H. P. Blavatsky und die SPR

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Im Dezember 1885 publizierte die Society for Psychical Research [SPR] einen 200 Seiten umfassenden Bericht, in dem Blavatsky als eine der „gebildetsten, genialsten und interessantesten Betrügerinnen der Geschichte“ verurteilt wird. Im April 1986 veröffentlichte das Journal der SPR eine erste kritische Analyse des Hodgson Berichts von Dr. Vernon Harrison. H.P.Blavatsky und die SPR vereint die erste Studie von Dr. Harrison, „J’Accuse“, mit einer neuen Abhandlung, die auf der von ihm weitergeführten Arbeit beruht. In dieser Ausgabe sind auch 12 Originalbriefe der Mahatmas und von Blavatsky in Farbe abgedruckt. Die SPR selbst kündigte die Veröffentlichung der von Dr. Vernon Harrison verfassten Studie des Hodgson Berichts fast genau 100 Jahre nach der Veröffentlichung der falschen und haltlosen Beschuldigungen wie folgt an: Vom Herausgeber des Journal of The Society for Psychical Research Obwohl die SPR, wie wiederholt betont wurde, keine einheitliche Meinung vertritt, wurde sie weithin als für die Billigung des „Hodgson Berichts“ (wie wir uns im Folgenden auf den Bericht als Ganzes beziehen wollen) verantwortlich betrachtet, und von da an stand die SPR als Ankläger von Mme.Blavatsky fest … . In dieser Ausgabe unseres Journals, das fast genau einhundert Jahre nach der Publikation des Hodgson Berichts erscheint, freuen wir uns – im Interesse der Wahrheit und Fairness und um jegliche zugefügte – Beleidigung zurückzunehmen –, hier eine solche kritische Analyse eines Schriftsachverständigen zu publizieren. Seine Expertise ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung, da vieles im Hodgson Bericht die Urheberschaft bestimmter Briefe betrifft, von denen Hodgson behauptet, sie wären von Madame Blavatsky gefälscht. Dr. Vernon Harrison, ehemaliger Präsident der Royal Photographic Society, war zehn Jahre lang Forschungsleiter bei Thomas De La Rue, einer Druckerei für Banknoten, Pässe und Marken, etc.; so gibt es wahrscheinlich nicht viel, was er nicht über Fälschungen weiß. Er ist nicht Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, aber ein langjähriges Mitglied der SPR. – Dr. John Beloff, Editorial des Herausgebers zum Artikel „J’Accuse: Eine Prüfung des Hodgson Berichts von 1885“ von Dr. Vernon Harrison, SPRJournal, April 1986 Die Ergebnisse von Dr. Harrison weisen Hodgsons Bericht als tendenziös und in jeder Beziehung falsch aus. Seine Analyse ist im vorliegenden Werk umfassend dokumentiert.
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Beschreibung

Im Dezember 1885 publizierte die Society for ­Psychical Research [SPR] einen 200 ­Seiten umfassenden Bericht von Richard Hodgson, den man nach Indien gesandt hatte, um paranormale Phänomene im ­Zusammenhang mit der Theosophischen ­Gesellschaft zu untersuchen. Der Bericht wurde von mehreren prominenten Mitgliedern der SPR gutgeheißen und ist wahrscheinlich deshalb bestens bekannt, weil in ihm H.P.Blavatsky als eine der „gebildetsten, genialsten und ­interessantesten Betrügerinnen der Geschichte“ ­verurteilt wird.
Obwohl Theosophen mehr als ein Jahrhundert lang dagegen protestierten, bleibt dieses Urteil ­eine der meistzitierten ­Einschätzungen Blavatskys und wird häufig in Enzyklopädien, Referenzbüchern und biographischen Werken angeführt.
Im April 1986 veröffentlichte das Journal der SPR eine erste kritische Analyse des Hodgsons ­Berichts von Dr. Vernon Harrison, in welchem Dr.Harrison sagt, dieser sei „durchsiebt mit ­tendenziösen Aussagen, mit Vermutungen, die zu Tatsachen oder wahrscheinlichen Tatsachen erhoben werden, mit nicht bestätigten Zeugenaussagen ungenannter Zeugen, mit selektierten Beweisstücken und glatter Unwahrheit“.
Seither hat Dr.Harrison seine Forschungen weitergeführt, unter anderem führte er eine zeilenweise Untersuchung von 1.323 Farbdias der ­Mahatma Letters in der Britischen Bibliothek durch. Heute kommt er zu folgendem Schluss: „Der Hodgson Bericht ist sogar noch schlimmer, als ich gedacht hatte. Er ist nicht – wie seit mehr als einem Jahrhundert ­angenommen wird – das Vorbild für eine unparteiische und gewissenhafte Unter­suchung … Er ist mangelhaft und unzuverlässig“.
H.P.Blavatsky und die SPR vereint die erste Studie von Dr. Harrison, „J’Accuse“, mit einer neuen Abhandlung, die auf ­der von ihm weitergeführten Arbeit beruht.  Weiteren enthält das vorliegende Werk sein ‘Gutachten’, die ‘Stellung­nahmen zu Kritik­punkten’ und eine reprografische Wiedergabe der formellen ­‘Eidesstattlichen Erklärung’ nebst ihrer Übersetzung. In dieser Ausgabe sind auch, mit freund­licher Genehmigung der Britischen ­Bibliothek, 13 Farbtafeln abgedruckt, die Muster­seiten der Briefe von den Mahatmas und von ­Blavatsky zeigen.
Dr. Harrisons Resüme der ersten Studie „J’Accuse“ lautete wie folgt:

In „J’Accuse” habe ich geschrieben: „Während Hodgson gewillt war, jeglichen Beweis zu benutzen, wie trivial und fragwürdig er auch immer sein mochte, um HPB zu belasten, ignorierte er jeden Beweis, der zu ihren Gunsten hätte heran­gezogen werden können. Sein Bericht ist durchsiebt mit tendenziösen Behauptungen, von Mutmaßungen, die als Tatsache oder bewiesenes Faktum vorgebracht werden, von nicht bestätigten ­Aussagen ungenannter Zeugen, von Unterschlagung von Beweisen und völliger Unwahrheit.” Wenn das übertrieben erscheint, antworte ich, dass nun ­– da ich die Gelegenheit hatte, den Hodgson Bericht im Lichte des eindeutigen Beweises, der uns bleibt (die Meisterbriefe in der ­Britischen Bibliothek), noch einmal zu lesen – der Hodgson Bericht sogar noch schlimmer ist, als ich gedacht hatte. Der Hodgson Bericht ist nicht – wie seit mehr als einem Jahrhundert angenommen wird – ein Vorbild für eine unparteiische und ­gewissenhafte Untersuchung: Er ist das Werk eines Mannes, der bei seiner Untersuchung frühzeitig seine Schlüsse gezogen hat und danach – Beweismittel ­unterschlagend und verdrehend – nicht zögerte, fehlerhafte ­Argumente zur Unterstützung seiner These heranzuziehen.

Das Resüme seiner erweiterten Arbeit ist für die Theosophen noch viel ermutigender, da sich die gesamte Arbeit Harrisons als eine Schande für die Wissenschaft und englisches Recht erweist.