Band 6: Der Tod: Was kommt danach?, ISBN 978-3-940866-05-9

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Band 6 der Reihe Theosophische Perspektiven – Der Tod: Was kommt danach? – beschäftigt sich mit folgenden Themen:
Schlaf und Tod | Warum sterben wir? | Devachan, die Himmelswelt | Können wir mit den Verstorbenen in Verbindung treten? | Ein Rückblick | Der Tod und die Monade | Die Wanderungen der Monade | Der Wert dieser Lehren | Tod und Wiedergeburt | Einige Fragen und Antworten.
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Beschreibung Auszug aus der Einleitung

„Tod, wo ist dein Stachel? Grab, wo ist dein Sieg?“ ­Wir alle sind mit diesen schönen Worten von Paulus ­vertraut, aber – ach – wie wenig wirklichen Trost haben sie betrübten Herzen gespendet! Denn es gibt keine Lehre oder Erfahrung, die dieses Versprechen mit göttlicher Gewissheit ­untermauert. Und doch ist die Wahrheit schon immer ganz nahe bei uns und flüstert unseren Herzen genau mit der ­Stimme unserer eigenen Liebe für die ‘Dahingegangenen’ zu:  spirituelle Mensch ist ewig; es gibt keine Toten.
Die Liebe an sich ist der Beweis für das spirituelle ­Überleben des Menschen – wahre Liebe, die selbstlos ist, anspruchslos, rein, verzeihend und – unzerstörbar. Wenn wir auch irgendwann aufhören, ständig um jene zu trauern, die uns in das Land des Lichts vorausgegangen sind, können wir jemals ­aufhören zu lieben? Gerade weil unsere Liebe unzerstörbar ist, muss sie einem Element in uns entspringen, das gleichfalls unsterblich ist – denn wie kann eine Qualität größer sein als die Quelle, der sie entspringt?
Genau hier, in der Liebe, müssen wir nach Beweisen ­suchen, dass der Geist des Menschen für alle Zeit lebt. Aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass nur wahre Liebe, und nicht ­selbstsüchtiges emotionales Anhaften, uns die Tür zu wirklichem spirituellen Kontakt mit unseren Verstorbenen öffnen kann.
Die Theosophie sagt uns, dass die scheinbare Trennung von unseren Geliebten durch den Tod keine Realität ist und wir in Illusionen leben. Lehrt nicht auch die Naturwissenschaft, dass Materie ‘hauptsächlich aus ­Löchern’ besteht? Und doch scheinen Materie und das äußere Leben für uns ­alles geworden zu sein, was uns eigentlich interessiert. Wir leben fast ausschließlich für materielle Zwecke und die Interessen unserer Persönlichkeit – für den Gehirnverstand oder unser emotionales Denken. Und diese Persönlichkeit – die ganz und gar irdisch und mit physischen Dingen verwoben ist und die mit dem Körper zerfällt – stirbt und entschwindet aus dem menschlichen Gesichtskreis. Dass die Natur der Persönlichkeit flüchtig ist, das ist die große Lektion, die wir lernen müssen – wenn wir nicht nur in spiritueller Verbindung mit den Toten bleiben möchten, sondern mit all jenen, die ­körperlich von uns getrennt sind. Wir müssen unser persönliches Selbst als das vergängliche Ding verstehen lernen, ­das es ist. Wenn wir dann die hinter ihm und im Inneren stehende spirituelle Realität entdecken und danach leben, werden wir unser inneres Unsterbliches Selbst finden und beginnen, in und für diese bleibende Wurzel unseres Wesens zu leben. Wenn uns das gelingt, werden wir sehen:  werden dann uns selbst als bereits unsterblich erkennen – jetzt, in diesem Augenblick! Wir werden dann auch das wahre Selbst jener wahrnehmen, die wir lieben und in jedem Augenblick ­unseres Lebens die Wirklichkeit empfinden, dass wir immer zusammen sind; immer wirklich miteinander in Verbindung stehen, wenn auch die physischen Augen das geliebte Gesicht nicht sehen und die physischen Ohren die Stimme des Abwesenden nicht hören. Lediglich die Kenntnis unseres spirituellen Selbst und des inneren spirituellen Selbst unserer Lieben wird uns den Sieg über den Tod bringen.
Wir können tatsächlich Wahrheit erlangen. Jeder von uns hat die Fähigkeit, alle seine Probleme zu lösen und für ­jeden Schmerz ­Heilung zu finden. Der Tod ist kein Mysterium in dem Sinne, dass er nicht verstanden werden kann. Die Wahrheiten über den Tod liegen innerhalb unseres Verständnisses.
Die einzige Ursache, die den Tod mit so viel Leid, Angst und Furcht umgibt, ist unsere Unwissenheit über die hinter dem materiellen Leben stehenden spirituellen Tat­sachen. Mit Mut und Entschlossenheit ist es uns möglich, den Schleier zu lüften und mittels unserer erwachten spirituellen Fähigkeiten zu entdecken, dass der Tod nur der Eingang zu einer höheren ­Daseinsform auf einer Ebene ist, auf der wir und unsere Lieben untrennbar sind; und dass wir, immer gemeinsam, „von Zeitalter zu Zeitalter und von Höhen zu noch größeren Höhen immer weiter fortschreiten“.
Unwissenheit ist der größte Feind des Menschen, vor ­allem Unwissenheit über seine eigene Natur. Mensch, erkenne dich selbst! Denn in dir liegen alle Möglichkeiten und Wirklichkeiten des Universums. Weil die meisten von uns ­praktisch nichts über sich selbst wissen – und nur die ­eingefahrenen ­Geleise unseres Lebens kennen, in denen sich unsere Gedanken und ­Gefühle täglich wiederholen –, haben wir ­keine Antworten auf die Fragen, warum wir hier sind und ­wohin wir gehen.
Der illusorische und trügerische Charakter materieller Dinge wurde den Nachdenklichen durch die Arbeit der ­modernen Wissenschaft ­allmählich verständlich gemacht. Die Naturwissenschaft ­erklärt uns zum Beispiel, dass unser ­Körper aus kleinen ­Teilchen aufgebaut ist, bekannt als Elektronen, Protonen, Neutronen usw., welche die Theosophie hingegen ‘Leben’ oder Lebensatome nennt. Wenn man die gesamte Materie des menschlichen Körpers zusammenpressen könnte, würde nicht mehr zurückbleiben als ein kleines Staubkörnchen, so sagen die Wissenschaftler. Und trotzdem formt dieses ­Körnchen – sozusagen von der Magie der ­Lebenskräfte ausgebreitet – unseren verhältnismäßig großen und scheinbar festen physischen Körper. So ist auch ein Tisch, ein Marmorblock oder jeder andere feste Gegenstand in Wirklichkeit aus einer unvorstellbaren Anzahl kleiner Teilchen zusammen­gesetzt, die mit unvorstellbarer Schnelligkeit schwingen und uns die ­Illusion von Festigkeit vorspiegeln, obwohl große Abstände zwischen ihnen existieren. Das, was wir immer als ‘feste ­Wirklichkeit’ ansehen, ist tatsächlich eine Illusion, ­obwohl es vom Standpunkt der Erfahrung aus real erscheint.
Man hat auch Formen der Materie entdeckt, die wir nicht ­sehen können, weil ihre Schwingungsraten für unsere Sinne nicht wahrnehmbar sind – wie die infraroten und die ultravioletten Lichtstrahlen, die einen mit einer zu langsamen und die anderen mit einer zu schnellen Schwingungsfrequenz, um für uns sichtbar zu sein.
Wenn wir also die Mysterien von Leben und Tod ­verstehen und die außerhalb des normalen Wahrnehmungsvermögens stehenden Dinge der spirituellen Reiche sehen und erkennen wollen, müssen wir die täuschende ­Natur der rein materiellen Dinge erkennen. Und wir müssen für uns die Bedeutung von Materieformen erkennen, die unsere gegenwärtige Wahrnehmungsfähigkeit übertreffen. Wir müssen verstehen, was die Wissenschaft gerade aufzuzeigen beginnt, ­jedoch die Theosophie – die alte Weisheits-Wissenschaft – seit ­Äonen gelehrt hat, nämlich dass das wirkliche Universum nicht aus Materie, sondern aus Bewusstsein errichtet ist. Der Mensch ist kein Körper, denn der ist illusorisch. Er ist ein Zentrum, eine Einheit von Bewusstsein, eingebettet in ein Gewand aus vergänglichem Fleisch.
Natürlich sollen wir den Körper und die Persönlichkeit oder den Verstand – unser gewöhnliches Selbst – nicht unterbewerten, denn sie bilden das Instrumentarium oder die Werkzeuge für Erfahrung in unserer Welt, in der unsere Evolution gegenwärtig stattfindet. Ein richtiges Verständnis unserer Persönlichkeit würde uns tatsächlich dazu befähigen, sie zu ­einem Instrument ungeahnter Schönheit und noch ­unvorstellbaren Nutzens zu entwickeln. Aber das gelingt uns nicht, noch ­können wir sie dazu bringen, uns richtig zu ­dienen, ­solange wir nicht gedanklich beiseite treten und sie in ihrer Beziehung zu dem tieferen, unsterblichen Selbst betrachten, in dem der Schlüssel zu all unseren ‘Mysterien’ liegt.
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Paperback
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108
Seiten