Band 3: Karma, ISBN 978-3-940866-02-8

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Band 3 der Reihe Theosophische Perspektiven – Karma – beschäftigt sich mit folgenden Themen:
Ist Karma eine blinde Kraft? | Wir sind unser eigenes Karma | Die Frage der Vererbung | Fatalismus – oder Schicksal? | Warum die Lehre von Karma in Vergessenheit geriet | Karma und Strafe | Das Karma der Nationen und Rassen | Der praktische Wert von Karma.
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Beschreibung Auszug aus der Einleitung

Die Lehre von Karma ist eine der Grundlehren der Theosophie. Sie lehrt uns, den Sinn des menschlichen Lebens mit seinen scheinbaren Ungerechtigkeiten zu erklären und reicht uns den Schlüssel zur Lösung vieler Lebensrätsel. Karma ist ein Sanskritwort, das ‘Handlung’ bedeutet. Es hat dieselbe Bedeutung wie das Gesetz von Ursache und Wirkung. Es ist das Gesetz der nimmer versagenden Gerechtigkeit, ­dessen Wirkung sich vom kleinsten denkbaren Teilchen bis hin zum unvorstellbaren, ausgedehnten kosmischen Raum ­erstreckt und schließt alles ein, was sich ­darin befindet. Karma ist ein Begriff, dem wir heutzutage in der Literatur häufig begegnen; er wird oftmals in Filmen und Theaterstücken ­verwendet und nicht selten ist er Diskussionsgegenstand in Rundfunk und Fernsehen.
Im Neuen Testament finden wir in den bekannten Worten des Paulus in seinem Brief an die Galater, VI, 7: ‘Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.’ Obschon dieser ­Gedanke des großen christlichen Apostels und Eingeweihten deutlich genug ist, hat man im allgemeinen die tiefe Bedeutung der Formulierung des Gesetzes der ethischen Gerechtigkeit übersehen und es nicht als Grundlage für menschliches ­Verhalten auf gedanklicher und spiritueller Ebene akzeptiert. Auf der physischen Ebene dagegen erkennt man das Gesetz von Aktion und Reaktion als selbstverständlich an und ­betrachtet es unbewusst als unfehlbar. Das Leben würde ­unmöglich werden, wenn wir uns nicht darauf verlassen ­könnten, dass gewisse Handlungen die dazugehörigen Folgen hervorrufen. Überall sehen wir die Gesetzmäßigkeit und Ordnung sowie die fortwährende Wiederherstellung eines gestörten Gleichgewichts. Auf dem gesamten Gebiet der äußeren Natur ist dieses Gesetz wahrnehmbar, wie jede Handlung logische Folgen nach sich zieht, aber trotzdem hat ganz besonders die westliche Welt die universale Wirkung dieses Gesetzes nicht erkannt. Wir haben nicht verstanden, dass unser eigenes Leben von diesem Gesetz beherrscht wird.
Bei wissenschaftlichen Untersuchungen wurde auf der physischen Ebene der Zusammenhang von Ursache und Wirkung mit äußerster Sorgfalt erfaßt; das Studium dieser Gesetzmäßigkeit ermöglichte es, dass wir bestimmte Resultate voraussehen und uns unbedingt darauf verlassen können. Durch genaue Beobachtungen der Transformationen in der Natur, wobei über jedes, auch das kleinste Energieteilchen, Rechenschaft abgelegt werden musste, kam man zu der ­Formulierung des ‘Energieerhaltungssatzes’. Wenn dieser auch nur teilweise richtig ist, bedeutet das, daß die materielle Welt von einem zuverlässigen Gesetz regiert wird. Aber jenseits der Grenzlinie, die von unseren normalen stofflichen Sinnen nicht überschritten werden kann, herrscht angeblich das Chaos, blinder Zufall, und man bedient sich für die Beschreibung dieser Zustände Begriffen wie ‘ein zufälliges Zusammentreffen von Atomen’. Schließlich kam man zu der sonderbaren Schlussfolgerung, dass der menschliche Verstand, der die materiellen Reaktionen so sorgfältig beobachtet und zu verstehen versucht, selbst nichts anderes ist als ein Produkt von dem, was er studiert!
Aber dieser Alptraum gehört zum größten Teil der ­Vergangenheit an, denn manche prominente Wissenschaftler haben bereits erklärt, dass das Grundprinzip im All eher ‘Geist-Substanz’ oder Bewusstsein ist und weniger Materie. Weil dem Menschen eine wirkliche Lebensphilosophie fehlt, wurden nur die Wirkungen untersucht, und man versuchte, mit ihrer Hilfe Rückschlüsse auf die Ursachen zu ziehen, was eine schwierige, ja fast unmögliche Aufgabe ist. Um die Wirkungen, die wir in der Welt auf allen Ebenen wahrnehmen, richtig interpretieren zu können, müssen wir die Ursachen kennenlernen.
Um ein richtiges Bild vom Begriff Karma zu bekommen, ist es notwendig zu verstehen, dass der Kosmos, das Universum, eine Einheit ist, ein Organismus – der aus einer unendlichen Anzahl kleinerer Organismen zusammengesetzt ist. All die vielen Organismen existieren in einer unvorstellbaren ­Vielfalt von Bewusstseins- und Entwicklungsgraden, die alle von dem Einen Bewusstsein, das alles umfasst und in allem ­anwesend ist, zu einem Ganzen vereint werden. Dieser erhabene Gedanke wird durch den Menschen veranschaulicht, der selbst ein Universum darstellt, einen Kosmos im kleinen. Ist er nicht aus einer beinahe unendlich großen Zahl von Lebens- oder Bewusstseinszentren zusammengesetzt – Atomen, ­Molekülen, Zellen, Organen, Nervenknoten und so weiter – worüber das Bewusstsein des Menschen steht, das alle Teile durchdringt, vereint und leitet? Und so, wie eine Wunde am kleinen Finger vom ganzen Körper gespürt wird, so hat ein Gedanke des Hasses oder eine schmerzliche mentale Erfahrung ihre Wirkung auf den größeren kosmischen Organismus. Dass das Gesetz von Aktion und Reaktion, von Ursache und Wirkung, sich in dem begrenzten Bereich der lediglich materiellen Existenz so deutlich zeigt, ist nur ein oberflächlicher Beweis für das Wirken Karmas in den inneren, spirituellen und kausalen Bereichen. Normalerweise nehmen wir ­lediglich in der materiellen Welt wahr, dass Aktion und Reaktion dieselben Kräfte sind, aber das Auge des spirituellen Sehers erblickt hinter der materiellen Fassade dasselbe Gesetz, das dann eine viel dynamischere Wirkung hat. In ihrem Buch The Key to Theosophy [Der Schlüssel zur Theosophie] schreibt H. P. Blavatsky folgendermaßen über Karma:

“… das Grundgesetz im Universum, die Quelle, der Ursprung, die Basis aller anderen Gesetze, die in der Natur existieren. Karma ist das niemals irrende Gesetz, das auf den physischen, mentalen und spirituellen Ebenen des Seins die Wirkung der Ursache ausgleicht. Da vom Größten bis zum Kleinsten keine Ursache ohne entsprechende Wirkung bleibt, von einer kosmischen Störung bis hin zur Bewegung einer Hand, und da Gleiches Gleiches bewirkt, ist Karma das ­unsichtbare und unbekannte Gesetz, das jede Folge weise, ­intelligent und gerecht an ihre Ursache anpasst und zum ­Verursacher zurückführt.’
– Der Schlüssel zur Theosophie, S. 201
[Übersetzung aus dem Englischen]

Hieraus geht deutlich hervor, dass Karma ein Grundgesetz des Universums ist, weil jedes Wesen ein Teil davon ist. Jeder Gedanke und jede Handlung beeinflussen jedes andere ­Wesen, je nach dem Ausmaß der verwendeten Energie, was unvermeidlich Rückwirkungen auf denjenigen hat, der den Gedanken aussandte oder die Handlung ausführte.
Auch eine Tat, die nur erwogen, aus einem beliebigen Grund aber nicht ausgeführt wird, hat ihre Wirkung, denn Gedanken und Begierden sind Energien, die um so realer und stärker werden, je näher sie der Verwirklichung kommen. Wenn jemand einem anderen Menschen gegenüber Gefühle des Hasses und böse Pläne hegt, und sie dann – aus welchem Grund auch immer – nicht ausführt, so wendet der dunkle Strom sich gegen seinen Erzeuger, welcher die auf das Böse gerichtete Energie erzeugt hat. Es ist klar, dass diese Kraft – zwar in materieller Hinsicht ohne Wirkung – jedoch in der Natur des Erzeugers wie ein Gift wirkt und seinen Charakter nachteilig beeinflusst. Der Prozess, der dafür notwendig ist, den angerichteten Schaden wieder gutzumachen, wird gewiss schmerzhaft sein.
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74
Seiten