Informationen über Theosophie in anderen Sprachen:     ENGLISH    ESPAÑOL    ITALIANO    NEDERLANDS    РУССКИЙ    SVENSKA  

Quelle des Okkultismus

Anmerkungen

1. (S. 13) – W. Q. Judge sagt in seinem Vorwort zu Patañjalis Yoga-Aphorismen in Bezug auf das normale Sehvermögen, dass der Geist durch das Auge hervortritt und die Form und die Eigenschaften des gesehenen Objektes annimmt, und wenn er zurückgeht, reflektiert er die erworbene Information an die Seele. Das ist die alte Erklärung, die auch von Platon und anderen gegeben wurde. Diese Theorie beruhte darauf, dass eine Kraft, die wir den »visuellen Strahl« nennen können, vom Auge ausgehe. Diese Kraft oder dieser Strahl sei eine Projektion des Bewusstseins oder des Geistes. Seine Projektions- oder Weggeschwindigkeit sei gewöhnlich sehr hoch und könne durch den Willen oder durch die Gedanken sogar noch erhöht werden. Der Strahl oder die Kraft schnelle aus dem Auge hervor, berühre das betreffende Objekt, von dem Kenntnis genommen werden solle, und kehre von Licht begleitet wieder zurück. Wenn diese Kombination wieder in den Augapfel eintrete, werde die Botschaft, die sie trage, dem Gehirn übermittelt und von dort in den empfangenden Geist oder das Bewusstsein übergeleitet.

Wenn ein sehr weit entferntes Objekt, z. B. ein Stern oder ein Planet, studiert werden soll, verlässt dieser visuelle Strahl, der in seiner Essenz ākāśisch ist, das Auge und fliegt mit Gedankenschnelle zum Objekt. Alle Bedingungen der Reise und der Rückkehr, der Eindrücke und der Aufnahme werden sowohl durch die bekannten Gesetze der Optik als auch durch andere gegenwärtig unbekannte Gesetze beherrscht. Natürlich projiziert der Geist keinen Fühler aus sich heraus, wenngleich diese Vorstellung, so seltsam und falsch wie sie ist, eine Intuition von dem ist, was das Organ der visionären Kraft in der frühesten Menschheit war. Es war kein Auge, sondern in Wirklichkeit mehr wie ein Fühler, der seine Sinneseindrücke durch Berührung erhielt. Das Auge evolvierte allmählich durch viele Millionen derartiger Sinneserfahrungen und nahm an Stärke und Funktionsempfindlichkeit zu, bis ein physischer Kontakt nicht mehr länger erforderlich war.

(Tatsächlich entstanden praktisch alle Sinne, die wir jetzt besitzen, auf eine ähnliche Weise. Der Biologie Studierende kann viele Hinweise erhalten, wie sie in der ersten, zweiten und frühen dritten Wurzelrasse begannen, indem er einige der eigenartigen Sinnesapparate der niederen Wesen studiert.) Dieser visuelle Strahl, der das Auge verlässt – und der normalerweise einen elektromagnetischen Charakter besitzt –, trägt die menschliche magnetische Atmosphäre mit sich, wenn der Wille dahintersteht und den persönlichen aurischen Magnetismus vorantreibt. Auch in den Fällen der Psychologisierung, gewöhnlich Hypnose genannt, wird eine Versuchsperson durch das Auge festgehalten und oft auf diese Weise hypnotisiert. Die Bezugnahme auf die Frage der Hypnose bedeutet nicht eine Billigung der Praktik, sondern eine Erklärung dafür und einen Hinweis auf die Gefahr, der man sich aussetzt, wenn man sich dem Willen eines anderen unterwirft. Man schaut einer Person gern direkt in die Augen, und das mit Recht, weil das einen gewissen Charakter und eine gewisse Sicherheit kennzeichnet. Vielleicht liegt gerade darin ein unbewusstes Verständnis für den Kampf der Magnetismen, ob freundlich oder unfreundlich, je nach den Umständen.

2. (S. 103) – Siehe das Vajrachchhedikā Sūtra (»Diamantschneider«), eine der wertvollsten und am meisten studierten religiös-philosophischen Schriften in der buddhistischen Literatur.

Durch diese Weisheit soll es erleuchteten Schülern ermöglicht werden, jedes unmäßige Verlangen zu besiegen! Ich ersuche Dich, alles, was da lebt, ob es einem Ei entschlüpft ist, in einem Mutterleib geformt wurde, sich aus Laich entwickelt hat oder durch Metamorphose, mit oder ohne Form, hervorgebracht wurde, ob es Denkfähigkeiten besitzt oder keine hat, oder ob es beides hat oder weder frei noch nicht frei davon ist – von all diesen veränderlichen Formen des Seins ersuche ich Dich, in der transzendentalen Vorstellung von Nirvana Befreiung (mieh-tu) zu suchen. Dadurch wirst Du von einer unermesslichen, unzählbaren und grenzenlosen Welt empfindenden Lebens befreit werden; aber in Wirklichkeit gibt es gar keine Welt empfindenden Lebens, von der man erlöst werden kann, oder von empfindenden Wesen, die von ihr zu befreien wären. Und warum, Subhūti? Weil, sollten im Geiste der Bodhisattva-Mahāsattvas solche willkürlichen Begriffe von Phänomenen wie eine Wesenheit, ein Wesen, ein lebendes Selbst oder ein persönliches Ego existieren, so wären sie nicht würdig, Bodhisattva-Mahāsattvas genannt zu werden. … Weshalb die Schlussfolgerung ist, dass alle Dinge, die persönliche oder individuelle Merkmale besitzen, alle unbestimmten Vorstellungen und alle einschränkenden Umstände, wie ein Traum, ein Phantom, eine Seifenblase, ein Schatten, wie der flüchtige Tau, wie ein Lichtblitz sind, und sie sollten als solcher betrachtet werden.

– Abschnitte 3 und 32

Dieses Sūtra wird in ganz China, Japan, Tibet und in anderen buddhistischen Ländern sehr viel gelesen und steht in der Wertschätzung des Volkes so hoch wie das Saddharma-Puṇḍarīka (»Lotus des Gesetzes von der Realität«) und der berühmte Shau-Leng-Yan-Ching (oder Śūrangama Sūtra). Das Diamantschneider-Sūtra war ursprünglich in Sanskrit geschrieben, aber über seine Urheberschaft oder über das Datum seiner Abfassung gibt es keine definitive Gewissheit. Dieses Sūtra bildet den neunten Abschnitt der enzyklopädischen Mahā-Prajñā-Pāramitā in sechshundert Faszikeln. Im Laufe der Zeit wurde es ins Tibetische, Chinesische, Mongolische und Mandschurische übersetzt. Der chinesische Titel lautet Chin-kang-ching. Die chinesische Übersetzung wird Kumāra-Jīva zugeschrieben (der in Kaschmir geboren wurde und Ende des vierten und zu Beginn des fünften Jahrhunderts n. Chr. in China für den Buddhismus arbeitete. Durch seine tiefe Gelehrsamkeit und spirituelle Fähigkeit wurde er als eine der »vier Sonnen« – catur-sūryas – des Buddhismus bekannt). Die chinesische Übersetzung dieses Sūtra war die Grundlage für die europäischen Übersetzungen, wie z. B. die von William Gemmel und von Rev. S. Beal. Leider geben weder diese Übersetzungen noch diejenige von Max Müller eine hinreichende Vorstellung von den Feinheiten wieder, die dem buddhistischen Denken und der esoterischen Bedeutung der verschiedenen Fachausdrücke zugrunde liegen und zu denen die westlichen Gelehrten den Schlüssel verloren haben.

Aus dem Text ist ziemlich klar ersichtlich, dass das Sūtra speziell für diejenigen bestimmt war, die bereits »den Pfad betreten hatten, der zum Nirvāṇa führt«, und die danach strebten, »die Stufe der buddhistischen Erleuchtung zu erreichen«. Außer einem großen Teil von Lehren über die Ausübung der Pāramitās hat das Vajrachchhedikā Sūtra als Hauptgegenstand die Erläuterung der Lehre, dass alle objektiven Dinge, Phänomene und Ideen unwirklich und illusorisch, nur eine Manifestation des eigenen Bewusstseins seien; und dass sogar die höchsten Vorstellungen von Dharma, vom Tathāgata, ja sogar von der Erlösung, vom persönlichen Bewusstsein hervorgebracht und daher »leer« im technischen Sinne dieses Wortes seien, weil das menschliche Verständnis bis jetzt noch nicht frei und mit dem Buddha im Inneren noch nicht eins geworden ist. Es lehrt einen Lebensweg im Lichte der höchst metaphysischen Lehre, dass die einzig wahre Essenz die Essenz des Bewusstseins ist – was die Theosophie mit Buddhi bezeichnet –, hinter der ein letztes Prinzip verborgen ist, von dem das spirituelle Bewusstsein nur ein Aspekt ist.

Einige Übersetzer, denen die Methoden der esoterischen Schulung und Unterrichtung unbekannt sind, haben behauptet, dass die »Blätter« des Original-Sanskrit-Textes des Sūtra irgendwann in der Vergangenheit ersetzt worden sein müssten, da der Text sehr verworren sei, und man der logischen Entwicklung des Themas nicht leicht folgen könne. In diesem Zusammenhang ist es interessant, zu erwähnen (und dadurch die Ansichten einiger chinesischer Gelehrten zu unterstützen), dass die sogenannte »logische Verwirrung« viel besser erklärt werden kann, wenn man sich die alte Methode des Lehrens vergegenwärtigt, die vor allem darin besteht, dass, unberührt von den höchst gerühmten Methoden »logischer Folgerung« des Gehirnverstandes, zuerst die zentrale Lehre, ihre Hauptkonturen, dargelegt werden, und erst dann wird der Hintergrund mit den Einzelheiten und mit den Gedanken, wie sie gerade in den Sinn kommen, ausgefüllt.

Besonders interessant ist der chinesische Ausdruck mieh-tu im oben erwähnten Abschnitt. Es ist damit Erlösung oder Befreiung gemeint; denn da mieh die Bedeutung von Verschwinden oder Hinschwinden hat, könnte es von Orientalisten leicht im Sinne von Vernichtung missverstanden werden, wie es bei dem Ausdruck Nirvāṇa der Fall war. Das Wort tu bedeutet »in Sicherheit hinübergehen« und ist daher mit dem Ausdruck Pāramitā verwandt. Der chinesische Buddhist scheint deshalb allein durch die Struktur seines Fachausdrucks für Erlösung besser vorbereitet zu sein, die irrtümliche Auslegung von Nirvāṇa zu widerlegen, die unter den Orientalisten so lange herrschte.

3. (S. 106) – Die folgende Auswahl wird den Gedanken erklären. Aus der Īśvara-Gītā, die ein Teil des Kūrma-Purāṇa ist:

Alles ist aus uns geboren, und wahrlich hier wird (alles) aufgelöst.
Der Māyā-Gestalter, gebunden durch Māyā, macht vielfältige Formen.

II, 6

Ich bringe das ganze (Universum) hervor, und ich zerstöre fortwährend das Universum,
Ich besitze Illusionen schaffende Kraft, ich bin jedoch selbst illusorisch, eine Gottheit, verbunden mit Zeit.

III, 22

Ich bin in der Tat der Zerstörer, der Entwickler, der Erhalter.
Māyā ist wahrlich meine Macht, Māyā die Welttäuscherin.
Wahrlich, mein ist die erhabene Macht, welche Kenntnis ist, so wird es gesungen,
Und ich verursache, dass diese Māyā vergeht – ich, der ich im Herzen der Yogins bin.

IV, 17–18

Von diesen Fallstricken wahrlich ist Māyā die Ursache, wird gesagt;
Mūlaprakriti (Wurzelsubstanz) – das Unmanifestierte (Avyakta), diese Kraft existiert in mir.

VII, 30

Aus der Svetāśvatara-Upanishad:

Heilige Poesie, Opfer, Zeremonien, Bräuche, Vergangenheit, Zukunft und was durch die Veden erklärt wird –
All das projiziert der Illusionsschaffer aus jenem, und in ihm ist alles andere durch Illusion gebunden.
Man sollte wissen, dass die Natur Illusion ist, und der mächtige Herr – der Erzeuger der Illusionen.
Die gesamte Welt ist mit Wesenheiten durchdrungen, die Teile von Ihm sind.

IV, 9–10

Aus dem Ṛig-Veda:

Er bringt alles in eine Form, das ist seine Art, um erkannt zu werden. Indra hat viele Formen durch seine magische Kraft (Māyā); denn zehnhundert braune Rösser werden für ihn eingespannt.

VI, 47, 18

Aus der Bhagavad-Gītā:

Obgleich (ich) ungeboren, unvergänglichen Wesens und der Herr aller Wesen (bin), trete ich, während ich in meinem eigenen, natürlichen Zustand verharre, doch durch die Illusion des Selbst in die Welt (oder: ich werde durch meine eigene Kraft – ātmamāyayā – geboren).

IV, 6

Der Herr aller Wesen, oh Arjuna, wohnt im Bereich des Herzens und treibt alle Wesen durch (seine) Māyā (mystische Kraft) herum, (als wären sie) auf das Rad (des Universums) gesetzt.

XVIII, 61

Denn diese meine göttliche Māyā mit ihren Eigenschaften (Gunas) ist schwer zu überschreiten. Diejenigen, die bei mir ihre Zuflucht nehmen, überwinden diese Māyā.

VII, 14

4. (S. 107) – Die achtzehn Wege, den Begriff der Leere zu beschreiben, sind:1

(1) Adhyātmā-Śūnyatā – Leere der inneren Dinge, womit die sechs Vijñānas oder Bewusstseinszustände gemeint sind. Unsere psychologischen Aktivitäten werden somit als unbeständig angesehen.

(2) Bahirdhā-Śūnyatā – Leere der äußeren Dinge, womit Objekte der sechs Bewusstseinszustände gemeint sind. Von diesen Objekten wird gesagt, dass sie leer sind, weil unser wahrnehmender Verstand die Wirklichkeit hinter ihnen nicht versteht.

(3) Adhyātmā-Bahirdhā-Śūnyatā – Leere der inneren und äußeren Dinge, was bedeutet, dass selbst der Unterschied in den Vorstellungen des Inneren und Äußeren keine Wirklichkeit an sich hat und jederzeit umgekehrt werden kann; diese Relativität wird Leere genannt.

(4) Śūnyatā-Śūnyatā – Leere der Leere. Selbst diese Vorstellung von der Leere hat weder Wirklichkeit, noch ist sie objektiv erreichbar.

(5) Mahā-Śūnyatā – große Leere, die sich auf die Unwirklichkeit des Raumes bezieht, der als ein Behälter von Gegenständen mit Ausdehnung und Örtlichkeit angesehen wird, und auf die esoterische Bedeutung des Raumes als der bewussten und substanziellen Gesamtheit von allem, was ist, hinweist.

(6) Paramārtha-Śūnyatā – Leere von der letzten Wahrheit. Mit letzter Wahrheit ist das wahre Sein der Dinge gemeint, der Zustand, in dem sie wirklich sind, abgesehen von irgendeiner vorübergehenden subjektiven Form, die durch sie angenommen wird. Dieser Zustand des Dings an sich kann in keiner Weise beschrieben werden, da er alle Attribute oder Eigenschaften ausschließt, obgleich er ist; daher sagt man, dass er vom menschlichen Standpunkt aus leer sei.

(7) Saṃskṛita-Śūnyatā – Leere der zusammengesetzten Dinge, die infolge verursachender Bedingungen ins Dasein traten.

(8) Asaṃskṛita-Śūnyatā – Leere der Dinge, die der Verursachung nicht unterliegen (wie der Raum selbst). Das erste von diesen beiden setzt wiederum die Tatsache voraus, dass alle äußeren und inneren Dinge leer, nicht real sind. Die Asaṃskṛita existieren in der Vorstellung nur, weil sie dem Saṃskṛita entgegengesetzt sind. Das Nichtreale des letzteren begründet die Leere der ersteren.

(9) Atyanta-Śūnyatā – äußerste Leere, welche die uneingeschränkte Nicht-Realität aller objektiven Dinge unterstreicht, jenseits jeglicher möglichen Qualifizierbarkeit oder ursächlichen Abhängigkeit. Sie bedeutet, dass selbst der erste Schleier von Māyā, so spirituell er für uns Menschen und von welch langer Dauer er auch sein mag, dennoch māyāvisch ist, weil er als ein Schleier nicht die ewige Essenz ist, aus der er hervorgeht.

(10) Anavarāgra-Śūnyatā – Leere des Urbeginns. Wenn gesagt wird, dass Existenz ohne Anfang ist, so haftet sich die Vorstellung an den Gedanken, das Anfangslose sei etwas, was an sich existiert; um diese mentale Begrenzung zu beseitigen, wird daher deren Leere hervorgehoben.

(11) Anavakāra-Śūnyatā – Leere des Aufteilens oder Differenzierens, die besonders auf der zusammengesetzten Natur aller objektiven Dinge beruht, ob sichtbar oder unsichtbar, physisch oder mental.

(12) Prakṛita-Śūnyatā – Leere der ursprünglichen oder absoluten Natur. Sie deutet auf die Tatsache hin, dass es in keinem Wesen oder Ding irgendetwas gibt, was als eine völlig unabhängige, für sich existierende, durch sich selbst hervorgebrachte ursprüngliche oder absolute Natur per se bezeichnet werden kann.

(13) Svalakshana-Śūnyatā – Leere der Selbsterscheinung; Lakshaṇa ist der erkennbare oder verständliche Aspekt jeder individuellen Wesenheit, untrennbar verbunden mit seiner Urnatur. Feuer ist z. B. durch seine Hitze erkennbar; Wasser durch seinen flüssigen Zustand, etc. Mit der Leere dieser »Selbst-Aspekte« oder »Selbst-Merkmale« ist gemeint, dass kein spezifisches Objekt dauerhafte und unveränderbare Merkmale hat, die als seine eigenen anzusehen sind.

(14) Sarvadharmasya-Śūnyatā – Leere von allen Sinnes- und Gedankenobjekten, Leere des gesamten objektiven Universums. Alle Charakterisierungen sind unbeständig, relativ und phänomenal. Selbst unsere menschliche Vorstellung, die Realität sei ewig, glückselig, sich-selbst-erzeugend, sich-selbst-leitend und frei von jeglicher Unreinheit, ist an sich eine Begrenzung und ist daher nicht Realität.

(15) Anupalambha-Śūnyatā – Leere des Nichtverstehens oder des Unerreichbaren. Dies bedeutet: Obgleich die Realität kein Gegenstand relativen Denkens, objektiv verständlich, sein kann, und man daher sagen kann, sie sei nicht »erreichbar«, so kann sie dennoch durch Prajñā gelebt und direkt verwirklicht werden.

(16) Abhāva-Śūnyatā – Leere des Nichtseins.

(17) Svabhāva-Śūnyatā – Leere der Selbst-Natur.

(18) Abhāva-Svabhāva-Śūnyatā – Leere des Nichtseins der Selbst-Natur. Diese drei Begriffe weisen auf die Leere solcher Worte wie Sein und Nichtsein hin und auf die weitere Leere des Gegensatzes der beiden zueinander. Denn Realität liegt jenseits dieser Unterscheidung und ist unabhängig von ihr.

5. (S. 109) – Für diejenigen, die sich besonders für die verschiedenen Schulen der Hindu-Philosophie interessieren, dürfte Folgendes hilfreich sein. Es gibt zur Zeit sechs Schulen oder Darśanas, ein Sanskrit-Wort, das wörtlich Vision bedeutet. Diese sind die Nyāya, gegründet von Gotama; die Vaiśeshika, gegründet von Kaṇāda; die Sāṃkhya von Kapila; der Yoga von Patañjali und der Kleinere und Größere Vedānta, gegründet von Vyāsa. Von dem Größeren Vedānta ist die verbreitetste Schule die Advaita, die auf die Lehren von Śaṃkarācārya zurückzuführen ist. Alle Schulen enthalten eine Menge Wahrheit; aber jede Schule ist wiederum nur ein einziger Zweig der alle vereinigenden Meisterschule, welche die esoterische Philosophie ist, ob sie erkannt wird oder nicht.

Diese sechs großen Systeme sind logisch auf drei Paare reduzierbar: (a) Nyāya und Vaiśeshika, die man die Atomistische Schule nennen kann, sie entsprechen Ārambha; (b) Sāṃkhya und Yoga, die sich mit der Emanation der Evolution, verbunden mit der Praxis des Strebens und der Selbstschulung, befassen, sie entsprechen Pariṇāma; (c) der Kleinere und der Größere Vedānta, welche die Idealistische Schule genannt werden können und mit Vivarta übereinstimmen.

6. (S. 125) – Es treten oft Fragen auf, welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Manvantaras und Pralayas, die in der Sanskrit-Literatur erwähnt werden, bestehen: (1) Prākṛitika-Pralaya; (2) Saurya-Pralaya; (3) Bhaumika-Pralaya; (4) Paurusha-Pralaya; (5) Nitya-Pralaya. Dieselben Begriffe können auch für die entsprechenden Manvantaras angewandt werden.

Der Prākṛitika-Pralaya ist die Auflösung des universalen Sonnensystems und bedeutet das Hinübergehen aus manifestierter Existenz auf die inneren Ebenen von all den verschiedenen Prakṛiti oder Welten oder Ebenen des Kosmos – unseres Sonnen-Universums. Es ist das, was die Christen wahrscheinlich das »Ende der Welt« nennen würden.

Der Saurya-Pralaya bezieht sich auf die Sonne oder Sūrya (saurya ist das Adjektiv dieses Wortes). Er bedeutet den Tod unserer eigenen Sonnenkette und die Auflösung unseres Sonnensystems, er bedeutet jedoch nicht den Pralaya unseres universalen Sonnensystems.

Der Bhaumika-Pralaya bedeutet den Tod von Bhūmi, unserer Erde. Er ist die Auflösung der Planetenkette unserer Erde, wenn sie ihre Lebensperiode beendet hat.

Paurusha-Pralaya (von Purusha, was Mensch bedeutet) ist ein Ausdruck, der selten angewandt wird, und bedeutet einfach den Tod eines Menschen.

Nitya-Pralaya bedeutet das fortgesetzte Auseinanderbrechen oder die Auflösung, die überall um uns herum stattfindet und als ständiger Wechsel, der ununterbrochen stattfindet, beschrieben werden kann. Wechsel ist Tod für jedes Wesen oder für jede Wesenheit, die sofort danach in eine karmisch erfolgende Veränderung des Zustandes oder der Beschaffenheit übergeht. Auf diese Weise bringen die einen Kreislauf bildenden Jahreszeiten periodische und nie endende Wechsel; die Atome, Moleküle und Zellen in jedem lebenden Körper verändern sich unaufhörlich und ständig. Alle diese Lebensphänomene sind in dem Ausdruck Nitya zusammengefasst.

7. (S. 140) – Ich möchte erwähnen, dass in meinen Fundamentals of the Esoteric Philosophy (S. 529, zweite Ausgabe 1979) der Satz »die die Sonne umkreisen«, wenn wir genau sein wollen, heißen sollte »die um die Rāja-Sonne kreisen«.

8. (S. 149) – Für Leser, denen der Ausdruck »Bewohner der Schwelle« neu ist, dürfte folgende Erklärung aus meinem Okkulten Wörterbuch nützlich sein:

Eine literarische Erfindung des englischen Mystikers und Romanschriftstellers Sir Bulwer-Lytton in seinem Roman Zanoni. Der Begriff hat sich in theosophischen Kreisen weit verbreitet und wird häufig verwendet. Im Okkultismus ist das Wort »Bewohner« oder ein genau entsprechender Ausdruck seit längst vergangenen Zeitaltern bekannt und im Gebrauch. Es wird in mehrfacher Beziehung verwendet, im engeren Sinn aber bezieht es sich auf das, was H. P. Blavatsky »gewisse bösartige astrale Doppelgänger Verstorbener« nennt. Das ist exakt. Es gibt aber noch eine andere, noch mystischere und noch schwieriger zu erklärende Bedeutung dieses Ausdrucks. Sie bezieht sich auf die verkörperten karmischen Folgen oder Resultate der Vergangenheit des betreffenden Menschen. Diese halten die Schwelle besetzt, die der Einzuweihende oder Eingeweihte überschreiten muss, ehe er zu einem höheren Grad der Einweihung fortschreiten kann. Diese Bewohner in der zuletzt erwähnten Bedeutung des Wortes sind sozusagen die verkörperten, quasi menschlichen astralen Teile der menschlichen Konstitution, die in vergangenen Verkörperungen von dem Menschen abgeworfen wurden und ihn verfolgen. Er muss ihnen nun entgegentreten und sie überwinden. Es sind durchaus reale, lebendige Wesen, Teile aus der Vergangenheit, die den »neuen« Menschen verfolgen. Der Initiand muss diesen alten »Selbsten« gegenübertreten und sie besiegen oder – unterliegen, welch letzteres Wahnsinn oder Tod bedeuten kann. Sie sind tatsächlich die Gespenster jener Toten, die der gegenwärtige Mensch früher war und die sich nun erheben, um seinen Spuren zu folgen und daher sehr richtig »Bewohner der Schwelle« genannt werden. In einem besonderen Sinn kann man sie die Kāma-Rūpas der früheren Verkörperungen jenes Menschen nennen. Sie entstammen den Aufzeichnungen im Astrallicht, die von dem »alten« Menschen des jetzigen »neuen« Menschen dort zurückgelassen worden waren.

9. (S. 163) – Es mag von Interesse sein, hier zwei Absätze aus HPBs Instructions, II, anzuführen:

… Wenn die Planeten des Sonnensystems genannt oder symbolisiert werden, … darf man nicht annehmen, dass auf die Planetenkörper selbst Bezug genommen wird, ausgenommen als Vertreter der siebenfachen Natur der psychischen und spirituellen Welten auf der rein physischen Ebene. Ein materieller Planet kann nur etwas Materiellem entsprechen. Wenn daher gesagt wird, dass Merkur dem rechten Auge entspricht, bedeutet das nicht, dass der objektive Planet irgendeinen Einfluss auf das rechte Sehorgan hätte, sondern vielmehr, dass beide mystisch durch Buddhi im Einklang stehen. Der Mensch leitet seine Spirituelle Seele (Buddhi) von der Essenz der Mânasa-Putra, der Söhne der Weisheit ab, die die göttlichen Wesen (oder Engel) sind und über den Planeten Merkur herrschen und ihm vorstehen.

In gleicher Weise stehen Venus, Manas und das linke Auge in Übereinstimmung. Exoterisch gibt es in Wirklichkeit keine solche Verbindung von physischen Augen und physischen Planeten; aber esoterisch gibt es das, denn das rechte Auge ist das »Auge der Weisheit«, das heißt, es entspricht magnetisch dem okkulten Zentrum im Gehirn, das wir das »Dritte Auge« nennen; während das linke Auge mit dem intellektuellen Gehirn in Verbindung steht oder mit denjenigen Zellen, die auf der physischen Ebene das Organ der Denkfähigkeit sind. Das kabbalistische Dreieck von Kether, Chocmah und Binah zeigt das. Chocmah und Binah, oder Weisheit und Intelligenz, der Vater und die Mutter, oder wiederum der Vater und der Sohn sind auf der gleichen Ebene und reagieren gegenseitig aufeinander.

Wenn sich das individuelle Bewusstsein nach innen wendet, findet eine Verbindung von Manas und Buddhi statt. In dem spirituell erneuerten Menschen ist dies eine ständige Vereinigung, wobei sich das Höhere Manas an Buddhi anhängt und mit ihr über die Schwelle von Devachan hinausgeht. Von der Seele oder vielmehr vom Geist, der nicht mit Âtmâ (dem höchsten Geist) verwechselt werden sollte, wird gesagt, dass er das »Eine Auge« hat. Esoterisch mit anderen Worten: das »Dritte Auge« ist aktiv. Nun werden Merkur Hermes und Venus Aphrodite genannt. Daher der Name Hermaphrodit oder Androgyn für ihre Verbindung im Menschen auf der psychophysischen Ebene. Der absolut spirituelle Mensch ist jedoch völlig geschlechtslos. …

In derselben Weise wird hier von den rechten und linken Nasenlöchern, in die der »Atem des Lebens« eingeatmet wird, gesagt (Genesis, II, 7), dass sie der Sonne und dem Mond als Brahmâ-Prajâpati und Vach, oder Osiris und Isis entsprechen, und die Eltern des natürlichen Lebens sind. Diese Vierheit, d. h. die beiden Augen und die zwei Nasenlöcher, Merkur und Venus, Sonne und Mond, bilden die kabbalistischen Schutzengel der vier Ecken der Erde. Genauso sagt es die östliche esoterische Philosophie, die jedoch hinzufügt, dass die Sonne kein Planet ist, sondern das Zentralgestirn unseres Systems, und dass der Mond ein toter Planet ist, den alle Prinzipien verlassen haben. Beide sind ein Ersatz, die eine für den unsichtbaren intermerkurischen Planeten und der andere für einen Planeten, der jetzt gänzlich unseren Blicken entschwunden zu sein scheint. Sie sind die Vier Mâhârajas in der Geheimlehre (SD I, 122, GL I, 147), die »Vier Heiligen«, die mit Karma und Menschheit, Kosmos und Menschen in all ihren Aspekten verbunden sind. Es sind dies die Sonne oder deren Stellvertreter, Michael; der Mond oder dessen Stellvertreter, Gabriel; Merkur für Raphael; und Venus für Uriel. Es braucht hier wiederum kaum gesagt zu werden, dass im esoterischen System auf die Planetenkörper selbst nicht oft Bezug genommen wird, da sie nur physische Symbole sind. In der Regel werden vielmehr ihre kosmischen, psychischen, physischen und spirituellen Kräfte unter diesen Namen symbolisiert. Kurz, es sind die sieben physischen Planeten, die die niederen Sephiroth der Kabbala sind, und unsere dreifache physische Sonne, deren Reflexion wir nur sehen und die durch die Obere Triade oder sephirothische Krone symbolisiert oder vielmehr personifiziert wird.

10. (S. 175) – Das ist eine wirklich tiefe und bemerkenswerte Abhandlung, die sich mit Yugas und Zeitperioden von verschiedener Länge befasst; mit unendlich kleinen Zeiteinteilungen, mit den Sonnen-, Mond- und Planeten-Zyklen und mit den Eklipsen. In den Eingangsversen wird gesagt, dass Sūrya, die Sonne, durch ihren Sonnen-Vertreter an Asuramaya »die Wissenschaft mitteilte, auf der die Zeit begründet ist, das große System der Planeten« (I, 5), und dass dies am Ende des Kṛita- oder Satya-Yuga (I, 46–47) geschah. Wenn wir ab heute zurückrechnen, liegen bereits ca. 5000 Jahre des Kali-Yuga, 864 000 des Dvāpara- und 1 296 000 des Tretā-Yuga, das dem Satya-Yuga folgte, hinter uns. Dies würde bedeuten, dass der Sūrya-Siddhānta über zwei Millionen Jahre alt ist. HPB sagt in ihrer Geheimlehre (SD II, 49–50; GL II, 52–53), dass das in diesem Werk enthaltene Wissen dem großen atlantäischen Astronomen während der zu Ende gehenden Epoche der vierten und dem Beginn der fünften Wurzelrasse übermittelt wurde.

Wir sollten jedoch nicht denken, dass die Sonne vom Himmel herunterkam und diese Worte selbst diktierte, sondern vielmehr, dass der Glanz der Sonne das Gehirn dieses Adepten erleuchtete. Mit anderen Worten, indem Asuramaya Sūrya seine Ehrerbietung erwies, erhob er seine innere Natur zu dem Strahl der Sonne, von dem er eine Inkarnation war. Daraufhin wurde er von seiner eigenen Sonnengottheit mit einigen Geheimnissen des Universums inspiriert und belehrt.

11. (S. 225) – Vgl. Isis Unveiled, II, 605–606; Isis entschleiert, II, 613, wo HPB sagt:

Die hermetischen Philosophen lehrten, wie wir gesehen haben, dass das Verschwinden einer Flamme nicht ihr wirkliches Erlöschen bedeutet. Sie ist nur aus der sichtbaren in die unsichtbare Welt übergewechselt und kann mit Hilfe des inneren Sehvermögens wahrgenommen werden, das den Dingen jenes anderen und wirklicheren Universums angepasst ist. Dasselbe Gesetz liegt auch dem Ton zu Grunde. Wie das physische Ohr die Schwingungen der Atmosphäre bis zu einem gewissen Punkt wahrnimmt, der nicht genau festgelegt ist, sondern mit dem Individuum wechselt, so kann der Adept, dessen inneres Gehör entwickelt worden ist, den Laut an jenem verschwindenden Punkt wiederaufnehmen und seine Schwingungen im Astrallicht unbeschränkt hören. Er benötigt keine Leitungsdrähte, Spiralen oder Resonanzböden; seine Willenskraft allein genügt. Wenn man mit dem Geist hört, bieten Zeit und Entfernung keine Widerstände. Er kann sich mit einem anderen Adepten auf den Antipoden ebenso leicht unterhalten, als ob sie beide in demselben Raum wären.

12. (S. 249) – Der folgende Auszug aus dem Vishṇu-Purāṇa (I, II, 27–40) wird hier hinzugefügt:

Genauso wie der Duft allein durch seine Nähe auf das Bewusstsein [mind] einwirkt und nicht durch irgendeinen direkten Einfluss auf das Bewusstsein selbst, so beeinflusst das Höchste die Elemente der Erzeugung. Purushottama ist sowohl der Antreiber als auch das, was angetrieben werden soll und was in der Essenz der Materie, wenn sie eingezogen und auch wenn sie ausgebreitet ist, vorhanden ist. …

Zur Zeit der Erschaffung entsteht dann aus diesem Gleichgewicht der Eigenschaften (Pradhána) die von der Seele geleitete unterschiedliche Entwicklung jener Qualitäten (die das Prinzip Mahat oder den Intellekt bilden). Das Hauptprinzip umhüllt dann das große Prinzip, den Intellekt; und sobald es von der Eigenschaft des Guten, der Verderbtheit oder der Unwissenheit beeinflusst wird, wird es dreifach und wird vom Hauptprinzip (Materie) eingehüllt, wie der Same von seiner Haut. Aus dem großen Prinzip (Mahat), Intellekt, wird ein dreifaltiges Ich-Bewusstsein (Ahamkára) erzeugt, bezeichnet mit Vaikárika, das »Reine«; Taijasa, das »Leidenschaftliche«; und Bhūtādi, das »Rudimentäre«. Dies ist der Ursprung der (subtilen) Elemente und der Sinnesorgane, die infolge ihrer drei Qualitäten vom Intellekt ausgestattet werden, so wie der Intellekt vom Hauptprinzip hervorgeht. Dann wird elementares Ichgefühl tätig, so wie der Grundton den Äther erzeugt, für den der Ton charakteristisch ist und der ihn mit seinem Tonrudiment ausstattet. Äther wurde tätig und brachte die erste Berührung hervor, woraus starker Wind entstand, dessen Merkmal Berührung ist; und Äther schließt die erste Berührung mit dem Grundton ein. Dann wird der Wind tätig und erzeugt die rudimentäre Form (Farbe); woraus das Licht (oder Feuer) hervorgeht, dessen Attribut Form (Farbe) ist; und die erste Berührung umhüllt den Wind mit der rudimentären Farbe. Das Licht wird tätig und erzeugt den rudimentären Geschmack; von ihm kommen alle Säfte mit Geschmack, und die rudimentäre Farbe setzt die Säfte mit dem rudimentären Geschmack ein. Die Wasser werden tätig und bringen den rudimentären Geruch hervor, woraus eine Masse (Erde) entsteht, deren Merkmal der Geruch ist. In jedem der verschiedenen Elemente herrscht sein besonderes Rudiment, weshalb die Eigenschaft von Tanmátratá (Typ oder Rudiment) diesen Elementen zugeschrieben wird. …

Demnach sind Äther, Luft, Licht, Wasser und Erde jedes für sich mit den Eigenschaften des Tones und mit allen anderen vereint und existieren, ihren Eigenschaften entsprechend, unterscheidbar, wie besänftigend, erschreckend oder betäubend; da sie aber über verschiedene Energien verfügen und nicht miteinander verbunden sind, können sie ohne Vermischung und ohne miteinander vereint zu sein, keine Lebewesen hervorbringen. Wenn sie daher vereint sind, nehmen sie durch ihre gemeinsame Vermischung den Charakter einer Masse von uneingeschränkter Einheit an; und unter der geistigen Anleitung bilden sie mit Einwilligung des unveränderlichen Prinzips Intellekt und der übrigen Prinzipien, einschließlich der groben Elemente, ein Ei, das sich allmählich ausdehnt wie eine Wasserblase. … In jenem Ei, Oh Brahman, waren die Kontinente, Meere, Berge, Planeten, und Einteilungen des Universums, die Götter, Dämonen und die Menschheit. Und dieses Ei war außen mit sieben natürlichen Hüllen oder mit Wasser, Luft, Feuer, Äther und Ahamkára, dem Ursprung der Elemente, umkleidet, jedes in der Ausdehnung zehnfach von dem, was es umhüllt. Als Nächstes kam das Prinzip der Intelligenz; und schließlich war das Ganze mit dem unveränderlichen Prinzip umgeben, der Kokosnuss ähnelnd, die innen mit Fruchtfleisch gefüllt und außen mit Schale und Rinde bedeckt ist.

13. (S. 325) In diesem Zusammenhang kann der folgende Abschnitt aus einem wenig bekannten alten Werk, The lntroduction of Alcinoüs, to the Doctrines of Plato (14) von Interesse sein.2

Die Sonne ist das Oberhaupt von allen. Sie offenbart und erleuchtet alle Dinge. Der Mond aber wird auf Grund ihrer Kraft als zweitrangig betrachtet, und die anderen Planeten ihrem Anteil entsprechend. Nun, der Mond braucht für seinen eigenen vollständigen Umlauf einen Monat und holt somit die Sonne (in dieser Zeit) ein; aber die Sonne benötigt dazu [für ihren Umlauf] ein Jahr, denn nachdem sie den Tierkreis durchlaufen hat, vollendet sie die Jahreszeiten, während die übrigen Planeten einzeln ihre eigenen periodischen Umläufe machen. Diese werden nur von den wirklich unterrichteten Leuten und nicht von den gewöhnlichen gesehen. Aus allen diesen Umläufen wird die vollkommene Zahl und Zeit erreicht, wenn alle Planeten, nachdem sie am selben Punkt angekommen sind, eine solche Anordnung haben, dass die Zentren von allen auf einer gedachten geraden Linie, die von der ruhenden Sphäre zur Erde als eine Senkrechte gezogen werden kann, gesehen werden können. Es gibt also sieben Sphären in der wandernden Sphäre. Die Gottheit machte aus einer Substanz sieben sichtbare Körper, zum größten Teil feuerartig, und brachte sie in den Sphären an, die aus dem Kreis der wandernden und der anderen gebildet waren. Sie ordnete den Mond in den ersten Kreis nach der Erde ein; die Sonne sah sie für den zweiten Kreis vor, und Luzifer und den sogenannten heiligen Stern von Hermes ordnete sie in den Kreis ein, der sich mit einer Geschwindigkeit gleich der Sonne bewegt, aber weit entfernt von ihr; und oben die übrigen, (jeden) in seiner eigenen Sphäre. Der langsamste von ihnen, den manche Saturnstern nennen, befindet sich unterhalb der ruhenden Sphäre, und jener, der an Langsamkeit der nächste nach ihm ist, mit Namen Jupiter, unter dem dann der Mars kommt. Aber in der achten [Sphäre] wird sich die über allen befindliche Kraft über alle ausbreiten. Und sie alle sind lebende, intellektuelle Wesen und Götter von kugelförmiger Gestalt.

14. (S. 334) – Sogar der berühmte Kirchenvater Origenes spricht vom Heiligen Geist als weiblich, wenn er sagt:

Παιδίσκη δὲ κυρίας τοῦ ἁγίου Πνεύματος ἡ ψυχή.

Die Seele ist die Dienerin ihrer Herrin, des Heiligen Geistes.

Ein anderes Beispiel wird in dem jetzt vergessenen Evangelium der Hebräer,3 das wahrscheinlich eines der ersten ist, das von christlichen Händen geschrieben wurde, gefunden. Die Auszüge haben in den Schriften des Origenes und Eusebius Hieronymus überlebt. Dieser besondere Abschnitt wird von Origenes zitiert und lautet folgendermaßen:

῎Ἄρτι ἔλαβε μέ ἡ μήτηρ μοῦ τὸ ἅγιον πνεῦμα ἐν μιᾷ τῶν τριχῶν μοῦ, καὶ ἀνήνεγκε μὲ εἰς τὸ ὄρος τὸ μέγα Θαβώρ.

Auf der Stelle schloss mich meine Mutter, der Heilige Geist, in eines meiner Haare ein und trug mich auf den großen Berg Thabor.

Predigt XV, über Jeremias und über Johannes

Ähnlich schrieb Hieronymus, ein anderer Kirchenvater, (Micha 7,6):

Modo tulit me mater mea Spiritus Sanctus in uno capillorum meorum.

Dann schloss mich meine Mutter, der Heilige Geist, in eines meiner Haare ein.

15. (S. 337) – Der griechische Text für das Zitat von Plutarch lautet folgendermaßen:

[῎Ισις] ἐγὼ εἰμὶ πᾶν τὸ γεγονὸς καὶ ὄν καὶ ἐσόμενον καὶ τὸν ἐμὸν πέπλον οὐδείς πῶ Θνητὸς ἀπεκάλυψεν.

Und für die ergänzenden Worte, die von Proklos verfasst wurden:

῎Ον ἐγὼ καρπὸν ἔτεκον ἥλιος ἐγὲνετο.

16. (S. 341) – In Corys Ancient Fragments (S. 264, 2. Aufl., London, 1832) sind die folgenden drei Abschnitte aus den »Chaldäischen Orakeln des Zoroaster« zu finden:

῾Επτὰ γὰρ ἐξώγκωσε πατὴρ στερεώματα κόσμων
Τὸν οὐρανὸν κυρτῷ σχήματι περικλεῖσας.

Denn der Vater ließ sieben kosmische Firmamente anschwellen
Und schloss den Himmel in eine konvexe Form ein.

ζώων καὶ πλανωμένων ὑφέστηκεν ἑπτάδα.

Er erhob eine umherstreifende Siebenergruppe tierischer Wesen.

Τὸ ἄτακτον αὐτῶν εὐτάκτοις ἀνακρέμασας ζώναις.

Indem er ihrer Unordnung Einhalt gebot und sie an einem wohlgeordneten Gürtel aufhängte.

Bei den Alten bezog sich »Tiere« auf stellare, solare und planetarische Körper – im Sinne von lebenden Dingen mit einem physischen Körper, die aber dennoch mit Leben und beseelt sind.

17. (S. 438) – Ich weise nur mit großem Widerstreben auf eine medizinische Frage hin, die modernen Methoden tierischer Experimente. Die Vivisektion erhebt zum Beispiel den Anspruch, dass die damit gewonnenen Erkenntnisse mit ihrem angeblich daraus resultierenden Nutzen die angewandten Mittel rechtfertigen. Eine merkwürdige Lehre – denn es ist unmöglich, dass eine solche Erkenntnis je von dauerndem Nutzen für die Menschheit sein kann. Inhumane, grausame und egoistische Handlungen machen ihre Täter nur blind und verschließen die Tore des Verstandes und des Herzens davor, die Wahrheit zu erlangen. Andererseits ist es als philosophische Feststellung sehr wahr, dass sogar aus den Vergehen der Menschen schließlich Gutes hervorgehen wird, weil das Universum in Harmonie und Liebe ausgeglichen ist. Der Täter muss jedoch seine Schuld bis zum letzten Heller bezahlen.

Eines der vielen Dinge, die sich gleichzeitig mit der Vivisektion entwickelt haben, ist die Anwendung der Bluttransfusion. Derartige Ideen sind in ihrer Art alle atlantisch. Durch diese Praxis können verborgene Krankheitserreger von Mensch zu Mensch übertragen werden, ganz zu schweigen von den psychischen Aspekten. Die mosaische Lehre hat recht: »Im Blut liegt das Leben.« Denn was ist Blut? Es ist in Wahrheit kondensierte Lebenskraft und daher der ursprüngliche Träger sowohl von Krankheit als auch von Gesundheit. Was die Impfstoffe und die Sera betrifft, so wird behauptet, dass durch ihre Verwendung viele Krankheiten tatsächlich verschwunden seien oder wenigstens unter Kontrolle gebracht wurden. Statistiken haben jedoch gezeigt, dass neue und fremdartige Krankheiten auftauchten und dass diese bösartig verlaufen. Jede Behandlungsmethode, die mit der Injektion von Sekreten aus anderen erkrankten Körpern in den Blutstrom zu tun hat, ist ungesund: Wahrscheinlich erzeugt diese Behandlung auf die Dauer eine größere Anzahl von mysteriösen Krankheiten als solche Fälle, bei denen die Anwendung von Nutzen sein mag.

Damit sollen aber die heutigen Ärzte nicht in ihrer Gesamtheit verurteilt werden. Es gibt viele hervorragende Menschen, die ihr Leben mit unpersönlicher Hingabe der medizinischen Forschung widmen und selbstlos für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschheit arbeiten. Diese Tatsache ist unbestreitbar; und es ist natürlich verständlich, dass sie sich dorthin wenden, wo sie die Möglichkeit einer neuen Entdeckung sehen, wo sie bessere Mittel und Wege erkennen, gegen eine Krankheit in ihrem Kern vorzugehen.

Die Ärzte der fernen Zukunft werden in ganz anderer Weise heilen. Sie werden die Wirkungen der Heilpflanzen verstehen und wie gewisse Pflanzensäfte und mineralische Extrakte angewendet werden können. Und diese werden weit weniger schädlich sein, wenn sie injiziert werden, als die Extrakte aus den Körpern unglücklicher Tiere. Wir hören sehr viel über die Erfolge dieser letzteren Methode, aber sehr wenig über die Misserfolge.

18. (S. 565) – Jeder Orientalist weiß, dass nach dem Dahinscheiden des Buddhas allmählich eine Anzahl von Schulen entstanden, die nach ein oder zwei Jahrhunderten in zwei Hauptrichtungen des philosophischen Denkens eingruppiert wurden: die Hīnayāna- und die Mahāyāna-Schulen. Die verschiedenen Mahāyāna-Schulen des nördlichen Buddhismus sind alle hoch-philosophisch, aber das mystische Element überwiegt. Im Hīnayāna-System Südasiens überwiegt das technisch-philosophische Element. Aber für jene, die ihre Schriften zu lesen verstehen, wird das ziemlich dicht verschleierte mystische Denken und sogar die esoterische Weisheit darin deutlich genug. Die größten Mahāyāna-Lehrer erklärten, dass der Hīnayāna die »Augenlehre« des Herrn Buddha darstelle, während das Mahāyāna-System und seine Schriften die esoterischen Lehren enthielten, die ursprünglich von Buddha an seine Arhats weitergegeben und später von letzteren und ihren Nachfolgern sorgfältig ausgearbeitet wurden. Daher werden diese Lehren seine »Herzenslehre« genannt, womit mystisch die verborgene Essenz der inneren Gedanken des Buddhas zum Ausdruck gebracht wird.

Beide Schulen sind jedoch mehr oder weniger zu bloßem Formalismus kristallisiert. Gewisse Zweige der Mahāyāna-Schule wurden stark mit Tāntrika-Vorstellungen und Symbolen vermischt, und die Nachfolger von zwei oder drei dieser Sekten lehren in Wirklichkeit bis zu einem gewissen Ausmaß die Magie der »linken Hand«. Wenn wir daher ein klares Bild von der Fülle der Lehre Buddhas gewinnen wollen, soweit sie unsere eigene Zeit erreicht hat, sollten wir die mystische Esoterik des ursprünglichen Mahāyāna mit der Lehre des Hīnayāna verbinden. Der erstere erhellt den letzteren.

Es gab eine Anzahl wirklich großer Menschen, die anfänglich die Struktur des Mahāyāna-Systems, als Ganzes betrachtet, aufbauten. Sie waren hohe Initiierte, die in den Zeiten, in denen sie lehrten, so viel von dem ursprünglich esoterischen Buddhismus bekanntmachten, wie sie konnten oder es ihnen vom Mahā-Chohan erlaubt wurde, dessen Repräsentanten sie für dieses besondere Werk waren. Zwei von ihnen waren Nāgārjuna und Āryasangha, von denen die Anhänger des Mahāyāna bis heute allgemein glauben, dass sie Bōdhisattvas gewesen seien.

Nāgārjuna war der Gründer der Mādhyamika-Schule, was »der Mittlere Weg« bedeutet. Āryasangha dagegen, der selbst ein direkter Schüler von Gautama, dem Buddha, war, war der Gründer der ursprünglichen oder ersten Yogachāra-Schule. Heute enthalten beide Schulen einen großen Anteil von Tāntrika-Lehren und sind folglich stark degeneriert. Den Schüler mag interessieren, was HPB in ihrem Theosophical Glossary unter der Überschrift »Āryasangha« schreibt.

Die Sanskrit-Ausdrücke Mahāyāna und Hīnayāna bedeuten großes Fahrzeug oder großer Pfad und fehlerbehaftetes Fahrzeug oder fehlerbehafteter Pfad. Yāna hat die doppelte Bedeutung von Fahrzeug und Weg oder Art des Gehens. Mahā bedeutet groß. Aber bei dem Wort hīna, fehlerbehaftet, stellt man sich nicht etwas Irrtümliches vor, sondern etwas, was nur teilweise erklärt ist. Dies ist genau das, was die Anhänger des Mahāyāna sagen: Das Hīnayāna-System ist in seinem Rahmen wahr, es ist aber fehlerbehaftet oder mangelhaft, weil es unvollständig ist. In einer gewissen Betrachtungsweise kann man sagen, dass der Hīnayāna die exoterische oder unvollständige Lehre des Buddhas Gautama darstellt, während die innere oder geheime Bedeutung des Mahāyāna die ganze und vollständige Lehre ist, die der Buddha seinen Arhats und ausgewählten Schülern übermittelte.

Soweit ein Teil von HPBs Schriften wiederholt Hinweise hierauf enthält, besonders auf den Mahāyāna, war es für viele nicht ungewöhnlich, sich vorzustellen, dass die Theosophie nur eine Art esoterischer Buddhismus sei, anstatt die alte kosmische Weisheit der Götter, von der die Lehren des Gautama Buddha nur eine Interpretation darstellen. Ich möchte hier hinzufügen, dass HPB, obwohl sie aus persönlichen Gründen formal Buddhistin war, in ihren Lehren kein Buddhist im sektiererischen Sinn des Wortes war.

19. (S. 566) – Von vielen der bedeutendsten Gestalten in der alten Hindu-Mythologie und Geschichte wird behauptet, dass sie entweder in der Sūrya-Vaṃśa oder der Candra-Vaṃśa »geboren« worden sind, was »Sonnenrasse« und »Mondrasse« bedeutet. Diese »Rassen« sind zwei Familienlinien. Die Sūrya-Vaṃśa ist eine Linie von Kṣatriyas, die ursprünglich von Ikshvāku, dem Sohn des Manu Vaivasvata, abstammte. Letzterer war der Sohn von Vivasvat, der Sonne. Und die andere Linie, die Candra-Vaṃśa, erhebt Anspruch darauf, dass sie ursprünglich vom Mond abstammt. Er selbst stammte vom Ṛishis Atri ab. Die große epische Gestalt Rāma wurde in der Sūrya-Vaṃśa geboren, und sowohl Kṛishṇa als auch der Buddha Gautama wurden in der Candra-Vaṃśa geboren.4

Der einzige wichtige Punkt in diesem etwas sektiererischen mythologischen System ist der, dass diese beiden »Rassen« in Wirklichkeit zwei verschiedene Schulen der archaischen Esoterik darstellen. Die Lehre, welche die Sonnenrasse kennzeichnete, war konservativ. Sie entfaltete die Weisheit vergangener Zeiten und verwendete sie, ohne sie irgendwie den Bedingungen der damaligen Zeit wesentlich anzupassen. Dagegen war die Lehre der Candra-Vaṃśa mehr ein zusätzliches Ausarbeiten »neuerer« Methoden, wobei man an der Weisheit aus alten Zeiten festhielt. Der Mond ist in diesem Zusammenhang nicht der Mond der Zauberei und Schwarzen Magie, er bezieht sich vielmehr auf die mystische Tatsache, dass jeder Neophyt in seinem Fortschritt auf seinem Pfad das »lunare Element« in sich kultivieren und erheben muss, um mit dem inneren Gott eins zu werden. Mit anderen Worten, er muss die menschliche Monade evolvieren, damit sie ihre eigene göttliche Monade wird.

20. (S. 573) – In dem Vishṇu-Purāṇa wird Śambhala wie folgt erwähnt:

Wenn die von den Veden gelehrten Sitten und die Gesetze des Rechts fast verschwunden sind und das Ende des Kali-Zeitalters nahe ist, wird ein Teil jenes göttlichen Wesens, das aus seiner eigenen spirituellen Natur in der Eigenschaft als Brahma existiert, und das der Anfang und das Ende ist, und das alle Dinge einschließt, auf die Erde herabsteigen: Es wird in der Familie von Vishnuyaśas – ein angesehener Brahmane aus der Gemeinschaft von Śambhala – als Kalki, begabt mit den acht übermenschlichen Fähigkeiten, geboren werden. Durch seine unwiderstehliche Macht wird er alle Mlechchhas und Diebe und alle jene, deren Sinne der Sünde ergeben sind, vernichten. Dann wird er die Gerechtigkeit auf Erden wiederherstellen; und die Herzen jener, die am Ende des Kali-Zeitalters leben, werden erweckt werden und klar wie Kristall sein. Die Menschen, die so durch die Tugend jener besonderen Zeit verändert werden, werden wie die Samen von Menschen sein und einer Rasse zur Geburt verhelfen, die die Gesetze des Krita-Zeitalters (oder Zeitalter der Reinheit) befolgen werden. Wie es heißt: »Wenn sich die Sonne und der Mond und (das lunare Gestirn) Tishya und der Planet Jupiter in einem Haus befinden, wird das Krita-Zeitalter zurückkehren.«

– Buch IV, Kap. XXIV, S. 228–229 (H. H. Wilsons [engl.] Übersetzung)

21. (S. 622) – Die Zustände der entkörperten Wesenheit nach dem Tode sind in Tibet und in seinen Nachbarländern unter dem allgemeinen Ausdruck Bardo bekannt – ein Wort, das »zwischen zwei« bedeutet und um das sich viele fantastische und verschiedenartige Vorstellungen gewoben haben, die alle mehr oder weniger esoterische Tatsachen zum Muster haben. Wenn wir aber diese nun ziemlich exoterischen Lehren wörtlich und als der archaischen Schule zugehörig nähmen, würden wir ernstlich in die Irre geführt werden. Sie haben jedoch, wenn sie richtig verstanden werden, eine mystische Bedeutung.

In den Mahatma Letters, S. 105–106 finden wir das Folgende:

»Bardo« ist die Periode zwischen Tod und Wiedergeburt – und kann von wenigen Jahren bis zu einem Kalpa dauern. Sie ist in drei Unterperioden geteilt: (1) wenn das von seiner irdischen Mühsal befreite Ego in Kama-Loka (der Aufenthaltsort der Elementarwesen) eintritt; (2) wenn es in seinen »Schwangerschaftszustand« eintritt; (3) wenn es im Rupa-Loka des Deva-Chan wiedergeboren wird. Die Unterperiode (1) kann von wenigen Minuten bis zu einer Anzahl von Jahren dauern – wobei der Ausdruck »einige Jahre« ohne eine vollständigere Erklärung verwirrend und äußerst wertlos ist. Die Unterperiode (2) ist »sehr lang«, wie gesagt wird, manchmal länger, als man sich vielleicht vorstellen kann, aber der spirituellen Vitalität des Ego entsprechend. Die Dauer der Unterperiode (3) richtet sich nach dem guten KARMA, nach welcher die Monade sich erneut wiederverkörpert.

Bardo bedeutet daher allgemein sowohl die Zeitperiode als auch die verschiedenen Bewusstseinszustände, denen die wandernde Monade zwischen dem Tod und ihrer nächsten Wiederverkörperung unterliegt. Die drei Zustände des allgemein bekannten Bardo sind: der Chikhai-Bardo, das ist sowohl die Zeitperiode als auch der Bewusstseinszustand des entkörperten Wesens vom Augenblick des Todes an bis zu seinem endgültigen Eintritt in Devachan; der Chönyid-Bardo, das ist sowohl die devachanische Zeitperiode einer solchen Wesenheit als auch die verschiedenen Wandlungen und das Nachklingen der Bewusstseinszustände, durch die der Devachani hindurchgeht; und der Sidpai-Bardo, das ist sowohl die Zeitperiode als auch die verschiedenartigen Bewusstseinsabenteuer der Wesenheit von dem Moment an, wo sie Devachan endgültig verlassen hat, bis sie sich als ein wachsender Embryo im menschlichen Mutterleib wiederfindet. Es ist daher einleuchtend, dass diese drei Einteilungen des Bardo lediglich die tibetanische Beschreibungsart der Zustände nach dem Tode sind.

Es gibt eine gewisse Übereinstimmung zwischen der tibetischen Auslegung des Bardo und den Gedenktagen für den Verstorbenen in der griechisch-orthodoxen Kirche, wo am dritten, siebenten und vierzehnten Tage und auch noch an anderen Tagen nach dem Tod eines Menschen Gottesdienste abgehalten werden. Diese Tage sind nur eine rein exoterische Widerspiegelung der ehemaligen esoterischen Lehren über die verschiedenen Zustände oder Stationen, durch die die entkörperte Wesenheit während des Verlaufs ihrer Wanderungen nach dem Tode geht. Diese Stadien sind in der Tat individuell und werden nach Ablauf von Jahren, ja sogar von Jahrhunderten nach und nach erreicht. Diese Zeitperioden hat die griechisch-orthodoxe Kirche, die sich in keiner Weise an die esoterischen Schlüssel erinnert, sondern sich noch an die exoterische Darstellung hält, in ihrem Ritual auf Erdentage reduziert.

Der Leser wird einiges interessantes Material über den Bardo in den Lehrbüchern von Dr. W. Y. Evans-Wentz über tibetische Lehren, religiöse Literatur und philosophische Schulen finden, insbesondere in seinem Buch Tibetan Yoga and Secret Doctrines.

22. (S. 630) – HPB verwendet den Ausdruck Kāma-Rūpa in den zwei Bedeutungen, wie ich sie hier anwende: erstens, für den verkörperten persönlichen Menschen und zweitens für die astrale Wesenheit des Menschen nach dem Tode, entweder vor oder nach dem zweiten Tod in Kāma-Loka. Ich glaube jedoch, dass W. Q. Judge an einer Stelle starke Bedenken dagegen erhebt, das Wort Kāma-Rūpa für etwas anderes zu verwenden als für den persönlichen astralen Menschen nach dem Tode. Diese Anwendung ist vollkommen richtig. Wenn wir jedoch eine gründlichere philosophische Analyse vornehmen, erkennen wir, dass wir folgerichtig sogar bei Lebzeiten des Menschen vom Kāma-Rūpa sprechen können. Ich kann nur annehmen, dass diese Betonung durch Judge ein Versuch war, in den früheren Zeiten der Theosophischen Gesellschaft die Lehren so einfach wie möglich darzulegen.

Es ist verständlich, dass ein genau definiertes Rūpa, das nach dem Tod des Körpers existieren soll, während der Lebenszeit geformt oder ins Dasein gebracht worden sein muss. Das Kāma-Rūpa, das »Vehikel« zwischen dem höheren Manas und dem physischen Menschen, ist eines der unbeständigsten, veränderlichsten und plastischsten Teile unserer Konstitution, denn es unterliegt mit jeder vorübergehenden Stimmung und tatsächlich mit jedem vorübergehenden Gedanken der Veränderung. Da aber jeder Mensch seinen eigenen Svabhāva hat, berühren alle diese plötzlichen oder allmählichen kleinen Veränderungen im Kāma-Rūpa nicht dessen wesentliche Charakteristiken, weder in der Form noch in der Substanz. Das Gesicht eines Menschen hat zum Beispiel eine ausgesprochene Form oder einen Schnitt, einschließlich Gesichtszüge, Farbe und Ausdruck, und doch kann sich sein Gesicht so rasch wie ein Blitz ganz erstaunlich ändern, wie jeder Schauspieler weiß. Aber diese vorübergehenden Veränderungen, obgleich sie sicher auffällig sind, ändern nicht den Grundtyp.

Wir Menschen sind Kāma-Rūpas unserer manifestierten sieben Prinzipien. Wir alle haben ein Wunschprinzip, Kāma, und ein Mentalprinzip Manas, und unsere aus Kāma geborenen Emotionen; und diese Eigenschaften bilden den persönlichen Menschen. Wenn wir sterben und den Körper ablegen, dann bleibt noch ein Kāma-Rūpa mit allen höheren Prinzipien, die immer noch an es gefesselt sind, zurück; und wenn diese höheren Prinzipien das Kāma-Rūpa ablegen, dann bleibt nur noch die leere kāma-rūpische Hülle. Aber während wir auf dieser Erde verkörpert sind, sind wir lebende Kāma-Rūpas, siebenfache Wesenheiten. Dieses Letztere ist der Fall bei der Sonne; das Erstere, die abgeworfene Hülle, ist der Fall beim Mond, das sich zersetzende Kāma-Rūpa des gewesenen Mondes.

Wenn wir nun während unseres Lebens aus unserem Kāma-Rūpa das Vehikel des Gottes in uns machen, wird dieses Kāma-Rūpa der Träger, und wir werden ein Bōdhisattva, ein Buddha oder ein Christus auf dieser Ebene. Gegenwärtig sind alle Menschen miteinander das, was wir Kāma-Rūpas des Gesamtkörpers der Menschheit nennen können; die wahre menschliche Rasse besteht aus den spirituellen Monaden dieser Tausende von Millionen Männern und Frauen.

Geradeso entspricht auch jede Gruppe von Sonnen einer Anhäufung von »Atomen«, die das Kāma-Rūpa unseres eigenen unermesslichen Brahmāṇḍa, des Eies von Brahmā, bilden. Jede Sonne in dieser Sonnenanhäufung ist ein kosmisches Atom und ist daher eine Manifestation von Kraft, die von Fohat oder dem kosmischen Eros ausgeht. Eros wird nicht im abstrakten Sinn des göttlichen Lebens, sondern in seinem niederen Sinn von Kāma oder kosmischem Verlangen angewendet, wobei das Letztere in etwa dem lateinischen Cupido entspricht.

Die Sonnen stellen daher als kosmische »Atome« in ihrer Gesamtheit ein Kāma-Rūpa des gewaltigeren verkörperten Kosmos dar, d. h. der mentalen, leidenschaftlichen Energieseite des Universums, die sich in diesen Bällen von gewaltiger Kraft, die wir Sterne nennen, manifestieren. Wir können sie auch Söhne von Fohat nennen.

23. (S. 639) – Die verschiedenen Bewusstseinsgrade der »gesegneten Region« des Devachan sind in den philosophischen Schulen des Orients unterschiedlich beschrieben worden, besonders in buddhistischen Schriften unter dem Begriff Sukhāvatī, was »glücklicher Zustand« bedeutet. Obwohl die exoterischen Beschreibungen blumenhaft und quasi imaginär sind, weisen sie auf einen zentralen Kern esoterischer Wahrheit hin, dass das Devachan mit Recht in viele verschiedene Bewusstseinszustände einzuteilen ist.

In diesem Zusammenhang wird der Leser auf die Mahatma Letters, S. 99–100 verwiesen:

Das Deva-Chan oder das Land von »Sukhavati« wird von unserem Herrn Buddha allegorisch beschrieben. Was er sagte, kann im Shan-Mun-yi-Tung gefunden werden. Der Tathâgata sagt:

»Viele tausend Myriaden von Weltsystemen jenseits des unsrigen gibt es eine Region der Seligkeit, Sukhavati genannt. … Diese Region ist von sieben Reihen von Zäunen umgeben, von sieben Reihen weitreichender Vorhänge, sieben Reihen wogender Bäume; dieser heilige Wohnort der Arahats wird von den Tathâgatas (Dhyan-Chohans) regiert und ist im Besitz der Bodhisatwas. Er hat sieben kostbare Seen, in deren Mitte kristallklare Wasser fließen, die ›sieben und eine‹ Eigenschaften oder unterscheidende Merkmale haben (die aus dem EINEN ausstrahlenden 7 Prinzipien). Dies, oh Sariputra, ist das ›Deva-Chan‹. Seine göttliche Udambara-Blume senkt eine Wurzel in den Schatten jeder Erde und blüht für alle, die sie erreichen. Die in dieser gesegneten Region Geborenen sind wahrlich glücklich. In diesem Zyklus gibt es für sie keinen Schmerz und keine Sorgen mehr. … Myriaden von Geistern (Lha) weilen dort, um zu ruhen, und kehren dann in ihre eigenen Regionen zurück.5 Nochmals, o Sariputra, in diesem Land der Glückseligkeit sind viele, die dort geboren werden, Avaivartyas …«6

24. (S. 646) – Aus einem nicht unterzeichneten Artikel in The Theosophist, Juli 1884, S. 242:

Nun werden sich diejenigen, die die okkulten Lehren über Devachan und unsere Zustände danach, studierten, erinnern, dass es zwischen zwei Inkarnationen eine beträchtliche Zeitspanne subjektiver Existenz gibt. Je größer die Anzahl von solchen Devachanischen Zeitspannen ist, desto größer ist die Anzahl der Jahre, über die sich diese Evolution ausdehnt. Daher ist es das Hauptziel des Okkultisten, sich selbst so zu kontrollieren, dass er in der Lage ist, seine künftigen Zustände zu beherrschen und damit allmählich die Dauer seiner Devachanischen Zustände zwischen zwei Inkarnationen zu verkürzen. Im Verlaufe seines Fortschritts kommt eine Zeit, wo es zwischen einem physischen Tod und seiner nächsten Wiedergeburt kein Devachan gibt, sondern eine Art spirituellen Schlafes, wobei der Todesschock ihn sozusagen in einen Zustand der Bewusstlosigkeit versetzt, von welchem er sich allmählich erholt und wiedergeboren wird, um sein Ziel weiter zu verfolgen. Die Dauer dieses Schlafes kann von fünfundzwanzig bis zu zweihundert Jahren, je nach dem Grad seines Fortschritts, variieren. Aber selbst diese Periode kann als Zeitverschwendung bezeichnet werden, und daher sind alle seine Anstrengungen darauf ausgerichtet, ihre Dauer zu verkürzen, sodass er allmählich zu einem Punkt kommt, wo der Übergang von einem Zustand der Existenz zu einem anderen beinahe unmerklich ist. Dies ist sozusagen seine letzte Inkarnation, denn der Todesschock macht ihn nicht mehr bewusstlos.

25. (S. 657) – Dem Laṇkāvatāra Sūtra zufolge, einem der neun wichtigsten Mahāyāna-Texte, wird Nirvāṇa definiert als die »unverschleierte Vision des Soseins der Wirklichkeit, wie sie ist«, um ein wenig das Original-Sanskrit zu umschreiben, nirvānam iti yathābhūtārthasthāna-darśanam. Das unglückliche Missverständnis der Orientalisten, dass Nirvāṇa Vernichtung bedeute, hätte überhaupt nicht zu entstehen brauchen, wenn sie unvoreingenommen die folgenden Abschnitte berücksichtigt hätten:

Weiterhin, Mahāmati, diejenigen, welche Nirvana suchen, da sie sich vor Leiden fürchten, die aus der Unterscheidung von Geburt-und-Tod entstehen, wissen nicht, dass Geburt-und-Tod und Nirvana nicht voneinander zu trennen sind; und da sie sehen, dass alle unterscheidbaren Dinge keine Wirklichkeit haben, stellen sie sich vor, dass Nirvana aus der zukünftigen Vernichtung der Sinne und ihrer Bereiche besteht. Sie kennen nicht, Mahāmati, die Tatsache, dass Nirvana das Ālaya-Vijñāna ist, wo eine Umwandlung durch Selbst-Verwirklichung stattfindet. Daher, Mahāmati, sprechen diejenigen, die unwissend sind, von der Dreiheit der Vehikel und nicht von dem Zustand des Nur-Geistigen, in dem es keine Bilder gibt. Daher, Mahāmati, klammern sich diejenigen, die die Lehren der Tathagatas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft über die Außenwelt, die aus Geist ist, nicht verstehen, an die Vorstellung, dass es eine Welt außerhalb von dem gibt, was als Geist betrachtet wird, und Mahāmati, sie rollen selbst auf dem Rad von Geburt-und-Tod weiter.

– Kap. II, XVIII, S. 55 (D. T. Suzukis Übersetzung)

Wenn die Selbst-Natur und die Gewohnheitsenergie aller Vijñānas, einschließlich des Ālaya, Manas und Manovijñāna, aus denen die Gewohnheitsenergie der falschen Vermutungen hervorgeht – wenn alle diese durch einen Umschwung gehen, erkläre ich und alle Buddhas, dass dies Nirvana ist; Art und Natur des Selbst von diesem Nirvana sind Leere, die der Zustand der Wirklichkeit ist.

Ferner, Mahāmati, Nirvana ist der Bereich der Selbstverwirklichung, die durch edle Weisheit erreicht wird, die frei von der Unterscheidung von Ewigkeit und Vernichtung, Existenz und Nicht-Existenz ist. Wieso ist es nicht Ewigkeit? Weil die Unterscheidung zwischen der Individualität und der Allgemeinheit fallengelassen wurde, ist es nicht Ewigkeit. Warum ist es nicht Vernichtung? Es ist nicht Vernichtung, weil alle weisen Männer der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft Verwirklichung erlangt haben. Daher ist es nicht Vernichtung.

– Kap. II, XXXIII, S. 86–87 (op. cit.)

26. (S. 665) – Der Leser wird auf die Examinations of the Golden Verses (Untersuchungen der Goldenen Verse)7 von Fabre d’ Olivet (1768–1825), dem berühmten französischen Sprachkundigen und Philosophen, hingewiesen. Er sagt:

Die Alten hatten die Gewohnheit, alles mit Gold zu vergleichen, was sie als fehlerlos und außerordentlich schön ansahen: So verstanden sie unter dem Goldenen Zeitalter das Zeitalter der Tugenden und des Glücks; und unter den Goldenen Versen die Verse, in denen die reinste Lehre enthalten war. Sie schrieben diese Verse stets Pythagoras zu, nicht weil sie glaubten, dass dieser Philosoph sie selbst verfasst hätte, sondern weil sie wussten, dass sein Schüler, dessen Werk sie waren, die genaue Lehre seines Meisters offenbarte und sie auf Maximen gründete, die aus seinem Munde stammten. Dieser Jünger, der sich durch seine Gelehrsamkeit hervortat und besonders durch seine Ergebenheit gegenüber den Unterweisungen des Pythagoras, wurde Lysis genannt. Nach dem Tode von Pythagoras triumphierten seine Feinde vorübergehend und begannen in Crotona und Metaponte jene schreckliche Verfolgung, die das Leben einer so großen Anzahl Pythagoreer kostete. Sie rissen die Ruinen ihrer verbrannten Schule nieder und zwangen sie, im Tempel der Musen Hungers zu sterben. Lysis entging glücklicherweise diesen Katastrophen. Er zog sich nach Griechenland zurück, mit dem Wunsche, die Schule des Pythagoras mit ihren verleumdeten Prinzipien zu verbreiten. Er hielt es für notwendig, eine Art Vorschriftenbuch zu verfassen, das die moralischen Grundsätze und wichtigsten Verhaltensregeln, die von diesem berühmten Mann genannt worden waren, enthalten sollte. … Diese Verse … enthalten die Gedanken von Pythagoras und sind alles, was auf uns überkam. Sie sind wirklich authentisch und beziehen sich auf einen der größten Männer des Altertums.

Hierocles gab die Verse mit einem langen meisterhaften Kommentar an uns weiter. Er versichert uns, dass sie nicht, wie man glauben könnte, die spezielle Ansicht eines Einzelnen enthalten, sondern die Lehre der gesamten heiligen Werke der Pythagoreer und alles, was in den Zusammenkünften gesagt wurde. Er fügt hinzu, dass eine Regel existierte, die vorschrieb, dass ein jeder an jedem Morgen vor dem Aufstehen und an jedem Abend nach dem Zubettgehen die Verse als die Orakel der Pythagoreeischen Schule lesen sollte. Tatsächlich ersieht man aus manchen Abhandlungen von Cicero, Horaz, Seneca und anderen glaubwürdigen Schreibern, dass diese Regel noch in ihrer Zeit streng eingehalten wurde. Aus dem Zeugnis von Galen in seiner Abhandlung über Das Verständnis für die und die Heilung von Krankheiten der Seele, wissen wir, dass er selbst jeden Tag morgens und abends die Verse des Pythagoras las und dass er sie, nachdem er sie gelesen hatte, auswendig rezitierte. …

Wenn sein [Lysis’] Name nicht mit diesem Werk in Verbindung gebracht wird, so deshalb, weil in der Zeit, in der er es schrieb, immer noch die alte Gewohnheit existierte, über die Dinge und nicht über Individuen nachzudenken. Man befasste sich mit der Lehre des Pythagoras und nicht mit dem Talent des Lysis, der sie bekannt gemacht hatte. Die Schüler eines großen Mannes hatten keinen anderen Namen als den seinen. Alle ihre Werke wurden ihm zugeschrieben. Dies ist eine Beobachtung, die wichtig genug ist, um erwähnt zu werden. Sie erklärt, warum Vyasa in Indien, Hermes in Ägypten und Orpheus in Griechenland so viele Bücher geschrieben haben sollen, dass nicht einmal das Leben vieler Menschen ausreichen würde, sie alle zu lesen.

Der griechische Text der angeführten Verse lautet wie folgt:

Μήδ᾽ὕπνον μαλακοῖσιν ἐπ᾽ὄμμασι προσδέξασθαι,
Πρὶν τῶν ἡμερινῶν ἔργων τρὶσ ἔκαστον ἐπελθεῖν.
Πῆ παρέβην; τί δ᾽ἔρεξα; τί μοι δέον οὐκ ἐτελέσθη;

27. (S. 674) – Im exoterischen Buddhismus werden fünf Skandhas (wörtlich »Bündel« oder »Aggregate«) angegeben: Form (Rūpa), Gefühl oder Sinneswahrnehmung (Vedanā), selbstbewusste Verstandestätigkeit (Sañjñā), mentale Neigungen (Saṃskāra) und Bewusstsein (Vijñāna). Das erste Skandha stellt die materielle Welt oder die Materialität der Dinge dar, während die restlichen vier zu der astralen Monade und dem Denkvermögen [mind] gehören. Das zweite betrifft die Wahrnehmung der Sinnesgegenstände; das dritte das, was durch das Denken ausgearbeitet wird; das vierte bezieht sich auf das, was das formbildende Prinzip des Denkvermögens genannt werden kann, welches duch ihre eigenen Energien belebte mentale Formen bildet; und das fünfte stellt egoische Verstandestätigkeit dar. Die buddhistische philosophische Analyse hat diese verschiedenen Merkmale in die fünf oben angeführten Kategorien aufgeteilt.

Demgemäß sind die Skandhas die verschiedenen Gruppen persönlicher Eigenschaften oder Merkmale, die einen Menschen vom anderen unterscheiden; und durch diese Gruppen der psychologischen und psycho-emotional-astralen Eigenschaften oder Merkmale wirkt der höhere Mensch oder das höhere Ego, d. h. die egoische Individualität.

Fußnoten

1. Vgl. Essays in Zen Buddhism (Third Series) von D. T. Suzuki, S. 128, 222–228. [back]
2. Vgl. The Works of Plato, Band VI, übersetzt von George Burges. [back]
3. Siehe The Lost and Hostile Gospels von Rev. S. Baring-Gould, London, 1874, S. 130–131. [back]
4. Die meisten Autoren erklären, dass Buddha Gautama von solarer Abstammung war. [back]
5. Jene, die ihre Erdenringe noch nicht beendet haben. – KH [back]
6. Wörtlich: jene, die nie mehr wiederkehren werden – die Menschen der siebenten Runde, etc. – KH [back]
7. Vgl. Nayán Louise Redfields englische Version (1917) von The Golden Verses of Pythagoras, in die französische Sprache übersetzt von Fabre d’Olivet. [back]