ähnliche Weise brechen die auf unserem Globus lebenden Wesenheiten am Ende der Globenrunden auf, um auf den nächst höheren Globus der Planetenkette hinüberzuwechseln. Es ist in jedem Fall ein wirkliches Überwechseln, wenngleich es auch eine Bewusstseinsänderung bedeutet.

Die Menschenschar ist nicht die einzige Lebenswoge, die um die Planetenkette siebenmal von Globus A zu Globus G wandert. Es gibt mehrere verschiedenartige evolutionäre Lebenswogen, die einander fortlaufend zeitlich und daher auch räumlich folgen. Wenn unsere menschliche Lebenswoge ihre siebente Rasse auf Erden in dieser vierten Runde erreicht haben wird und durch die interglobale Ruheperiode und danach auf Globus E gegangen sein wird, dann wird ihr Platz auf Globus D nach einer kurzen Zeit, kosmisch gesprochen, von einer anderen aus einer Schar evolvierender Monaden zusammengesetzten Lebenswoge eingenommen worden sein. Dies wird sich ereignen, ehe wir als eine Lebenswoge unseren Aufenthalt auf Globus E beendet haben werden.

Wie bereits festgestellt, gibt es sieben Hauptklassen von Monaden in sieben verschiedenen Stufen oder Graden des evolutionären Wachstums. Wenn die höchste Klasse auf eine neue Planetenkette kommt, betritt sie Globus A – den die drei Klassen der Elementale bereits im Raum rund um ein Laya-Zentrum gebildet haben –, und dort beginnt sie, diesen Globus mit aufbauen zu helfen. Wenn die Aufgabe dieser monadischen Klasse auf Globus A in Gestalt von sieben Runden oder Wurzelrassen vollendet ist, kommt die zweite Klasse von Monaden, die auf dem von der ersten monadischen Klasse hinterlassenen Fundament weiterzubauen beginnt.

Mittlerweile beginnt die erste Monadenklasse auf den nächsten Globus auf dem absteigenden Bogen, Globus B, überzuwechseln. Wenn die zweite Monadenklasse auf Globus A ihren evolutionären Lauf, der aus sieben Kreisbewegungen oder Wurzelrassen besteht, beendet hat, folgt ihr die dritte Monadenklasse. Die zweite Klasse rückt dann auf Globus B weiter. Die Evolutionszeiten sind auf der kosmischen Uhr so genau abgestimmt, dass, wenn dies stattfindet, die erste Monadenklasse ihre Arbeit auf Globus B beendet haben wird und auf Globus C hinabwandert; und so weiter rund um die Kette der sieben Globen. Alle sieben Monadenklassen folgen einander der Reihe nach. Jeder Globus hat eine bestimmte Zeitspanne der Ruhe, ehe eine weitere evolutionäre Lebenswoge folgt.

Im Zusammenhang mit den Wesenheiten oder den kreisenden Lebenswogen jener Globen, die höher stehen als unser Globus D, mag es interessant sein, hier anzufügen, dass die »Tiere« auf Globus F und G und beinahe ebenso auf Globus E hunderte Male höher entwickelt sind als die Menschen auf dieser Erde, weil diese Globen auf dem aufsteigenden Bogen weit höher evolviert sind – sowohl dem Typ der dort lebenden Wesenheiten als auch dem spirituellen Zustand nach.

Jede Monadenklasse lässt, wenn sie auf den nächsten Globus überwechselt, Śishṭas oder Reste als Samen für die nächste Runde zurück, die als die ersten Träger für die zuerst hereinkommenden Monaden auf jenem Globus dienen. Nachdem die Lebenswogen in jener Runde rund um die Kette gewandert sind, erhalten sie ihr Nirvāṇa zwischen Globus G und A und beginnen dann ihre nächste manvantarische Runde.

KH nannte in einem seiner Briefe an A. P. Sinnett eine Runde »den Durchgang einer Monade von Globus ›A‹ bis Globus ›Z‹ (oder ›G‹) durch die Einschließung in allen vier Naturreichen, nämlich als ein Mineral, eine Pflanze, ein Tier und ein Mensch, oder das Deva-Reich.« Die Ausdrucksweise »von Globus ›A‹ zu Globus ›Z‹ (oder ›G‹)« ist außerordentlich bezeichnend, denn sie gibt einen Hinweis auf die Existenz von mehr Globen als die manifestierten sieben.29 HPB selbst war gezwungen, die Existenz der oberen fünf Globen einer Kette, außer den intuitiv Erkennenden gegenüber, zu verheimlichen, weil die Menschen jener Tage die Vorstellung der Siebenereinteilung nur schwer verstehen konnten.

Eine Monade ist in ihrem Herzen eine monadische Essenz, eine fortdauernde Wesenheit. Die Feststellung, dass die Monade in ihrem evolutionären Fortschritt von einem nicht selbstbewussten Gottesfunken zur selbstbewussten Gottheit durch jedes einzelne der Naturreiche wandern muss, bedeutet nicht, dass diese Naturreiche vor den Monaden existierten, die sie zusammensetzten und ins Dasein brachten. Dies bedeutet vielmehr, dass die Lebenswoge von Monaden sich selbst ursprünglich als das erste Reich der Elementale, danach als das zweite und dann als das dritte Elementalreich zum Ausdruck bringt. Sie setzt dies fort als die Mineral-, Pflanzen- und Tierreiche und siebtens als das Menschen- oder Deva-Reich und schließlich als die drei Klassen der dhyāni-chohanischen Reiche. Wenn diese Reiche auf Erden, einem beliebigen anderen Planeten oder in einer Himmelssphäre gegründet sind, ist das fruchtbare Feld für die ihre Wege weiter verfolgende Evolution da; und die Monaden kommen und gehen dort auf ihren Wanderungen.

Die erste Runde markiert die wirkliche evolutionäre Erscheinung der wirklichen Globen. Die fünf vorbereitenden Stufen des Entwicklungsaufbaus sind das Werk der drei Elementalklassen und der zwei ursprünglichen Vorelementalstufen. Während dieser Runde mussten die Monaden von Grund auf all die Grundstrukturen aufbauen, auf denen der spätere weiterführende Aufbau errichtet werden musste. Durch diese Tätigkeit wurden sie, da sie selbst die Baumeister waren, die Monaden, die die Embryogloben der schattenhaften Globenkette erbauten. Sämtliche Monadenklassen müssen ohne Ausnahme am Anfang beginnen und alle Erfahrungen in dieser ersten Kettenrunde bis zu ihrem Ende durchlaufen. Hierdurch werden die zehn Monadenklassen erzeugt, die auf diese Weise die Globen gemeinsam aufbauen und am Ende einer derartigen ersten Runde die zwölf Globen in ihrer embryonalen Gestalt oder Form bilden.

Nach der ersten Runde verändert sich die Methode der Monaden beim Betreten der Globen naturgemäß sehr, weil sie die Śishṭa-Träger vorfinden, die bereits von der vorhergehenden Runde auf sie warten. In dieser Runde brauchen sich die Monaden nur zu verkörpern, ohne ihre Körper von Grund auf aufzubauen, wie sie es während der ersten Runde getan haben. In Wirklichkeit gibt es jedoch keine Änderung; sie nehmen vielmehr ihre evolutionäre Entwicklung auf einem Globus an dem Punkt wieder auf, an dem sie aufgegeben worden war, als eine besondere Familie oder Lebenswoge von Monaden diesen Globus während der vorhergehenden Runde verlassen hatte – kein Wechsel in der Methode, sondern nur eine Fortsetzung der Evolution in bereits wartenden Körpern.

Auf diese Weise treten in der ersten Runde die verschiedenen Naturreiche, angefangen vom Elementalreich bis zum dhyāni-chohanischen Reich, ins Dasein. Nach Verlassen jedes Globus der Planetenkette lassen sie die Śishṭas hinter sich, die die zweite Runde derselben Lebenswoge erwarten. Auf jedem Globus werden daher, nachdem die Hauptlebenswoge gegangen ist, um den nächsten Globus zu bewohnen, Śishṭas von allen verschiedenen Monadenklassen zurückgelassen.

Die erste Lebenswoge, die dasjenige Laya-Zentrum erreicht, das Globus A wird, enthält in sich alle anderen Lebenswogen, sodass, nachdem die erste eintretende Lebenswoge ihre sieben Ringe oder Wurzelrassen auf Globus A durchlaufen hat, sie aus sich selbst die zweite Lebenswoge, die ihren Platz einnimmt, entfaltet, und der Überschuss der ersten Lebenswoge auf Globus B übertritt. Dieser Überschuss – der nicht die Projektion, sondern vielmehr seinen Globus-B-Aspekt darstellt – darf nicht lediglich für einen Überfluss an tierischer Vitalität gehalten werden, denn jedes Höhere enthält in sich das, was es auf einer niedrigeren Ebene entfaltet. Nach allem ist dieser Überschuss an Leben in Wahrheit ein Strom von wandernden Monaden in allen unterschiedlichen Stufen oder Graden der evolutionären Entwicklung, der, wenn als Einheit gesehen, in der Tat fließendes Leben ist. Dies bedeutet, dass jeder Übergang einer Lebenswoge von einem Globus zu einem anderen in ihrem geeigneten kosmischen Bereich der Manifestation die Attribute und Eigenschaften hervorbringt, deren Entfaltung während des vorhergehenden Globus unmöglich war. Mit anderen Worten, innerhalb des ersten Globus sind alle anderen Globen sozusagen verkapselt30, weil sie nicht zur Existenz gelangen konnten, es sei denn, sie waren auch im ersten enthalten. So haben wir also sieben Überschüsse von Leben, die Globus A formen; sechs, die Globus B formen; fünf, die Globus C bilden, usw. rund um die Kette.

Auf genau die gleiche Weise kamen die Tiere aus dem menschlichen Stamm ins Dasein – der Überschuss an Leben ergießt sich dabei aus dem menschlichen Reservoir. Wir haben also die in ihrer genetischen Reinheit kontinuierliche menschliche Linie, obwohl sie sich von Zeitalter zu Zeitalter evolviert und inzwischen die Stämme abwirft, die in ihr unevolviert und auf niedrigeren Stufen als der Mensch waren. Jede Einheit eines derartigen niedrigen Überschusses ist eine lernende Wesenheit und dazu bestimmt, in einer zukünftigen Periode durch die menschliche Stufe zu gehen. Dies bezieht sich auf den Entfaltungsprozess, der während des abwärtsführenden Bogens stattfand. Wenn aber der Boden des Bogens erreicht ist, hören Evolution und Emanation auf, und der umgekehrte Prozess oder die Involution entlang des aufsteigenden Bogens beginnt. Das »Ausatmen« endet in dieser seiner kleineren Anwendung und das »Einatmen« beginnt.

Jeder Same ist der Körper einer evolvierenden Wesenheit, eines psychischen Lebensatoms, eines Elementals. Natürlich besitzt jedes Lebensatom in sich essenziell das, was ein Mensch oder ein Gott hat. Auf keiner Ebene kann jedoch ein Lebensatom mehr zum Ausdruck bringen, als seine bis dahin evolvierten Fähigkeiten erlauben, ebensowenig wie ein Mensch heute ein Gott sein kann, da er den inneren Gott noch nicht herausentwickelt hat. Im menschlichen Körper enthält jede lebende Zelle, jede Keimzelle nicht nur das Potenzial der innewohnenden Gottheit latent in sich, sondern auch zahllose niedrige quasi-psychische Lebensimpulse. Könnten letztere zum Ausdruck gebracht werden, würden sie eine niedrigere Kreatur, sei es einen Elefanten, eine Giraffe oder eine beliebige andere biologische »Spielart« hervorbringen. Der Grund, warum derartige Zellen im Menschen gegenwärtig keine neuen tierischen Stämme herausentwickeln, ist, dass der evolutionäre Drang für den Rest dieser Runde abgeklungen ist und die Involution seinen Platz eingenommen hat.

Der Ausdruck Überschuss an Leben kann auch in Verbindung mit dem Wachstum eines Samens zu einer Pflanze verwendet werden. Aus dem Samen strömt der »Überschuss an Leben« (hier als Fachausdruck gemeint), den der Same enthält, hervor: zuerst der grüne Schössling, dann der Stamm, die Zweige und die Blätter und endlich die Frucht, die andere Samen erzeugt. Überschuss bedeutet hier das Herausströmen dessen, was innen eingeschlossen ist. Für diesen Prozess ist auch das Wachstum eines Menschen aus einem menschlichen Keim kennzeichnend: Aus dem Samen entsteht der Embryo, der als ein Kind in die Welt eintritt und zur Reife heranwächst. Er tut dies, indem er die bis dahin latenten Kräfte und Eigenschaften des Geistes und des Herzens, die moralischen und spirituellen Attribute aus dem Innern entfaltet.

Wir sehen also, dass der Überschuss an Leben, nachdem die Lebenswogen Globus A in jeder Runde geformt haben, nicht bloß das ist, was im ursprünglichen Sinne übriggelassen wird, sondern es ist in Wahrheit der größere Teil, das unermessliche Leben, die Attribute, Kräfte und Eigenschaften, die in Globus A gelagert wurden. Diese können sich dort nicht offenbaren, weil es nicht ihr Feld ist, und deshalb steigen sie zu Globus B hinab und entfalten ihn, das ist die nächste Stufe. Wenn sich Globus B in der ersten Runde bis zu einem gewissen Ausmaß entfaltet hat, steigt derselbe Lebensüberschuss hinab und entfaltet Globus C, und so weiter rund um die Kette.

Wenn die erste Runde vollendet ist, findet dieses Entfalten nicht länger statt, es gibt keine Evolution mehr von dem, was innen ist, was die unmanifestierten Globen betrifft, denn sie sind jetzt in Erscheinung getreten. Sie sind da. Und wenn die Lebenswogen die Kette erneut für die zweite und alle nachfolgenden Runden betreten, folgen sie nur den Pfaden, die festgelegt worden sind. Sie evolvieren natürlich und entfalten den Lebensüberschuss in sich selbst, aber nicht zum Aufbau der Kette, es sei denn als weitere Verbesserung auf früheren Stufen.

Dieser Lebensüberschuss ist genau das, was die alten Stoiker meinten, als sie vom Geist sprachen, der aus sich selbst das nächste Element oder die nächste Ebene im Kosmos entwickelt. Dies war mit anderen Worten der Äther. Und als Geist und Äther entwickelt worden waren, stieg der Lebensüberschuss hinab und formte das dritte Element oder das spirituelle Feuer und dann der Reihenfolge nach Luft, Wasser und Erde. Danach war das Universum fertiggestellt.

Wenn nun die erste Runde beendet ist, sind die Globen, die auch die Wohnstätten oder Häuser der Planetenkette sind, jeder einzelne auf der höchsten Unterebene seiner eigenen kosmischen Ebene des Sonnensystems erschaffen. Folglich sind alle nachfolgenden Runden bis zur siebenten oder letzten, die verschiedenen kreisenden Monadenfamilien, die in die Häuser oder Wohnstätten und Existenzbedingungen eintreten. Diese sind bereit und warten auf jede Monadenklasse, sobald sie auf einem Globus entsprechend ihrer Reihenfolge erscheint.

Wenn die zwölf Embryogloben dieser schattenhaften Kette in der ersten Runde geformt worden sind, auf denen die so aufgebauten Träger kraft sich wiederholender Gewohnheit leben, wird der Weg für die reisenden Pilgermonaden vertraut, sodass bei jedem wiederkehrenden Erscheinen der Lebenswoge die Weiterentwicklung durch die niedrigeren Bereiche immer rascher vor sich geht. Wenn eine Monade Eigenschaften und Kräfte aus sich heraus entwickelt hat, sodass sie sich als Mensch manifestieren kann, verläuft daher ihre Weiterentwicklung in den niederen Naturreichen in einem späteren Zyklus wirklich sehr schnell. Hierfür ist das Wachstum des mikroskopischen menschlichen Samens durch seine embryonalen und fetalen Stufen und weiter bis zur Reife eine perfekte Analogie. Das reinkarnierende Ego ist im Embryo nicht selbstbewusst aktiv. Es wird aber auf dieser menschlichen Ebene selbstbewusst, wenn das Kind zum ersten Mal Zeichen von Intelligenz und von inneren Fähigkeiten offenbart. Geradeso verhält es sich mit den zehn oder sieben Monadenklassen, wenn sie die verschiedenen Naturreiche durchlaufen.

Die Monaden – die wir im Wesentlichen sind – haben jetzt eine Stufe auf ihrer evolutionären Wanderung erreicht, auf der der Pfad vorwärts wieder langsam und schwierig wird, weil wir von der Menschheit zur Gottheit übergehen. Dhyāni-Chohanschaft ist die nächste große Stufe, die wir erreichen werden, weil die Monade eines jeden von uns die göttlichen Eigenschaften und Kräfte in uns mehr und mehr heraus entwickelt. Die menschliche Rasse wird in zukünftigen Äonen langsam zu einer edleren Menschheit voranschreiten, und mit der Zeit wird es keine Männer und keine Frauen als solche mehr geben. Wir werden nur »Menschen« sein, die auf dem Weg sind, Götter zu werden. Zuerst werden wir menschliche Dhyāni-Chohans sein und dann, gegen Ende der siebten Runde, werden wir unsere irdische Planetenkette als voll entwickelte dhyāni-chohanische Wesenheiten verlassen.

Jene Wesen, die sich jetzt im Menschenreich auf unserer Erde zum Ausdruck bringen, waren auf dem Mond im Tierreich manifestiert. Wenn sich die Erde als eine neue Planetenkette verkörpert, werden wir Menschen die Dhyāni-Chohans oder Götter des zukünftigen Planeten sein, der das Kind dieser Erde sein wird. Die jetzt im Tierreich befindlichen Wesen werden dann die Menschen jenes Planeten sein; und da unsere karmischen Bindungen mit diesem Reich sehr stark und eng sind, so werden sie es auch auf dem zukünftigen Planeten sein.

Wenn unsere Menschheit den höchsten Entwicklungsgrad, der auf dieser Erde möglich ist, erreicht haben wird, wird sie auch die letztmögliche Runde in dieser Reihe von sieben Runden erreicht haben. Aber die Erde selbst wird am Ende der siebten Runde durch die Todesphasen hindurchgehen und der Mond der nächsten Planetenkette werden. Diese zukünftige Kette wird die Gesamtheit der Scharen von Lebensatomen – spirituelle, intellektuelle, psychische, astrale und physische – enthalten, die jetzt die zwölf Globen unserer gegenwärtigen Planetenkette beleben.

Die monadische Essenz muss durch jeden Grad oder jeden Zustand der Materie hindurchgehen, die zu der Planetenkette gehören, mit der sie verbunden ist. Die Monade beginnt mit den spirituellen Stufen, steigt durch die etherischen ab und geht schließlich durch die materiellen Stufen, ehe sie ihren aufwärtsführenden Zyklus auf dem leuchtenden Bogen beginnt. Der Zweck dieser Entwicklung ist, dass die monadische Essenz, obgleich in ihrem innersten Wesen ein Gott, in diesen neuen Evolutionsphasen des Lebensstromes Erfahrung gewinnen soll. Jener Teil der monadischen Essenz aber, der diese Erfahrung absorbiert, ist nicht die Monade selbst, sondern vielmehr eine Projektion von ihr, das Ego genannt, ein unvollkommenes Ego, das von der früheren Planetenkette herüberkommt.

Wir wiederholen: Die Monade muss am Anfang jeder Verkörperung einer Planetenkette – da sie ein Teil jener Kette bis in Ewigkeit ist, obwohl die Kette selbst evolviert – durch alle niedrigen Naturreiche hindurchgehen, um auf diese Weise zu helfen, sie zu bilden. In der zweiten Runde geht sie viel rascher durch diese Reiche, weil der Weg bereitet ist. In der dritten Runde bewegt sie sich noch rascher durch die niedrigen Reiche, aber langsamer in den höheren. Auf die gleiche Weise wird das reinkarnierende Ego veranlasst, in den menschlichen Schoß als ein Lebensfunke einzutreten; und es muss durch alle Schwangerschaftsphasen hindurchgehen, obwohl es selbst essenziell eine spirituelle Wesenheit ist. Es muss dies tun, um einen menschlichen Körper aufzubauen, in dem es wirken kann, aber es befindet sich gesondert vom Embryo, den es nur mit einem Teil von sich belebt.

Wenn wir uns die Reise der Monade durch die Globen und während der Runden als einen Schwangerschaftsprozess vorstellen, dann können wir die Monade so ansehen, als ob sie schließlich nach dem Ende der siebten Runde in ihre eigenen etherischen Sphären geboren worden sei. Die Entwicklung des Embryo ist, wie gesagt, eine gute Illustration. Hier haben wir den Fall eines spirituellen Wesens, das im menschlichen Schoß durch sämtliche Naturreiche hindurchgehen muss: das Mineral-, Pflanzen-, Tier- und endlich das Menschenreich, ehe es für sich einen Körper aufbauen kann, mit dem es auf dieser Ebene wirken kann. In der fernen Zukunft wird die menschliche Monade nicht länger Körper aus Fleisch benötigen, sondern sie wird dann auf hoch etherischen Ebenen des Kosmos leben. Sie wird für sich entsprechende etherische Träger gestalten. Außerdem sind unsere Körper in sich auch evolvierende Wesenheiten, die ihrerseits schließlich Monaden werden.

Wenn das monadische Ego seine sieben Runden beendet hat, verlässt es die Planetenkette als ein Dhyāni-Chohan, als ein Planetengeist, um einer in der Armee von Führern der Menschheit und der niedrigeren Wesenheiten auf der nächsten Planetenkette zu werden. In jener neuen Kette werden diese Dhyāni-Chohans dort nicht durch jeden materiellen Zustand gehen müssen, ausgenommen in der ersten Runde. Wenn die monadischen Egos, die Monaden, durch die erste Runde gegangen sind, haben sie ausreichende Erfahrungen mit den neuen materiellen Zuständen gewonnen, die sie in die Lage versetzen, ihre Stellung als Führer und spirituelle Häupter der Scharen weniger evolvierter Wesen einzunehmen, die hinter ihnen herwandern. Diese weniger evolvierten Wesenheiten müssen jedoch durch jede Phase oder jeden Grad materieller Substanz der neuen Planetenkette hindurchgehen; und die höchste Klasse dieser unvollkommen evolvierten Egos wird ihrerseits, wenn die sieben Runden der zukünftigen Planetenkette vollendet sein werden, sie als Dhyāni-Chohans verlassen. Mittlerweile werden wir ein Schicksal erlebt haben, das noch erhabener ist als die besondere Stellung der Dhyāni-Chohanschaft, die wir am Ende der sieben Runden unserer Planetenkette erreicht haben werden.

Natürlich sind die mannigfaltigen Zustände der materiellen Substanz an sich nicht verschieden von den niedrigeren monadischen Wesenheiten, die in und durch eine Planetenkette evolvieren, sie sind vielmehr selbst die ungeheure vereinigte Schar dieser monadischen Wesen. Materie per se ist eine Illusion. Die Essenz der Materie besteht aus der Schar monadischer Wesenheiten, die in den verschiedenen Beschaffenheiten der materiellen Substanz schlafen oder sich in einem schlafähnlichen Zustand befinden. Materie und die monadischen Scharen sind deshalb eine Einheit. Und diese monadischen Scharen sind im Herzen ihres Wesens reines Bewusstsein. Materie per se hat daher keine wirkliche Existenz, sie ist lediglich das Produkt dieser Scharen monadischer Wesenheiten – ein Gegenstand, der geheimnisvoll und zugleich wunderbar ist.

Alle sieben Globen jeder Planetenkette bestehen aus diesen wahrlich unzähligen Armeen von Monaden in ihren verschiedenen Graden der evolutionären Entwicklung. Das Mineralreich auf unserer Erde ist zum Beispiel nichts als eine Monadenschar, die durch diese besondere Bewusstseinsstufe hindurchgeht. Eine etwas höhere Monadenklasse setzt das Pflanzenreich zusammen und eine noch höher fortgeschrittene wirkt durch das Tierreich. Eine noch höher evolvierte Schar bildet das Menschenreich, über dem sich die Armee der Dhyāni-Chohans befindet, die die Menschen der Planetenkette des Mondes waren.

Unsere Körper selbst sind überdies aus Monadenscharen aufgebaut, die durch diesen Grad ihres evolutionären Wachstums hindurchgehen, denn unsere Körper sind nur höhere Tiere. Der Glanz des buddhischen Lichts, das aus dem Herzen der Monade scheint, macht die menschliche Seele zu einer wachsenden, evolvierenden Wesenheit. Ursprünglich entsprang diese Seele der Monade. Sie ist aber dazu bestimmt, am Ende der sieben Runden dieser Planetenkette aus einem nicht selbstbewussten Gottesfunken zur selbstbewussten Gottheit zu erblühen.

Fassen wir zusammen: Es gibt drei evolutionäre Lebensströme, die zu ein und derselben Zeit durch die Ewigkeit wandern, sei es in einem Kosmos, einer Sonne, einem Planeten, einem Menschen oder einem Atom. Und diese sind der spirituelle, der psychomentale oder in der Mitte liegende (der im Menschen die menschliche Seele ist) und der astral-vital-physische Lebensstrom. Grundsätzlich sind die drei einer – eine Trinität, dasselbe grundlegende Leben, dieselbe Primärsubstanz. Und doch gebiert der höchste Lebensstrom das Zwischenglied, und das Zwischenglied bringt aus sich sein eigenes Kind, den vital-astralen Lebensstrom hervor, der seinerseits im Physischen verkörpert wird.

Dreieinhalb Runden lang ist die Haupttendenz aller Globen der Planetenkette auf einen größeren Materialisationsgrad ausgerichtet. Während der zweiten Hälfte der Sieben-Runden-Periode findet eine entsprechende Entmaterialisation statt, alle Globen und alle ihre Wesenheiten, Bewohner und Dinge werden etherischer.

In der ersten Runde geht die Lebenswoge durch alle Globen von A zu G. Der Abstieg der Wesenheiten erfolgt durch die Globen A, B, C und durch die Hälfte des Lebenszyklus unseres Globus D. Danach beginnt ein Wiederaufstieg zu den spirituellen Bereichen, entlang des aufsteigenden Bogens durch die zweite Hälfte von Globus D und durch die Globen E, F und G. Die zweite und die dritte Runde wiederholen diesen Prozess durch Ebenen und Welten von einem immer materielleren Typus und Charakter. Die vierte Runde ist die letzte Runde des Materialisationsprozesses. Der Abstieg dauert so lange, bis die Hälfte der Lebensevolution auf unserem Globus D erreicht worden ist. Dann beginnt eine Umkehrung in die Richtung einer fortschreitenden Etherialisation; anstelle des früheren graduellen Hinabgleitens durch die vorhergehenden dreieinhalb Runden findet ein allgemeiner Aufstieg statt.

Wir befinden uns jetzt in der vierten Runde und haben die kritische Periode während der vierten Unterrasse der vierten Wurzelrasse auf Globus D in dieser Runde überschritten. Wir haben bereits den Aufstieg begonnen, obwohl wir unseren Vierte-Runde-Globus noch nicht verlassen haben; und die nächsten drei Runden werden wieder eine ununterbrochene und allmähliche Bewegung zum Spirituellen hin sein. Trotzdem wird es während der kommenden drei Runden einen Abstieg durch die Globen gehen, bis unsere Erde erreicht wird, und danach wieder einen Aufstieg entlang der restlichen Globen. In jeder folgenden Runde wird jedoch der Abstieg zu Globus D von einer etwas höheren oder spirituelleren Art als der vorhergehende sein.

Man kann sich daher vorstellen, dass ein Globus durch einen zweifachen Prozess der Involution und der Evolution entwickelt wird. Sie arbeiten zusammen, und jeder Schritt in der Evolution ist gleichzeitig auch ein Schritt in die Involution. Die elementalen Kräfte, welche die Energien einer Planetenkette bilden, während sie in die physische Substanz absteigen, sind gleichzeitig eine Involution des Geistes und eine Evolution der Materie, die gleichlaufend und kontinuierlich voranschreiten. Auf dem aufsteigenden Bogen findet eine Involution oder ein Verschwinden der Materie und eine Evolution des Geistes statt, das Gegenteil dessen, was sich auf dem absteigenden Bogen ereignet. Diese sind nur die zwei Seiten derselben Münze. Man kann das Wirken der Evolution nicht getrennt von der Involution erkennen, noch kann Involution jemals irgendwo getrennt vom Wirken der Evolution gefunden werden. Infolgedessen können wir nicht sagen, dass beim Aufbau der letzten Hälfte des vierten Globus – unserer Erde – und der Globen E, F und G (und weiter auf dem aufsteigenden Bogen) die Evolution als die einzige oder sogar vorherrschende Eigenschaft oder Kraft wirkt. Wir können nur sagen, dass auf dem aufsteigenden Bogen der Geist evolviert und die Materie involviert, geradeso wie auf dem absteigenden Bogen die Materie evolviert und der Geist involviert.

Jede Wesenheit lebt in dem größeren Leben und Bewusstsein einer anderen Wesenheit, aus der sie geboren wurde. Nichts existiert für sich allein. Alles ist mit etwas anderem verbunden und von ihm durchdrungen, mit der Vitalität, der Mentalität, der Spiritualität, mit dem Willen und dem Körper einer anderen Wesenheit. So wie wir Menschen aus kleineren Wesenheiten gebildet werden, die die Lebensatome sind, die unsere verschiedenen Träger zusammensetzen, so sind wir die Lebensatome einer noch erhabeneren Wesenheit. Unsere höheren Attribute – das innere Licht, die innere Vision und die innere Kraft, alles, was zum spirituellen Teil von uns gehört – verbleiben zur Gestaltung der Struktur, durch die das höhere Bewusstsein der Monade strömt. Diese inneren Attribute evolvieren jedoch ebenso wie die niederen. Dies kann nur schwer verstanden werden, es sei denn, wir begreifen das Wesen des Bewusstseins, das die Grundlage der kosmischen Struktur ist. Alles andere – Materie, Energie, Wechsel, Fortschritt, Schlaf, Wachzustand – sind nur Phasen oder Ereignisse in dieser wunderbaren Geschichte des Bewusstseins.

Interplanetarisches und interglobales Nirvāṇa

Wenn der universale Geist erwacht, erwacht die Welt zu neuem Leben; wenn er seine Augen schließt, fallen alle Dinge auf das Bett des mystischen Schlafes.

Vishṇu-Purāṇa, Buch VI, Kap. IV

Was geschieht mit den verschiedenen Monadenfamilien, wenn das Ende einer Runde auf Globus G erreicht worden ist und ihr Nirvāṇa beginnt? Tatsache ist, dass jede Monadenklasse nach dem Verlassen eines beliebigen Globus in eine kurze nirvāṇische Periode der Ruhe und der spirituellen Assimilation eintritt, ehe sie den nachfolgenden Globus betritt.31 Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis der höchste Globus der zwölffachen Kette erreicht worden ist – wenn die nächste Runde beginnt. Der wichtige Punkt ist hier, dass nach dem Verlassen des bereits quasi-spirituellen Globus G die verschiedenen Monadenklassen die Arūpa-Globen betreten, wo die Lebensbedingungen – zunehmend mit dem Aufstieg der Monaden – mehr und mehr typisch nirvāṇisch werden. Dasselbe Prinzip gilt umgekehrt auch für die Monaden auf dem absteigenden Bogen, wenn sie Globus nach Globus betreten, wobei jeder Globus materieller und physischer wird.

Wenn eine Lebenswoge – was nur ein anderer Name für eine Monadenfamilie ist – einen Globus verlässt, dann tritt dieser Globus in eine Periode der Verdunklung ein, bis die nächste Lebenswoge ihn erreicht und ihn wieder zu neuem Leben erweckt. Diese interglobalen Perioden, welche die monadischen Klassen erfahren, sind nicht alle von gleicher Dauer, sondern variieren entsprechend der Zeit, die die Lebenswoge auf dem Globus verbracht hat, den sie gerade verließ. Wenn zum Beispiel unsere Lebenswoge Globus D verlässt, nachdem sie auf ihm etwa dreißig Millionen Jahre verbracht hat, dann würde ein Zehntel jener Periode unser interglobales Nirvāṇa sein, ehe wir uns als Monaden auf Globus E zu verkörpern beginnen. Die Regel lautet, dass die interglobale nirvāṇische Ruhe im Ganzen ein Zehntel der Zeit beträgt, die die Lebenswoge gerade auf dem Globus verbracht hat.

Unsere Lebenswoge verbringt auf diesem Globus D während dieser vierten Runde sogar ein gut Teil mehr als dreißig Millionen Jahre – alle diese Zeitperioden sind in Bezug auf ihre jeweilige Dauer sorgfältig verschleiert worden. Wenn wir tatsächlich die gesamte Periode von ihrem ersten Beginn hier bis zu ihrem wirklichen letzten Ende nehmen würden, müsste eine viel längere Zeit genannt werden, weil wir sowohl die Vorläufer als auch die Nachzügler oder Nachfolger zu der Hauptmasse unserer Lebenswoge hinzunehmen müssten. Der Durchgang einer Lebenswoge durch einen beliebigen Globus einer Planetenkette – wie zum Beispiel der gegenwärtige Durchgang unserer menschlichen Lebenswoge durch Globus D – dauert daher Hunderte Millionen von Jahren und wird als Globen-Manvantara bezeichnet.

Überdies verbringt eine Lebenswoge nicht auf jedem Globus die gleiche Zeitdauer, denn die Lebenswogen unterscheiden sich nicht nur in der Spiritualität und Materialität: Je höher der Globus ist, desto kürzer ist die Verkörperungs-Periode auf ihm. Der Grund dafür ist, dass die spirituellen und intellektuellen Fähigkeiten dann viel stärker hervorgetreten sind und nicht nach materiellen Dingen oder verkörperter Existenz verlangen. Es ist die gleiche Regel, die auf die devachanischen Unterbrechungen angewendet wird: Je spiritueller und intellektueller das Ego, desto länger ist sein Devachan – solange wie das Devachan noch benötigt wird; je gröber und materialistischer das Individuum ist, desto kürzer ist das Devachan, und daher sind die Verkörperungen auf einem Globus während des Durchgangs der Lebenswoge, zu der es gehört, um so zahlreicher. Aus dem Vorhergehenden ist ersichtlich, dass keine Lebenswoge von einem Globus auf den nächsten »hinüberspringt«. Bei jedem Durchgang gibt es immer ein interglobales Nirvāṇa von unterschiedlicher Zeitdauer.32

Wenn die Lebenswoge auf ihrer Runde durch eine Planetenkette einen Globus verlässt, so geht dieser jeweils verlassene Globus nicht in Pralaya über – was Zersetzung bedeutet –, sondern er fällt in die Verdunklung, in eine Zeit des Schlafes. So wird unsere Erde, wenn wir diesen vierten Globus verlassen werden und auf den nächsthöheren Globus auf dem aufsteigenden Bogen gehen, auf Globus E, für eine lange Zeit in Verdunklung fallen. Sie wird jedoch nicht die volle Zeitdauer ruhen, in der unsere eigene, spezielle Lebenswoge durch die Globen E, F und G und durch die oberen fünf Globen aufsteigt; sie hat ihr eigenes Nirvāṇa zwischen Globus G und A und steigt dann durch Globus A, B und C ab, bis unser gegenwärtiger Globus D wieder erreicht ist. Nach einigen zehn Millionen Jahren, nachdem unsere menschliche Lebenswoge diesen Globus verlassen hat, kommt die Lebenswoge, die uns in der Reihe von Wesenheiten nachfolgt. Sie wird auf Erden erscheinen und dann durch ihre sieben Wurzelrassen gehen.

Verdunklung bedeutet lediglich, dass ein Planet zu bestimmten Zeiten in seiner Evolution mehr oder weniger menschenleer ist. Perioden der Aktivität treten ein, wenn die Menschheit in voller Blüte auf den entsprechenden Globen erscheint. Unsere gegenwärtigen menschlichen Rassenstämme sind nicht die einzige auf Erden lebende Lebenswoge. Unser Globus D besitzt tatsächlich verschiedene »Menschheiten« oder Manus – verschiedene Lebenswogen ist vielleicht ein besseres Wort –, die eine nach der anderen auf ihm evolvieren. Wie bereits erklärt, wird unser Globus D, wenn unsere Lebenswoge ihn verlässt, für eine gewisse Zeit in Verdunklung gehen, dann wird eine neue Lebenswoge hereinströmen, die aus ihren Armeen von Wesen besteht, die uns sehr ähnlich, aber nicht genau gleich sind. Zu dieser Zeit werden sich unsere menschlichen Lebensstämme auf Globus E befinden.

Es ist wie bei einem Zimmer in einem Hotel. Ich befinde mich auf einer Reise, ich verbringe eine Nacht in ihm und danach verlasse ich es. Nehmen wir an, dass das Zimmer für ein paar Stunden leer bleibt. Bald wird jedoch mein Zimmer, mein Globus, einem anderen Mann überlassen und er hält sich dort für eine Nacht und einen Teil des Tages auf. Dieses Zimmer bleibt nicht so lange frei, bis ich vielleicht nach ein oder zwei Jahren zu demselben Hotel zurückkehre. So folgen die Monadenfamilien, die Lebenswogen jeder anderen der Reihenfolge nach rund um die Globen der Kette; und wenn eine spezielle Lebenswoge einen Globus erreicht, so beginnt diese Lebenswoge aufzublühen: Ihre Zeit ist gekommen, ihre Wurzelrassen zu durchlaufen.

Es gibt eine Analogie zwischen den Lebenswogen, die in ihr Nirvāṇa eingehen, und der menschlichen Seele, die sich in ihr Devachan im Schoße der spirituellen Monade begibt. Nach jeder Kettenrunde gehen die Monaden in ihr interplanetarisches Nirvāṇa ein und ähnlich durchleben die monadischen Klassen nach jeder Globenrunde ein interglobales Nirvāṇa. Wohin gehen aber die Nirvāṇis, wenn sie Globus G verlassen? Wandern sie wie Stäubchen im Sonnenschein vage durch den leeren Raum? Nein; denn, wie bereits dargelegt, jene Monaden, die nach dem Verlassen von Globus G in ihr Nirvāṇa eingehen, wandern durch die fünf höheren Globen, ehe sie wieder für eine neue Runde herabkommen.

Es sind jedoch nicht die göttlichen und spirituellen Teile unserer Konstitution, die in Nirvāṇa eingehen, denn diese befinden sich bereits sozusagen jenseits dieses Zustandes; es sind vielmehr die menschlichen Monaden: Nirvāṇa ist für sie das, was Devachan für die menschliche Seele nach dem Tode ist. Die Überlieferung sagt, dass, wenn der Bōdhisattva ein Buddha wird, der Buddha in Nirvāṇa eingeht, er wird ausgelöscht. Das heißt aber nicht Vernichtung. Was zurückgelassen wird, ist jener Teil des Bōdhisattva, der seinerseits eine Monade ist und wieder ein Buddha werden wird und der wiederum einen Bōdhisattva-Śishṭa zurücklässt.

Es gibt verschiedene Arten von Nirvāṇa. Jede Art stellt einen Bewusstseinszustand dar. Die göttlichen und spirituellen Teile einer Wesenheit, z. B. eines Menschen, sind, wenn sie sich in ihrem eigenen natürlichen Bewusstseinszustand befinden, in einem typisch nirvāṇischen Zustand; aber das »Nirvāṇa«, in das die niederen Monaden eingehen, ist nicht jener höhere Bewusstseinszustand, der für die göttlichen und spirituellen Wesenheiten charakteristisch ist.

Zwischen den Runden existiert ein zeitweiliges Nirvāṇa. Der Grund dafür ist, dass jene Monaden, welche auf Globus G volles Selbstbewusstsein erlangen (wie wir selbst, wenn wir ihn am Ende dieser gegenwärtigen vierten Runde erreicht haben werden), noch nicht ausreichend evolviert sind, um volles Selbstbewusstsein auf den drei noch höheren kosmischen Ebenen zu besitzen. Genauso ist es bei der menschlichen Seele, die, wenn sie stirbt, noch nicht evolviert genug ist, um auf den höheren Ebenen als ihr eigenes Bewusstsein selbstbewusst zu werden, und daher in das Devachan sinkt, wo sie bis zu ihrer Wiedergeburt auf Erden verbleibt.

Am Ende der siebenten Runde werden die Monaden, wenn sie Globus G verlassen, wahrscheinlich ausreichend evolviert sein, um auf dem ersten der Arūpa-Globen des aufsteigenden Bogens selbstbewusst zu sein, möglicherweise auch auf dem zweiten, aber gewiß nicht auf dem dritten – einfach deshalb, weil das Bewusstsein auf diesem Globus zu umfassend ist. Die Monaden werden in Bewusstlosigkeit fallen, ehe sie ihn erreichen, weil sie aus sich noch nicht die spirituellen Kräfte oder Organe evolviert haben, um dort selbstbewusst zu sein; geradeso wie die menschliche Seele nach dem Tod in Träume sinkt. Wir sind in diesen höheren Bereichen unbewusst, weil wir noch nicht gelernt haben, selbstbewusst in den erhabeneren Teilen unserer Konstitution zu leben. Wenn wir es aber gelernt haben, werden wir selbstbewusst sein, wenn wir schlafen, und daher bewusst, wenn wir sterben. Ferner muss ein Teil der Konstitution eines jeden Menschen die Globen auf dem aufsteigenden Bogen unserer Planetenkette durchqueren, wenn er auf seinem aufwärtsführenden Pfad während seiner nachtodlichen Wanderungen durch die Sphären pilgert. Er hat deshalb wenigstens einmal eine Verkörperung oder einen Kontakt auf jedem dieser Globen.

Alle diese Familien von Lebenswogen versammeln sich schließlich gleich heimkehrenden Vögeln auf dem höchsten Globus der zwölffachen Kette; oder, wenn wir nur die siebenfache Kette in Betracht ziehen, können wir sagen: auf Globus G. Da aber die Natur ihre Arbeitsweise überall wiederholt, müssen sich auf jedem Globus, ehe er in die Verdunklung eingeht, alle Lebenswogen versammeln – allerdings nicht in ihrer Gesamtheit, weil es immer sowohl Vorläufer als auch Nachzügler gibt.

Es gibt also ein Globen-Manvantara für A, ein Globen-Manvantara für B, dann C und dann D; und wenn eine Lebenswoge rund um die Kette gewandert ist, ist dies eine Kettenrunde für sie. Auf jedem dieser Globen gibt es alle Klassen von Lebenswogen. Es gibt die Vorläufer unserer menschlichen Lebenswoge und es gibt auch eine zahllose Schar von Wesenheiten, die hinterherwandern; junge Wesen auf dem evolutionären Pfad, jünger an Manvantaras, als es die siebente Rasse der siebenten Runde sein wird. Diese siebente und letzte Rasse des gegenwärtigen Manvantara unseres Planeten wird ihn dann als Dhyāni-Chohans – Götter – verlassen.

Die Vorläufer, genannt die Fünft- und Sechstrunder, sind jene fortgeschrittenen Egos, die aufgrund vergangener, relativ vollkommener Erfahrungen auf der Mondkette mehr evolviert sind als der Großteil der Lebenswoge. Es ist eine einfache Sache: Da sind alle Grade von Menschen, angefangen bei den am wenigsten evolvierten bis hin zu den Mahatmas und Buddhas. Die Vorläufer, die sich jetzt in unserer vierten Runde befinden, sind jene Individuen, die, wenn sie die Chance bekommen, die Erde verlassen und vorauseilen. Sie eilen uns voraus, was lediglich heißt, dass sie bereits in ihrer fünften Runde die Globen uns voraus hinauf- und hinabgeeilt sind, während wir uns hinter ihnen auf Globus D abmühen. Die Sechstrunder sind jene seltenen Blüten der menschlichen Rasse, die noch weiter evolviert sind als die Fünftrunder; sie sind zwei Runden vor uns. Von diesen Letzteren gibt es jedoch nur wenige. Sie sind so selten wie die Buddhas, so »selten wie die Blüte des Udumbara-Baums«.33

Bei den Nachzüglern ist gerade das Gegenteil der Fall. Viele von ihnen werden nicht in eine aktive evolutionäre Erfahrung auf dieser Planetenkette eintreten, was also heißt, auf diesem Globus, ehe er am Ende die volle Evolution erreicht haben wird; denn dann wird dieser Globus anfangen zu sterben. Jene, die jetzt in unserem Kielwasser folgen und die uns dann ebenso folgen werden, werden ebenso wie wir in ihr Nirvāṇa eintreten und die nächste Planetenkette abwarten. Diese Scharen über Scharen kleinerer Wesenheiten, die in der evolutionären Entwicklung tiefer stehen als wir, werden, immer noch hinter uns herwandernd, auf diese neue zukünftige Kette kommen. Am Ende der siebten Runde werden alle niedrigeren Wesenheiten, die die Lebensscharen auf unserem Planeten bilden, in ihr eigenes Nirvāṇa eingehen, aber auf einer viel niedrigeren nirvāṇischen Ebene als der, auf welcher sich die Lebenswoge als Ganzes (die dann aus Dhyāni-Chohans zusammengesetzt sein wird) befinden wird. Wenn alles, was die Erde und alle ihre Scharen von Bewohnern betrifft, am Ende der siebten Rasse der siebten Runde vollendet wäre, dann gäbe es keine Möglichkeit einer zukünftigen Verkörperung. Alles und jedermann und der Planet selbst würden Para-Nirvāṇa erreicht haben und viele, viele Sonnen-Manvantaras würden vorübergehen, ehe der Drang nach Verkörperung erneut gefühlt werden würde.

Dies ist aber nicht der Fall. Die Wesenheiten und Dinge, die weniger evolviert sind als die siebente Menschenrasse in der siebenten Runde, sind noch unvollkommen. Sie besitzen daher noch Gut und Böse in sich; und sie bringen notwendigerweise all das, was sie selbst sind, in die nächste Verkörperung zurück. Es wird Wesenheiten geben, die unmittelbar niedriger sind als die siebente Rasse der siebenten Runde, denen andere, noch unvollkommenere Scharen folgen und auf dem evolutionären Pfad bis hinab zu den Tiefen der materiellen Existenz hinterherwandern.

Lassen Sie uns unseren eigenen Globus D betrachten. Wir sind in der fünften Wurzelrasse. Wir müssen zwei weitere Wurzelrassen durchlaufen, ehe unser Globus in die Verdunklung versinkt. Aber auch die Tiere sind hier sowie die Pflanzen, die Steine und die drei Elementalklassen. Diese Lebenswogen arbeiten alle zusammen und sind das Leben um uns herum. Unter uns gibt es aber auch Vertreter von einigen der dhyāni-chohanischen Reiche. Sie sind unsichtbar für uns, aber nur, weil sie höher stehen als wir. Wir wissen von einigen wenigen auf den niederen Globen, und wir nennen sie Mahatmas, Chohans und mit anderen Namen. Die Christen sprechen von ihnen als den Engeln; aber diese Chohans befinden sich unter uns. Sie sind Vorläufer ihrer regulären Lebenswogen, und deshalb muss auf unserem Globus D gegen Ende des Manvantara jede einzelne der verschiedenen Lebenswogen ihre Vertreter hier haben; und alle müssen so weit sein, um ihren Weg der Reihe nach zum Globus E zu ziehen, ehe Globus D in Verdunklung verfällt.

Wenn ich sage, dass sich die Vertreter jeder einzelnen der sieben oder zehn Lebenswogen gleich heimkehrenden Vögeln auf einem Globus versammeln, ehe er in Verdunklung verfällt, so bedeutet das nicht, dass sich jede einzelne dieser Lebenswogen oder Monadenklassen vollständig auf solch einem Globus befindet, wenngleich Letzteres auf dem höchsten Globus der zwölffachen Kette, wo eine Pause vor dem Beginn der neuen Runde herrscht, beinahe wirklich der Fall ist.

Da die Erde nur der physische Körper einer sieben- oder zwölffachen Wesenheit ist, sind die Ruheperioden solch eines zusammengesetzten Wesens dem Charakter nach ebenfalls zusammengesetzt. Wenn eine Planetenkette stirbt, geht jedes der Elemente ihrer Konstitution – d. h. die Scharen und die Masse der Lebensatome und quasi-bewussten, selbstbewussten und voll selbstbewussten Wesen – in ihr entsprechendes Nirvāṇa ein. Die Planetenkette selbst, als eine Wesenheit betrachtet, geht jedoch nicht in ein planetarisches Nirvāṇa ein, sondern vielmehr in ein planetarisches Devachan. Was das Nirvāṇa für die Einzelbewohner einer Planetenkette ist, ist nur das Devachan jener Kette, oder besser der Globen, die diese Kette bilden.

Ähnlich ist es beim Menschen, denn das ursprüngliche Analogiegesetz der Natur ist überall gültig. Wenn ein Mensch stirbt, befindet sich die menschliche Monade eine Zeitlang in einem nirvāṇischen Zustand; aber der innere Gott ist für diese Periode nicht in diesem nirvāṇischen Zustand. Und drittens befindet sich die menschliche Seele in ihrem Devachan.

Unsere Erde befindet sich auf der Skala ihrer individuellen Evolution tiefer als der Durchschnitt der sie bewohnenden Menschheit. Gleichwohl steht die spirituelle Wesenheit, deren physischer Ausdruck die Erde ist, in gleichem Verhältnis zu ihrer Menschheit wie die menschliche Seele zu den vielfältigen Atomen des niedrigeren Teils der menschlichen Konstitution. Einige von uns mögen fragen, ob sich diese Feststellung auf die Erde als Globus D unserer Planetenkette bezieht oder auf die Kette als Ganzes. Wenngleich sie auf unseren Erdglobus im Besonderen anwendbar ist, kann sie durch Analogie ebenso gut auch auf jeden anderen Globus unserer Planetenkette bezogen werden. Tatsache ist, dass jeder derartige Globus vom evolutionären Standpunkt aus weniger fortgeschritten ist als die »Menschheit« der evolvierenden Egos, die ihn zu irgendeiner Zeit bewohnt, oder anders ausgedrückt, die ihn im Laufe der Runden durch die Globen der Planetenkette durchwandert.

In diesem Zusammenhang werde ich an eine bestimmte Stelle in The Mahatma Letters, S. 94, erinnert:

Die Analogie zwischen einem Mutter-Globus und seinem Menschen-Kind kann wie folgt ausgearbeitet werden. Beide haben ihre sieben Prinzipien. Beim Globus bilden die Elementale (von denen es insgesamt sieben Arten gibt) (a) einen groben Körper, (b) sein fluidisches Doppel (Linga-Sariram), (c) sein Lebensprinzip (Jiva); (d) sein viertes Prinzip Kama-Rupa wird durch seinen vom Mittelpunkt zum Umkreis wirkenden schöpferischen Impuls gebildet; (e) sein fünftes Prinzip (die animalische Seele oder Manas, die physische Intelligenz) ist im Pflanzenreich (im Keim) und im Tierreich verkörpert; (f) sein sechstes Prinzip (oder die spirituelle Seele, Buddhi) ist der Mensch; (g) und sein siebentes Prinzip (Atma) befindet sich in einer feinen Schicht von vergeistigtem Akasa, die ihn umgibt.

Ich möchte betonen, dass KH hier nur die siebenfache Natur der physischen Sphäre der Erde im Sinn hatte und sich nicht wie ich mit unserem Erdglobus als einer kosmischen Siebenheit befasste, die alle sieben Element-Prinzipien des Universums, angefangen vom kosmischen Ātman bis herab zum Sthūla-Śarīra unseres Globus, enthält. KH bezog sich nur auf das irdische Sthūla-Śarīra unseres Globus mit seinen sieben Elementen und Prinzipien. Da jedes einzelne der Prinzipien in sich siebenfach ist, ist sogar das Sthūla-Śarīra eine siebenfache Wesenheit; und von dieser siebenfachen Eigenart unserer physischen Ebene bilden wir Menschen während unseres Durchgangs die buddhischen Lebensatome.

Auf die gleiche Weise kann das Sthūla-Śarīra des Menschen in sieben Prinzipien eingeteilt werden, die aus den Teilen aller Bestandteile seiner Konstitution gebildet werden, die sich auf der physischen Ebene in und durch seinen Körper zum Ausdruck bringen. So bilden zum Beispiel im Körper des Menschen alle sieben Spezies oder Klassen von Elementalen seine dichteste physische Materie, sein fluidisches Doppel und sein Lebensprinzip oder Prāṇa. Dagegen ist das vierte Prinzip des physischen Körpers ein Teil des Elements Kāma, das durch ihn wirkt. Sein fünftes Prinzip ist die psychomagnetische Aktivität des Gehirnverstands. Sein sechstes Prinzip ist die Reflexion der höheren menschlichen Seele im Körper. Und das siebente Prinzip oder der Ātman des Körpers stellt das ākāśische aurische Fluidum dar, das den menschlichen Körper umgibt, d. h. das Aurische Ei des Menschen in seinem niedrigsten oder materiellsten Aspekt.

Während der Planetengeist unserer Erde auf der evolutionären Lebensleiter weiter voraus ist als die sie bewohnende Menschheit, ist die Erde als ein Globus in der physischen evolutionären Entwicklung dennoch weniger fortgeschritten als der menschliche Körper aus Fleisch, der im Vergleich zur steinigen und metallischen Sphäre der Erde relativ weich und quasi-astral ist.

Ich möchte hier hinzufügen, dass das Verhältnis des Planetengeistes unseres Erdglobus – betrachtet als eine kosmische Siebenheit – zu den verschiedenen »Menschheiten«, die sich auf und durch unseren Globus evolvieren, einen ausdrücklich hierarchischen Charakter besitzt. Und dasselbe Verhältnis gilt auch für alle anderen Globen unserer Planetenkette. Dasselbe hierarchische Verhältnis besteht auch in Bezug auf die Planetengeister der heiligen Planeten, durch die die evolvierenden »Menschheiten« im Laufe der äußeren Runden wandern.

Śishṭas und Manus

Die am meisten entwickelten (die lunaren) Monaden erreichen den menschlichen Keimzustand in der ersten Runde. Sie werden irdische, wenn auch sehr etherische, menschliche Wesen gegen das Ende der dritten Runde, bleiben auf ihm (dem Globus) während der »Verdunklungs«-periode als der Samen für die zukünftige Menschheit in der vierten Runde und werden so die Pioniere der Menschheit am Beginn dieser, der gegenwärtigen vierten Runde. Andere erreichen die menschliche Stufe erst während späterer Runden, nämlich in der zweiten, dritten oder in der ersten Hälfte der vierten Runde. Und schließlich werden die am meisten verspäteten – d. h. jene, die noch nach dem mittleren Wendepunkt der vierten Runde tierische Formen innehaben – überhaupt nicht Menschen während dieses Manwantara. Sie werden die Grenze der Menschheit erst am Schluss der siebenten Runde erreichen, um ihrerseits nach dem Pralaya – von älteren Pionieren, den Vorfahren der Menschheit, oder der Samenmenschheit (Sishta), nämlich von den Menschen, die am Ende dieser Runden an der Spitze von allem stehen werden – in eine neue Kette eingeführt zu werden.

SD I, 182; GL I, 204–205

Verhältnismäßig wenig ist in der theosophischen Literatur über die Śishṭas, ihre Eigenschaften und die so bedeutende Rolle, die sie in der Natur spielen, geschrieben worden.

Das Sanskrit-Wort Śishṭa stammt von der Zeitwortwurzel śish = zurücklassen, zurückbleiben, sodass sein Partizipium der Vergangenheit übriggeblieben, zurückgelassen etc. bedeutet. Es ist interessant, dass Śishṭa auch von der Zeitwortwurzel śās = schulen, regeln, instruieren, abgeleitet ist. Dieses Partizipium der Vergangenheit bedeutet geschult, wohl geregelt und daher gelehrt, ausgewählt, weise etc., und daher Vorgesetzter oder Chef. Es ist eigentlich seltsam, wie das Partizipium der Vergangenheit jeder dieser Zeitwortwurzeln Bedeutungen enthält, welche die esoterische Lehre als die charakteristischen Qualitäten der Śishṭas selbst zeigt.

Die Śishṭas sind also die höchsten Vertreter einer Lebenswoge und andererseits einer monadischen Klasse, die auf einem Globus einer Planetenkette zurückgelassen werden, wenn dieser Globus in seine Verdunklung eingeht. Wenn eine Lebenswoge ihre sieben Rassen auf einem Globus beendet, wandert der größere Teil von ihr während der Runde auf den nächsten Globus. Sie lässt aber ihre höchsten Vertreter zurück, das sind die Śishṭas, die Zurückbleibenden. Sie sind dort zurückgelassen worden, um dieselbe Lebenswoge auf ihrer Rückkehr zu demselben Globus mit den Lebenssamen zu versehen, die sie befähigen, sich wieder zu vermehren.

Die Śishṭas dürfen nicht mit den Manus verwechselt werden. An verschiedenen Stellen der Geheimlehre spricht HPB von dem Manu, der die Evolution einer Lebenswoge auf jedem Globus beginnt, als dem Wurzel-Manu, und von dem Manu, der zurückbleibt, wenn die Lebenswoge einen Globus verlässt, als dem Samen-Manu. Dies zeigt deutlich, dass die Manus und die Śishṭas sehr eng miteinander verknüpft sind, so sehr, dass sie in gewissen Aspekten identisch sind. Doch sind sie nicht auf der ganzen Linie identisch.

Wie bereits festgestellt, wandern die Lebenswogen, eine nach der anderen, von Globus zu Globus der Kette, sodass die erste Klasse, die auf der evolutionären Szene erscheint, das erste Elementalreich ist, und wenn es durch seine sieben Ringe oder Wurzelrassen gelaufen ist, vollbringt das zweite Elementalreich das Gleiche, seinerseits gefolgt von dem dritten. Und wenn dieses letztere seine Ringe vollendet hat, dann treten die Monaden des Mineralreichs auf den Plan, die ihren siebenfachen Kreis durchlaufen. Ihnen folgen das Pflanzen-, Tier- und Menschenreich und schließlich das erste, zweite und dritte dhyāni-chohanische Reich.

Wenn eines dieser zehn Reiche einen Globus verlässt, um auf den nächsten Globus rund um die Kette zu gehen, lässt es seine am höchsten evolvierten Individuen als Śishṭas zurück. Der so verlassene Globus hat eine kurze Periode der Verdunklung, nach der er erwacht, um die ersten Vertreter der nachfolgenden Lebenswoge oder des nachfolgenden Reiches hereinfließen zu lassen. Mittlerweile bleiben die Śishṭas des vorhergehenden Reiches auf dem Globus, bis die große Mehrheit ihrer eigenen Lebenswoge zurückkehrt, die jetzt die anderen Globen auf ihrer Runde umwandert. Dann fühlen diese Śishṭas das Hereinkommen oder das Einfließen ihrer eigenen zurückkehrenden Lebenswoge und reagieren, indem sie auf die notwendige Menge anwachsen. Auf diese Weise werden die Träger bereitgehalten, in denen die Masse der Lebenswoge sich zu gegebener Zeit als die erste Wurzelrasse der neuen Runde auf diesem besonderen Globus verkörpern wird.34

Es wäre ein Irrtum, sich vorzustellen, dass sich diese Śishṭas entweder schnell entwickeln oder überhaupt keinen evolutionären Fortschritt hätten, denn beide Annahmen sind unrichtig. Obwohl die Śishṭas, wenn sie zurückgelassen werden, stets weit weniger zahlreich sind als die Masse der Lebenswoge, da sie die höchsten Vertreter ihrer Lebenswoge sind, so evolvieren sie dennoch weiter, aber in einem viel kleineren Ausmaß, als wenn sich die Lebenswoge ordnungsgemäß auf dem Globus befindet. Sie evolvieren langsam während der Hunderte von Millionen Jahre, bevor ihre eigene Lebenswoge wieder kommt, und vermehren sich normal, obgleich in einem quasi-passiven Status oder Zustand.

Im Menschenreich sind diese Śishṭas verkörperte reinkarnierende Egos, die selbstverständlich auch sterben und immer wieder wiedergeboren werden. Die einzelnen Egos haben genau die gleiche Bestimmung nach dem Tode, die sie immer gehabt haben. Weiterhin bleibt die menschliche Śishṭa-Gruppe, die mehr oder weniger genau als eine Illustration für alle anderen Śishṭa-Gruppen dienen mag, zahlenmäßig nicht konstant, aus dem einfachen Grund, weil sie beständig einen allmählich zahlenmäßig größer werdenden Zuwachs von Vorläufern empfängt, Individuen, die ihrer Lebenswoge vorauseilen und so den Globus, auf dem sich die Śishṭa-Gruppe befindet, wieder erreichen, jedoch schneller als die Hauptmasse der Lebenswoge. Diese Śishṭas, in unserem Fall die Fünftrunder (und sehr selten die Sechstrunder) bleiben zurück, weil sie bereits ihre fünfte Runde durchlaufen haben und diese daher nicht zu wiederholen brauchen. Den Tatsachen entsprechend können sie in ihrer evolutionären Entwicklung nicht weitergehen, bis die Lebenswoge sie eingeholt hat. Daher kommt es, dass die Śishṭas kontinuierlich, obgleich langsam, an Zahl zunehmen, und zwar mit jeder vorübergehenden Million von Jahren etwas schneller, bis die Lebenswoge ihren Globus wieder erreicht.

Ich habe hier über die Śishṭa-Gruppen gesprochen, die auf den verschiedenen Globen unserer Planetenkette während einer beliebigen Runde zurückgelassen worden sind. Aber die Natur besitzt aufgrund ihrer analogen Struktur und ihrer analogen Operationen Śishṭas einer anderen Art als die Globen-Śishṭas. Es gibt zum Beispiel Śishṭas, die von einer sterbenden Kette zur nächsten Verkörperung derselben Kette überwechseln, und daher kommt es, dass diese Śishṭa-Gruppen die Lebenssamen oder die Wurzel-Śishṭas genannt werden, die das manvantarische Drama in der ersten Runde auf Globus A der neuen Kettenverkörperung eröffnen.

Da sie Śishṭas von Lebenswogen sind, die nicht weiter von Globus zu Globus einer Kette evolvieren, sind diese Śishṭas von einer Kettenverkörperung zur nächsten nicht so sehr in Körpern manifestierte Individuen wie die, die ich zeitweilig monadische Sphären oder monadische Eier genannt habe.35 Das menschliche Ego kann, während es sich in seinem Devachan aufhält, tatsächlich ebenso als ein monadisches Ei oder eine monadische Sphäre bezeichnet werden, weil es in seinen glückseligen Träumen innerhalb der spirituellen Monade – eingehüllt als Devachani in seinem Aurischen Ei – wirklich eine Art monadisches Ei ist, aus dem der zukünftige Mensch im nächsten Erdenleben herauswachsen wird. Natürlich lässt sich das, was hier über das monadische Ei des Menschenreiches gesagt wird, im Prinzip ebenso gut auf die Śishṭa-Gruppen aller anderen neun Reiche oder monadischen Klassen zwischen den Kettenverkörperungen übertragen.

Wenn sich die neue Kette bildet, sind es daher immer die höchsten Vertreter aller Klassen, die, in Verbindung mit den Elementalen ihrer eigenen Klasse oder Art, sozusagen die ideenbildenden »Architekten« werden. Diese prägen den Bauplan den Elementalen ein, sodass letztere ihre entsprechenden Arbeiten beim Aufbau der Globen einer Kette tun können. Wenn dieses Architekturschema mithilfe der Elementale einmal als Idee hervorgebracht worden ist, beginnen sich die niederen Vertreter der verschiedenen Reiche zu manifestieren und ihre entsprechenden Arbeiten zu tun, um die verschiedenen Formen des Fundaments bereitzustellen, in denen sich die höchsten Vertreter später zu gegebener Zeit wieder manifestieren.

Was die Manus betrifft, so gibt die folgende Auswahl aus den Schriften von HPB das Wesentliche der Lehre wieder:

Vaivasvata Manu (der Manu unserer fünften Rasse und der Menschheit im Allgemeinen) ist der personifizierte Hauptvertreter der denkenden Menschheit der fünften Wurzelrasse; deshalb wird er als der älteste Sohn der Sonne und als ein Agnishwatta-Vorfahre dargestellt. Da »Manu« von »Man« (engl. Mensch), denken, abgeleitet wird, ist die Idee klar. Der Gedanke ist in seiner Wirkung auf die menschlichen Gehirne grenzenlos. Daher ist und enthält Manu alle möglichen Denkformen, die auf Erden aus dieser besonderen Quelle entwickelt werden können. …

Manu ist vielleicht die Synthese der Manasa, und er ist ein einzelnes Bewusstsein in demselben Sinne, in dem der Mensch nur eine Bewusstseinseinheit ist, während alle verschiedenen Zellen, aus denen der menschliche Körper zusammengesetzt ist, unterschiedliche Bewusstseinseinheiten sind. Aber diese Einheit des Menschen ist sozusagen nicht ein einziges Bewusstsein: Es ist eine Reflexion von tausend- und millionenfachen Bewusstseinseinheiten, die ein Mensch absorbiert hat.

Manu ist aber in Wirklichkeit kein Individuum, er stellt die gesamte Menschheit dar. Sie können sagen, dass Manu ein Gattungsname für die Pitris, die Vorfahren der Menschheit, ist. Sie kommen, wie ich gezeigt habe, von der Mondkette. Sie rufen die Menschheit ins Leben, dann, nachdem sie die ersten Menschen geworden sind, bringen sie andere durch Entwicklung ihrer Schatten, ihrer Astralselbste, ins Leben. … Aber, wie der Mond sein Licht von der Sonne erhält, so empfangen die Abkömmlinge der Lunar-Pitris ihr höheres mentales Licht von der Sonne oder den »Söhnen der Sonne«. Wie Sie wissen, kann Vaivasvata Manu ein Avatar oder eine Personifizierung von MAHAT sein, die vom Universalgemüt beauftragt ist, die denkende Menschheit voranzuführen.

Transactions of the Blavatsky Lodge, S. 77–78.

Manu erklärt, dass er selbst von Virâj oder Vaiswanara (dem Geiste der Menschheit) erschaffen sei, was bedeutet, dass seine Monade aus dem niemals ruhenden Prinzip am Beginn einer jeden neuen kosmischen Tätigkeit emaniert: aus jenem Logos oder jener UNIVERSALMONADE (kollektive Elohim), die aus ihrem Innern heraus alle die kosmischen Monaden ausstrahlt, welche die Tätigkeitszentren werden – sowohl Vorfahren der zahllosen Sonnensysteme als auch der noch undifferenzierten menschlichen Monaden der Planetenketten, sowie auch eines jeden Wesens darauf. Jede kosmische Monade ist »Svayambhûva, der SELBST-GEBORENE, der das Kraftzentrum wird, aus dessen Innerem eine Planetenkette auftaucht (von denen es sieben in unserem System gibt). Die Ausstrahlungen dieses Zentrums werden wiederum ebenso viele Manus Svayambhûva (ein geheimnisvoller Gattungsname, der weit mehr bedeutet als es den Anschein hat), von denen ein jeder, als eine Schar, der Schöpfer seiner eigenen Menschheit wird.

SD II, 311; GL II, 324–325.

Da das Wort Manu ein abgeleitetes Wort von der Sanskrit-Zeitwortwurzel man = »denken, nachdenken über« ist, ist ein Manu gleichzeitig ein denkendes Individuum und eine Armee von kleineren Individuen oder »Denkern«, die es zusammensetzen. Unser physischer Körper ist ein Individuum und doch setzt er sich aus einer immensen Zahl kleinerer Individuen zusammen. Jedes ist eine bestimmte Einzelwesenheit und doch gehört sie gänzlich zu dem Körper und ist in ihm als ein Ganzes enthalten. Dies ist eine genaue Beschreibung von dem, was ein Logos in kosmischen Ausmaßen ist. Mit anderen Worten, das, was ein kosmischer Logos im Kosmos ist – gleichzeitig sowohl der kosmische Purusha als auch eine ihn zusammensetzende Armee untergeordneter Monaden –, ist im kleineren Maßstab einer Kette oder eines Globus ein Manu.

HPB drückt diese Tatsache in ihrer eigenen unnachahmlichen Weise so aus:

Wenn alle jene Manus und Rishis mit einem einzigen Gattungsnamen benannt werden, so geschieht dies infolge der Tatsache, dass sie alle zusammen die geoffenbarten Energien eines und desselben LOGOS sind, die himmlischen sowohl als auch die irdischen Sendboten und Permutationen jenes Prinzips, das immer in einem Zustand der Aktivität ist; bewusst während der Periode der kosmischen Evolution, unbewusst (von unserem Gesichtspunkt aus) während der kosmischen Ruhe, denn der Logos schläft in dem Schoße von TAT [JENEM], das »nicht schläft«, noch jemals wach ist – denn es ist SAT oder Sein-heit, nicht ein Wesen. Aus IHM geht der große unsichtbare Logos hervor, der alle anderen Logoi evolviert; der ursprüngliche MANU, der den anderen Manus das Dasein gibt, die kollektiv das Weltall und alles, was darin ist, emanieren und welche in ihrer Zusammenfassung den geoffenbarten Logos repräsentieren. Daher lernen wir in den »Kommentaren«, dass nicht einmal der höchste Dhyan-Chohan »den Zustand der vorhergehenden kosmischen Evolution« vollständig erfassen kann, »die Manus jedoch eine Kenntnis ihrer Erfahrungen in allen kosmischen Evolutionen in alle Ewigkeit behalten.«

SD II, 310; GL II, 324.

Ein Manu ist also ein kleinerer Logos entweder eines Globus oder einer ganzen Kette, entsprechend unserer Größenordnung. Als ein Individuum ist er sowohl die Menschheit als auch die ungeheure Zahl der Egos der Menschenschar, die in ihrer Gesamtheit den Manu bildet. Wir können daher sagen, dass eine Lebenswoge ihren evolutionären Lauf auf einem Globus als ein Wurzel-Manu beginnt. Aus ihm werden zu gegebener Zeit die sieben Wurzelrassen hervorgehen.

Wir können aber auch sagen, dass dieselbe Lebenswoge, wenn sie einen Globus verlässt, der Samen-Manu ist, der auf seiner Runde durch die anderen Globen vorwärtsgeht und wiederum der Wurzel-Manu wird, wenn er jenen Globus wieder erreicht.

Wie bereits gesagt, die Manus und die Śishṭas sind nicht identisch, obwohl sie sehr eng miteinander verbunden sind. Die Śishṭas sind die fortgeschrittensten Individuen des Samen-Manu. Und diese Śishṭas werden die Lebenssamen, wenn ihr Manu ihren Globus wieder erreicht und der Wurzel-Manu wird. Der Manu schließt daher nicht nur die Hauptmasse der Lebenswoge ein, sondern auch die Śishṭas.

Im Lichte der vorhergehenden Abschnitte wird es leichter sein, die Lehren zu verstehen, wie sie von HPB in den folgenden Stellen aus ihrem Artikel »Das siebenfache Prinzip in der Esoterik« ausgedrückt werden. Wenn sie von dem siebenfältigen Gesetz und den unzählbaren Anspielungen auf dieses Gesetz in den alten Schriften spricht, fragt sie: »Wer war Manu, der Sohn von Svayambhūva?«, und antwortet mit folgender Erklärung:

Die Geheimlehre berichtet uns, dass dieser Manu kein Mensch war, sondern die Repräsentation der ersten Menschenrassen, die mit Hilfe der Dhyan-Chohans (Devas) am Anfang der ersten Runde evolviert wurden. Aus seinen Gesetzen (Buch I, 80) erfahren wir aber, dass es vierzehn Manus für jedes Kalpa oder »jede Zwischenzeit von Schöpfung zu Schöpfung« (lies Zwischenzeit von einem kleineren »Pralaya« zu einem anderen) gibt. Und dass »es in dem gegenwärtigen göttlichen Zeitalter bis jetzt sieben Manus gegeben hat«. Jene, die wissen, dass es sieben Runden gibt, von denen wir drei absolviert haben und jetzt in der vierten sind, und die gelehrt wurden, dass es sieben Morgen- und sieben Abenddämmerungen oder vierzehn Manvantaras gibt, dass es am Beginn jeder Runde und am Ende und auf und zwischen den Planeten »ein Erwachen zu unwirklichem Leben« gibt und »ein Erwachen zu wirklichem Leben«, und dass es ferner »Wurzel-Manus« gibt und was wir schwerfällig mit »die Samen-Manus« übersetzen müssen – nämlich die Samen für die Menschenrassen der bevorstehenden Runde (ein enthülltes Geheimnis nur für jene, die ihren dritten Grad in der Initiation durchschritten haben); jene, die all dies gelernt haben, werden besser vorbereitet sein, die Bedeutung des Folgenden zu verstehen. … Geradeso wie jede planetarische Runde mit dem Erscheinen eines »Wurzel-Manu« (Dyan-Chohan) beginnt und mit einem »Samen-Manu« schließt, so erscheint ein Wurzel- und andererseits ein Samen-Manu am Beginn und am Schluss der Menschenperiode eines jeden Planeten. Man kann aus der vorhergehenden Feststellung leicht ersehen, dass eine Manu-Antarische Periode, wie die Bezeichnung andeutet, die Zeit zwischen dem Erscheinen von zwei Manus oder Dyan-Chohans bedeutet. Und daher ist ein kleineres Manuantara die Dauer von sieben Rassen eines jeden Planeten, und ein größeres Manvantara ist die Periode einer Menschenrunde entlang der Planetenkette. Mehr noch, es wird gesagt, dass jeder der sieben Manus 7 × 7 Manus hervorbringt und dass es 49 Wurzelrassen auf den sieben Planeten [Globen] während jeder Runde gibt, daher weist jede Wurzelrasse ihren Manu auf.

The Theosophist, Juli 1883, S. 254.

So sehen wir wieder einmal die grundlegende Einheit von allem, was ist, und die unzerstörbaren natürlichen Bande, die uns mit allem, was das Universum enthält, vereinigen. Keiner von uns kann auf unserer Wanderschaft allein voranschreiten oder sie verfolgen – nicht einer von uns. Wir nehmen zahllose Scharen von Wesenheiten mit uns, die an alle Teile unserer Konstitution gebunden sind und evolutionär unter uns stehen. Und auf genau die gleiche Weise, aber auf einer anderen Stufe, sind wir alle durch untrennbare Bande mit den spirituellen Wesen über uns in der kosmischen Hierarchie vereinigt. Wir müssen alle gemeinsam vorwärtsgehen, wie wir es durch die Vergangenheit getan haben; und in alle Zukunft werden wir als eine Schar von Monaden, gleich einem riesigen kosmischen Fluss von Leben, vereinigt weiterschreiten.

Fußnoten

1. Vgl. Cory’s Ancient Fragments, S. 266 (2. Ed., London, 1832). [back]
2. Vgl. The Epinomis, §6, eines der »fraglichen Werke« Platons: »Denn man kann sich mit Recht vorstellen, dass die ganze Sonne größer ist als die ganze Erde, und dass alle dahinwandernden Sterne eine wunderbare Größe besitzen. Wir wollen also darüber nachdenken, auf welche Weise wohl eine Naturkraft eine so große Masse immer in der gleichen Zeit, wie sie ja noch heutzutage bewegt wird, im Kreise herumbewegen kann. Nun, ich versichere, dass nur ein Gott die Ursache hierzu sein kann und dass es auf keine andere Weise je möglich ist.« [back]
3. Vgl. SD I, 541; GL I, 591. Es mag von einigem Interesse sein, hier den folgenden Abschnitt aus dem Vishṇu-Purāṇa (Buch II, Kap. VIII) anzuführen, da er überzeugend beweist, dass die alten Arier die Kugelform der Erde kannten und das heliozentrische System lehrten. In ihren Tagen war dies jedoch eine geheime Tempellehre und sie wurde daher sorgfältig verschleiert und häufig absichtlich geleugnet. »Die Sonne ist für alle Zeiten mitten am Tage postiert und gegen Mitternacht in allen Dwipas [Kontinenten], Maitreya. Aber die Orte des Auf- und Untergehens der Sonne sind einander ewig entgegengesetzt – und auf dieselbe Weise alle Himmelsrichtungen und ebenso die Kreuzungspunkte –, Maitreya. Die Menschen sprechen vom Aufgehen der Sonne, wo sie sie sehen; und wo die Sonne verschwindet, dort geht sie für sie unter. Für die Sonne, die sich immer an ein und derselben Stelle befindet, gibt es weder ein Unter- noch ein Aufgehen. Denn was das Auf- und Untergehen genannt wird, ist nur das Sehen und Nichtsehen der Sonne.« [back]
4. Vgl. Plotin, Über die gnostischen Hypostasen, IX: »Niemand wird deshalb zugeben, dass dieses Licht die Sonne sei, das aus ihr hervorgeht und um sie scheint. Denn dieses Licht entspringt aus der Sonne und umgibt sie ständig; aber ein anderes Licht geht fortwährend aus einer anderen, ihr vorausgehenden, hervor, bis es uns und die Erde erreicht. Man muss zugeben, dass sich jedoch alles Licht, das um die Sonne herum ist, in etwas anderem befinden muss, damit es keinen körperlich leeren Zwischenraum nach der Sonne gibt.« [back]
5. Vgl. HPBs Antwort auf die Frage: »Ist die Sonne nur eine erkaltende Masse?«, veröffentlicht in The Theosophist, September 1883, S. 299–301. [back]
6. The Theosophist, September 1883, S. 300. [back]
7. Vgl. Vergil, Aeneis, VI, 893–896: »Zwo Pforten des Schlafes gibt es, die eine ist aus Horn, aus der den echten Schatten ein leichter Ausgang gewährt wird, aber die andere glänzt in weißem Elfenbein, von da senden die Manen [die Geister verstorbener Vorfahren – der Übersetzer] täuschende Träume himmelwärts.«
Ebenso Homer, Odyssee, XIX, 560 ff.: »Fremdling, es gibt doch dunkle und unerklärbare Träume, und nicht alle verkünden der Menschen künftiges Schicksal. Denn es sind, wie man sagt, zwei Pforten der flüchtigen Träume: eine von Elfenbein, die andre von Horne gebauet. Die aus dem Tor von geschnittenem Elfenbeine herausgehn, täuschen den Geist durch eitle Worte, die anderen aber, die aus der Pforte von geschliffenem Horne hervorgehn, deuten Wirklichkeit an, wenn sie den Menschen erscheinen.« [Übersetzt von Johann Heinrich Voß.] [back]
8. Es gibt bestimmte Ströme, die stärker oder in größerem Ausmaß zur Nachtzeit fließen, und andere, die dies während des Tages tun. Diese Ströme beeinflussen den Menschen allerdings sehr wenig, wenn er aufgerichtet ist, denn dann ist er wach. Sein Körper ist mit den magnetischen Energien hoch geladen, die aus dem Inneren seines Wesens, aus den manasischen und astral-vitalen Trägern seiner Konstitution herausfließen. Sie sind während des Tages stark genug, um die Sonnenströme auszugleichen – nicht zu neutralisieren –, die ihren Weg rund um die Erde verfolgen.
Zur Nachtzeit sind die Dinge ganz anders. Der Körper ist in der Regel müde und seine individuelle magnetische Energie ist in hohem Grade vermindert. Folglich ist der Körper weit mehr den solaren elektromagnetischen Energieströmen unterworfen. Aus diesem Grunde ist es das beste, mit dem Kopf nach dem Norden oder Nordosten zu schlafen, damit der Körper mit der Polarität des von Pol zu Pol fließenden Magnetismus der Erde übereinstimmt. Der Kopf ist der positive Pol und die Füße bilden den negativen Pol, geradeso wie der Nordpol der Erde positiv und der Südpol negativ ist. [back]
9. SD I, 572–573; GL I, 626. [back]
10. Wenn wissenschaftliche Denker über die angeblich sterbende Sonne spekulieren und wissen wollen, wann sie durch Hitzeverlust ausgelöscht sein wird, wie sie vermuten, dann können sie ein oder zwei Hinweise dazu in den Worten von HPB finden: »Nein, sagen wir; nein. Solange noch ein Mensch auf dem Globus übrigbleibt, wird die Sonne nicht ausgelöscht werden. Bevor die Stunde des ›Sonnen-Pralaya‹ auf dem Wachtturm der Ewigkeit schlägt, werden alle anderen Welten unseres Systems in ihren geisterhaften Hüllen den stillen Pfaden des Unendlichen Raums entlang dahinziehen. Bevor sie schlägt, wird Atlas, der mächtige Titan, der Sohn von Asia und der Zögling des Äthers, seine schwere manvantarische Bürde abgelegt haben und – gestorben sein. Die Plejaden, die glänzenden sieben Schwestern, werden, nachdem sie die verborgene Sterope [Merope] geweckt haben, damit sie mit ihnen trauere – selbst wegen des Verlustes ihres Vaters sterben müssen. Und Herkules, der sich auf seinem linken Bein fortbewegt, muss seinen Platz in den Himmeln wechseln und seinen eigenen Scheiterhaufen errichten. Erst dann wird Herkules, umgeben von dem feurigen Element, das durch die dichte Dunkelheit des pralayischen Dämmerzustandes hindurchbricht, mitten in einer allgemeinen Feuersbrunst sterben und auch den Tod unserer Sonne herbeiführen: Er wird sich durch das Entfernen der ›ZENTRALSONNE‹ – des geheimnisvollen, des immer verborgenen Anziehungszentrums unserer Sonne und unseres Systems – enthüllt haben. Märchen? Nur eine poetische Fiktion? Doch wenn man weiß, dass die exaktesten Wissenschaften, die größten mathematischen und astronomischen Wahrheiten durch die initiierten Priester, die Hierophanten des Sanctum Sanctorum der alten Tempel, unter der Maske religiöser Fabeln in die Welt gebracht und für das gewöhnliche Volk veröffentlicht wurden, kann es nicht falsch sein, die universalen Wahrheiten sogar unter den Bruchteilen der Erzählung einer Harlekinade zu suchen.«– The Theosophist, Sept. 1883, S. 301. [back]
11. On the Timaeus of Plato, I, 82. [back]
12. Sie sind auch als die »Höheren Gottheiten« bekannt. Quintus Ennius, der Vater der römischen Dichtung, gab ihre Namen in dieser Reihenfolge wieder: »Iuno, Vesta, Ceres, Diana, Minerva, Venus, Mars, Mercurius, Iovi’. Neptunus, Vulcanus, Apollo.« [back]
13. Vgl. SD I, 575; GL I, 628, Fußnote: »Diese sind nur die für die Zwecke der kritischen Astrologie angenommenen Planeten. Die astrotheogonische Einteilung war eine andere. Die Sonne, die ein Zentralstern ist und kein Planet, steht mit ihren sieben Planeten in okkulteren und geheimnisvolleren Beziehungen zu unserer Erde als im Allgemeinen bekannt ist. Die Sonne wurde daher als der große Vater aller sieben ›Väter‹ betrachtet, und das ist die Erklärung der Schwankungen, die sich zwischen sieben und acht großen Göttern der chaldäischen und anderer Länder finden. Weder die Erde noch ihr Trabant, der Mond, noch die Sterne, diese aus einem anderen Grunde, waren irgendetwas anderes als zu esoterischen Zwecken benutzte Stellvertreter. Aber selbst wenn man Sonne und Mond aus der Berechnung weglässt, scheinen die Alten sieben Planeten gekannt zu haben. Wie viel mehr kennen denn wir, wenn wir Erde und Mond ausschließen? Sieben und nicht mehr: sieben erste oder Hauptplaneten, die übrigen sind vielmehr Planetoiden als Planeten.« [back]
14. The Theosophist, Febr. 1881, S. 104. [back]
15. Lucifer, Juli 1888, S. 364. [back]
16. Vgl. SD I, 102; GL I, 129, Fußnote: »Der wahre östliche Okkultist wird behaupten, dass, während sich viele noch unentdeckte Planeten in unserem System befinden, Neptun trotz seines scheinbaren Zusammenhangs mit unserer Sonne und ihres Einflusses auf ihn, nicht wirklich dazu gehört. Dieser Zusammenhang ist māyāvisch, imaginär; so sagen sie.« [back]
17. Vgl. SD I, 602; GL I, 660. [back]
18. Vgl. Fundamentals of the Esoteric Philosophy [Grundlagen der esoterischen Philosophie], Kap. XVIII. [back]
19. SD I, 575; GL I, 628. [back]
20. In dieser Idee liegt die Basis der christlichen Dreieinigkeit: nicht drei Götter, sondern ein Gott, und doch wahrlich drei »Personen« – eine Tatsache, wenn klar verstanden, und nur eine groteske Wortzusammenstellung, wenn nicht verstanden. [back]
21. Vgl. The Mahatma Letters, S. 167: »Ihre Wissenschaft hat, glaube ich, eine Theorie: Wenn die Erde plötzlich in ein außerordentlich kaltes Gebiet versetzt werden würde – wenn sie zum Beispiel mit Jupiter den Platz tauschen würde –, dass dann alle unsere Flüsse und Seen plötzlich in feste Berge verwandelt werden würden; die Luft oder richtiger ein Teil der gasförmigen Substanzen, die sie zusammensetzen – würde infolge des Fehlens von Wärme aus ihrem unsichtbaren gasförmigen Zustand in Flüssigkeit verwandelt werden (die jetzt auf dem Jupiter existiert, von der aber die Menschen auf der Erde keine Vorstellung haben). Stellen Sie sich den umgekehrten Zustand vor, oder versuchen Sie, ihn sich vorzustellen, und es wird jener des Jupiters im gegenwärtigen Zeitpunkt sein. [back]
22. The Mahatma Letters, S. 167: »Unser ganzes System verändert unwahrnehmbar seine Lage im Raum. Die relative Entfernung zwischen den Planeten bleibt immer die gleiche und wird von der Ortsveränderung des ganzen Systems in keiner Weise berührt. Die Entfernung des letzteren zu den Sternen und anderen Sonnen ist so unvergleichbar groß, dass diese Ortsveränderung durch die kommenden Jahrhunderte und Jahrtausende nur eine sehr geringe, wenn überhaupt wahrnehmbare Verschiebung erzeugen wird. Kein Astronom wird sie mit dem Teleskop wahrnehmen, bis Jupiter und einige andere Planeten, deren kleine leuchtende Punkte jetzt Millionen über Millionen von Sternen (alle mit Ausnahme von etwa 5000 oder 6000) vor unserem Auge verdecken, uns plötzlich einen Blick auf einige der Raja-Sonnen geben werden, die sie jetzt verdecken. Genau hinter dem Jupiter befindet sich ein solcher Königsstern, den noch kein sterbliches, physisches Auge während dieser, unserer Runde je gesehen hat. Könnte er so wahrgenommen werden, dann würde er durch das beste Teleskop, das in der Lage ist, seinen Durchmesser zehntausendmal zu vergrößern, doch nur als ein kleiner dimensionsloser Punkt wahrgenommen werden, der durch die Helligkeit jedes beliebigen Planeten in den Schatten gestellt wird; trotzdem – ist diese Welt tausendmal größer als Jupiter. Die Störung der Atmosphäre des letzteren und auch sein roter Fleck, der in letzter Zeit die Wissenschaft so interessiert, beruht – (1) auf dieser Ortsveränderung und (2) auf dem Einfluss dieses Raja-Sternes. So unwahrnehmbar klein er auch sein mag, dehnen sich die metallischen Substanzen, aus denen er hauptsächlich zusammengesetzt ist, in seiner gegenwärtigen Lage im Raum aus und verwandeln sich allmählich in luftartige Gase – den Zustand unserer Erde und ihrer sechs Schwestergloben vor der ersten Runde – und werden Teil seiner Atmosphäre.« [back]
23. Vgl. Das Meer der Theosophie, von W. O. Judge, Kap. VIII. [back]
24. Vgl. SD I, 386–403; GL I, 415–433; siehe auch S. 537 (englisch), S. 586 (deutsch), wo HPB den »Nerven-Ether« von Dr. Richardson kommentiert: »Dieser ›Nerven-Ether‹ ist das niedrigste Prinzip der ursprünglichen Wesenheit, die das Leben ist. Er ist die animale Vitalität, die in der ganzen Natur verbreitet ist und die je nach den Bedingungen wirkt, die sie für ihre Betätigung vorfindet. Er ist kein ›animalisches Produkt‹, sondern das lebendige Tier; die lebendige Blume und Pflanze sind seine Produkte. Die tierischen Gewebe absorbieren ihn nur je nach ihrem mehr oder weniger krankhaften oder gesunden Zustand – wie es auch körperliche Materialien und Strukturen (in ihrem ursprünglichen Zustand, wohlgemerkt) tun – und werden von dem Augenblick der Geburt des Wesens an von ihm geregelt, gestärkt und ernährt. Er steigt zur stärkeren Versorgung der Vegetation im Sushumna-Sonnenstrahle herab, der den Mond erleuchtet und ernährt, und durch dessen Strahlen ergießt er sein Licht auf Mensch und Tier und durchdringt sie, mehr während ihres Schlafes und ihrer Ruhe, als wenn sie in voller Tätigkeit sind.« [back]
25. Vgl. SD I, 228–229; GL I, 249. [back]
26. »Gedanken über die Elementale«, Lucifer, Mai 1890, S. 187. [back]
27. Vgl. SD I, 396–397; GL I, 426–427. [back]
28. Vgl. SD II, 352–353; GL II, 368. [back]
29. The Mahatma Letters, S. 80. [back]
30. Die Erforscher des Mittelalters hatten eine seltsame Theorie, die sie nicht verstanden und die von der Wissenschaft verworfen worden ist. Sie nannten sie Verkapselung. Die Vorstellung war die, dass Mutter Eva im Garten Eden in ihrem Schoß alle Samen der menschlichen Rasse verkapselt enthielt, die sie auf ihre Kinder übertrug. Deren Familien enthielten ihrerseits verkapselt die Samen zukünftiger Generationen, die sie an ihre Kinder weitergaben, und so fort. Wenn richtig ausgelegt, war es dies, was HPB meinte, als sie in der Geheimlehre (SD I, 223–224; GL I, 243–244) von dem unmodifizierten Keimplasma – Weismanns Theorie – sprach.
Hier haben die Christen wieder einmal die esoterische Lehre anthropomorphisiert und so entstellt. Tatsächlich gingen nicht nur das Tierreich, sondern auch das Pflanzen- und Mineralreich und sogar die drei Elementalreiche aus dem ursprünglichen Menschen, dem ’Ādām Kadmōn, hervor. Sie waren alle in ihm verkapselt und er brachte sie hervor. [back]
31. Diese Ruhepause wird häufig etwas frei als ein interplanetarisches Nirvāṇa bezeichnet, wogegen man von ihr in Wahrheit als von einem interglobalen Nirvāṇa sprechen sollte. [back]
32. Wir sollten im Gedächtnis behalten, dass es verschiedene Arten von Manvantaras, Pralayas und Verdunklungen gibt. Zum Beispiel gibt es sowohl kosmische oder universale Manvantaras und Sonnen-Manvantaras als auch Manvantaras von Planetenketten. Es gibt auch Manvantaras für die Runden, Globen und Rassen. Und wenn wir zum Menschen herabkommen, gibt es das individuelle Manvantara, das wir ein Erdenleben nennen. [back]
33. Die Stimme der Stille, S. 57–58. [back]
34. In ihrer Zeitschrift The Theosophist (März 1886, S. 352) schreibt HPB, dass in den Veden »gesagt wird, dass am Ende jedes Manvantara das Pralaya oder die Zerstörung der Welt kommt – nur eine davon ist den Christen bekannt und wird von ihnen erwartet – dann werden die Sishtas oder die Zurückgebliebenen, das sind sieben Ṛishis und ein Krieger, sowie alle Samen für die nächste menschliche ›Flutwelle der folgenden Runde‹ zurückgelassen«.
In einer Fußnote hierzu erklärt sie, dass, nach den Hindus diese acht Personen Śishṭas genannt werden, weil sie die einzigen Zurückgelassenen sind, nachdem alle anderen vernichtet sind. Dann fügt sie hinzu: »Dieses ist die orthodoxe Version. Ein Geheimnis spricht von sieben Initiierten, die gegen Ende der siebenten Rasse auf dieser Erde Dhyan-Chohanschaft erreicht haben und auf der Erde während ihrer ›Verdunklung‹ mit dem Samen jedes Minerals, jeder Pflanze und jedes Tieres zurückgelassen werden, die nicht Zeit gehabt haben, um sich zum Menschen für die nächste Runde oder Weltperiode zu entwickeln.« [back]
35. Vgl. Fundamentals of the Esoteric Philosophy, Kap. XLII. [back]