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Eine wissenschaftliche, spirituelle Philosophie

Sehr viel Unsinn ist seit 1875 über die moderne theosophische Bewegung und ihre Förderer - eine wenig bekannte Gemeinschaft von Adepten, Meistern der Weisheit, des Mitleids und des Friedens - veröffentlicht worden. Ein sorgfältiges Studium ihrer in den 1880er Jahren geschriebenen Briefe und Artikel bringt Aufklärung: Sie lassen erkennen, daß sie sich bemühten, jede bedeutende Frage, die die Denker, Wissenschaftler und Gelehrten jener Zeit bewegten, zu beantworten - eine in jeder Hinsicht bemerkenswerte Leistung. Die Adepten traten mit Erklärungen an die Öffentlichkeit, die auf ihrer eigenen umfassenden Perspektive der Wirklichkeit basierten. Es blieb den westlichen Forschern und Schülern überlassen, die freimütig angebotenen Tatsachen, die für gewöhnlich aus okkulten und esoterischen Quellen stammten, anzunehmen und zu prüfen oder abzulehnen. Sie betonten nachdrücklich, daß sie nicht daran interessiert seien, die Erkenntnisse nur des Wissens wegen zu erweitern, und daß weder die exakte Wissenschaft noch irgendein anderer Zweig der Gelehrsamkeit Ansprüche an sie erheben könnten, bevor ihre Bemühungen nicht darauf gerichtet würden, das gesamte menschliche Elend zu verringern.

Über welches Wissen verfügten die Menschen damals? Die Denkweise des 19. Jahrhunderts war kritisch. Es war Zeuge des gewaltigen Ringens zwischen einer empirischen Wissenschaft und einer orthodox-religiösen Theologie, wobei das Jahr 1859 eine schärfere Trennungslinie bildete. Wissenschaftliche Forscher bemühten sich rastlos, zu entdecken, was Raum, Zeit, Schwerkraft, Licht, Ton, Elektrizität und Magnetismus sind. Sie wollten Hitze, Kraft, Energie, ja die Materie an sich erforschen. Man sann über die Natur des Lebens nach, insbesondere über "organisches" Leben. Es war eine Zeit, in der viele Theorien aufgestellt wurden, die auf Laboratoriumsexperimenten, mathematischen Formeln und Gleichungen basierten. Die physikalische Wissenschaft wurde zum "großen Erklärer", der die intelligente Schicht der öffentlichen Meinung eroberte. Nichts wurde übriggelassen, auf das die Seele - das vitale Bewußtsein des Menschen - bauen konnte, und die Zeiten wurden in einen extremen, auf grobem Materialismus gegründeten Agnostizismus hineingedrängt. Man brauchte etwas, das das Denken der Menschen zu einer ausgeglicheneren Betrachtung über sich und das Universum führen würde, um zu verhindern, daß ihre spirituellen Impulse in himmelschreienden Aberglauben und ins Pfaffentum zurückfielen. Deshalb überrascht es auch nicht, daß die Adepten den Entdeckungen und den Fachleuten der Wissenschaft, in deren Reihen sich sowohl intuitive als auch materialistische Denker befanden, hohe Aufmerksamkeit schenkten. Einige der intuitiv Erkennenden traten der im Entstehen befindlichen theosophischen Bewegung bei.

Naturwissenschaftliche Fragen, die von zwei englischen Mitgliedern - A. P. Sinnett, dem Herausgeber einer Zeitung in Indien, und F. W. H. Myers, einem der Gründer der Society for Psychical Research, im Jahre 1882 - gestellt wurden, nahmen zwei Adepten, Kuthumi und Morya, allgemein bekannt unter den Anfangsbuchstaben K. H. und M., zum Anlaß, ihre Entdeckungen im Lichte ihrer eigenen wissenschaftlichen, spirituellen Philosophie anzubieten. Später wurde dann durch H. P. Blavatsky noch zusätzliches Material in der Geheimlehre hinzugefügt. Die Geheimlehre wurde im Jahre 1888 mit Einwilligung der Adepten veröffentlicht. Um zu zeigen, wie umfassend ihr Wissen war, ist es vielleicht am besten, einige Feststellungen, die sie getroffen hatten, mit späteren wissenschaftlichen Entdeckungen zu vergleichen.

 

Die Natur der Materie

Vor hundert Jahren nahm die Wissenschaft an, die Materie des Universums sei aus allerletzten Teilchen, den unteilbaren "Billiard-Ball"-ähnlichen Atomen, zusammengesetzt, die durch Verbindung die Elemente bildeten. Die Materie teilte man in drei Aggregatzustände ein - fest, flüssig und gasförmig -; die Eigenschaften der Energie, der Elektrizität und des Magnetismus waren jedoch ein Geheimnis.

Von den Adepten erfuhren nun Sinnett und Myers, daß die Materie der Wissenschaft nicht im entferntesten das Urelement sei, sondern die stärkste, differenzierteste und daher die niedrigste von sieben stofflichen Zuständen; daß sie nur einen Pol des manifestierten Stoffs des Sonnensystems bildet und der andere - davon nicht zu trennende - Pol energetisches Leben und Bewußtsein sei. Jegliche Manifestation erfolgte bipolar und evolvierend. Fest, flüssig und gasförmig seien nur die ersten drei Bedingungen auf diesem Plan. Die "Strahlende Materie" von Sir William Crookes identifizierten die Adepten als die vierte. Einen fünften Zustand bezeichneten sie als "extra-strahlend" und sagten, die sichtbare Sonne sei aus Materie zusammengesetzt, die sich in ihrem sechsten und siebten Zustand befindet - und total verschieden von allem, was auf Erden zu finden sei. H. P. Blavatsky erklärte dazu:

Auf der Lehre von der illusiven Natur der Materie und der unendlichen Teilbarkeit des Atoms ist die ganze Wissenschaft des Okkultismus aufgebaut. Sie eröffnet grenzenlose Horizonte für die von dem göttlichen Atem ihrer Seele in jedem möglichen Zustand der Feinheit beseelte Substanz.

- Die Geheimlehre, I, 566

Durch Röntgens Entdeckung der X-Strahlen im Jahre 1859 konnte zwei Jahre später J. J. Thomson subatomare Teilchen - Elektronen - nachweisen, was in Crookes' "strahlender Materie" vorausgeahnt wurde. Dieses teilbare Atom stürzte alle früheren Theorien über die Materie, die von der klassischen Newton'schen Physik abgeleitet wurden, um, was zur modernen oder neuen Physik führte. Im Jahre 1900 bewies Max Planck, daß Materie elektromagnetische Wellen ausstrahlt, die sich wie ein aus Teilchen (Photonen) zusammengesetztes Feld verhalten und einer universellen Konstante in der Natur folgen: kleine, unteilbare Energie-Quanten, die nur in ganzzahligen Vielfachen emittiert (abgegeben) werden. Strahlung erfolgt wellenförmig und korpuskular - was nach der klassischen Physik einen Widerspruch darstellt! In seiner im Jahre 1905 aufgestellten Relativitätstheorie fügte Albert Einstein die Erkenntnis hinzu, daß Masse oder Substanz gleich Energie ist und daß Zeit und Raum integrale Faktoren des Substanz-Energie-Kontinuums sind, das das Universum bildet.1 Niels Bohr nutzte 1913 diese Fortschritte, um die erste praktische Theorie der Atomstruktur aufzustellen. Sie zeigte, daß das Atom eine Mikro-Kopie des makrodimensionierten Sonnensystems ist: ein zentraler, positiv geladener Kern, um den eine variierende Anzahl von Teilchen kreist, so wie Planeten eine Sonne umkreisen. Planck faßte dann im Jahre 1931 alle Fortschritte der Physik zusammen und schrieb:

Die letzte Konsequenz der Forschung, innerhalb der letzten fünfzig Jahre, die auf die Entdeckung der inneren Konstitution der Materie gerichtet war, ist die Erkenntnis, daß alle Materie aus zwei ursprünglichen Elementen aufgebaut ist: negative Elektrizität und positive Elektrizität.

- The New Science, II

"Substanz" ist somit seiner Natur nach dual und verschwindet in "Energie". Das Universum ist aus "Materie" und "Antimaterie" zusammengesetzt. Materie ist so illusorisch geworden, daß zeitgenössische Physiker jetzt feststellen, daß ein Elektron weder ein Teilchen noch eine Welle ist, "sondern eine Wesenheit, die jeglichem Versuch einer bildlichen Beschreibung trotzt" (The New World of Physics, S. 133). Es ist nicht länger richtig, den Elementarteilchen die Stofflichkeit von Materiekügelchen zuzuschreiben. Sie sind nicht materielle Strukturen, und somit ist die neue Physik zur Metaphysik geworden, weil sie sich mit Faktoren jenseits des Sichtbaren und mit Naturgesetzen befaßt, denen man nur durch ein statistisches Gesetz begegnen kann, das als "Indeterminationsprinzip" (nicht von außen beeinflußbar) bekannt ist. Das erinnert an eine andere Feststellung Blavatskys, die sie im Jahre 1888 traf, daß der Physiker

... zuerst wissen muß, was ein Atom in Wirklichkeit ist, und eben das kann er nicht wissen. Er muß es unter die Beobachtung von mindestens einem seiner physischen Sinne bringen - und das kann er nicht; aus dem einfachen Grunde, weil noch niemand jemals ein "Atom" gesehen, gerochen, gehört, gefühlt oder geschmeckt hat. Das Atom gehört gänzlich dem Bereiche der Metaphysik an. Es ... hat, streng genommen, mit der Physik nichts zu tun, da es niemals der Prüfung durch die Retorte oder Waage unterworfen werden kann.

- Die Geheimlehre, I, 559

 

Die Sonne: Quelle von Materie

In den 1880er Jahren glaubte man, die Substanz der Sonne bestehe aus Gasen, die bei ungeheuer hohen Temperaturen verbrennen. In einem Schreiben vom Oktober 1882 an Sinnett verneinte K. H. eine solche gasförmige Verbrennung, da die Sonne, so wie wir sie sehen, "nur eine Reflektion" sei. Er sagte, daß die Sonne nichts von ihrem System zurücknehme, sondern letzterem sogar all seine sieben Zustände der Substanz durch eine unerschöpfliche Strahlungsenergie gäbe.

Ja, nennen Sie es "Strahlungsenergie", wenn Sie wollen: Wir nennen es Leben - alles durchdringendes, allgegenwärtiges Leben, das sich in seinem großen Laboratorium - der SONNE - dauernd in Tätigkeit befindet.

- The Mahatma Letters to A. P. Sinnett, 168

Von 1940 an legte die Wissenschaft dar, daß die Sonne nicht heiß sei im Sinne von gewöhnlicher Verbrennung, sondern daß sie aus "einem mechanischen Gemisch reiner elementarer Substanzen" bestehe, und George Gamow schrieb damals:

Wir müssen uns deshalb das Innere der Sonne wie eine Art gigantisches alchimistisches Laboratorium vorstellen, in dem die Umwandlung von verschiedenen Elementen in weitere Elemente stattfindet.

- The Birth and Death of the Sun, 11, 89

Unser Sternenkörper wird jetzt von den Wissenschaftlern als eine "kosmische Energieanlage" beschrieben oder, wie James Van Allen es kürzlich ausdrückte, "jenes nukleare Physik-Laboratorium, genannt Sonne". Diese Ansicht kam erst nach 1939 auf, als Hans Bethe zuerst die in der Sonne stattfindende Umwandlung von Wasserstoff - des einfachsten Elements - in Helium erläuterte. Eine entscheidende wissenschaftliche Analyse bewies 1957, daß in allen Sternen Prozesse ablaufen, bei denen die einfachsten Elemente nacheinander zu immer komplexeren Strukturen aufgebaut werden. Heute versuchen Wissenschaftler, auf der Erde die Zustände der Materie nachzuahmen, wie sie auf der Sonne vermutet werden, so daß man den Prozeß der "Fusion" verstehen kann, auf Grund dessen die Sterne Elementarsubstanzen erzeugen. Aber das ist noch nicht alles: Man glaubt jetzt dem verstorbenen englischen Mathematiker, Jacob Bronowski, der im Jahre 1973 meinte, daß:

Materie selbst evolviert. Das Wort stammt von Darwin und der Biologie, aber es ist ein Wort, das die Physik im Laufe meines Lebens verändert hat.

- The Ascent of Man (Der Aufstieg des Menschen), 344

Wenn die bisher angeführten Äußerungen nicht beweisen, daß die Adepten vor langer Zeit mit ihren eigenen Methoden eine sehr fortgeschrittene Kenntnis der Natur des Sonnensystems, wenn nicht des Kosmos selbst, erlangt hatten, dann werden es wahrscheinlich auch noch weitere Zitate nicht vermögen. Es ist klar, daß die Materie, wie sie von der Wissenschaft genannt wird, der Träger oder substantielle Pol der manifestierten Dualität ist, deren anderer Pol, nach Ansicht der Meister, Leben-Energie-Bewußtsein ist, das aus den Sternen, aus unserer Sonne herausevolviert wurde und sich in unserem eigenen System weiterentwickelt. Die Materie beginnt dort als relativ homogene Substanz und nimmt dann ständig komplexere, abgestufte Differenzierungen an, bis sie die für unsere physische Ebene charakteristische "größte" Vielfalt erreicht.2 So erwies sich die Sonne nicht nur als Primärquelle der Energie in unserem Sonnensystem, sondern auch der abgestuften Substanzen, die das Sonnensystem aufbauen. Vielleicht war daher der im Altertum übliche Name "Vater Sonne" als Ausdruck der Dankbarkeit und Achtung gar nicht so unwissenschaftlich!

 

Das Jupiterproblem

Von Sinnett über den Planeten Jupiter befragt, schrieb K. H. im Oktober 1882:

Obwohl er in seiner gegenwärtigen Position im Raum verschwindend klein ist, expandieren die metallischen Substanzen, aus welchen er hauptsächlich zusammengesetzt ist, und verwandeln sich nach und nach in luftförmige Gase und werden ein Teil seiner Atmosphäre.

- Mahatma Letters, 167

Sogar noch am Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts war über die Zusammensetzung des Jupiters wenig bekannt. In den 1950er Jahren besaß die Wissenschaft verschiedene Theorien über ihn. Eine war von W. R. Ramsey aufgestellt worden. Er nahm an, daß Jupiter hauptsächlich aus Wasserstoff bestehe. Der britische Astronom Patrick Moore schrieb darüber im Jahre 1954 in seinem Kommentar:

Wenn 80 % Wasserstoff der Hauptanteil Jupiters sein soll, dann wird kein grundlegender Unterschied zwischen dem Zentrum und den äußeren Schichten bestehen, es sei denn, daß der ungeheure Druck in der Nähe des Zentrums das Wasserstoffgas so stark komprimiert, daß es sich praktisch wie ein Metall verhält und nicht wie ein Gas.

- Guide to the Planets, 116

Doch bevor das kleine unbemannte Raumschiff Pioneer 10 im Dezember 1973 den Jupiter in einer Entfernung von weniger als 134 000 km passierte, konnte die Wissenschaft diese Ideen weder bestätigen noch widerlegen. Nachdem Meßdaten von diesem Flug analysiert worden waren, wurde "Jupiters New Look" im September 1974 veröffentlicht. Er zeigt, daß der Planet hauptsächlich aus Wasserstoff- und Heliumgasen besteht, die mit Wolken von Ammoniakkristallen und Wassereis durchsetzt sind, die eine große innere Kugel aus "flüssigem metallischem Wasserstoff" umgeben - dadurch wird Jupiter zu einem großen Ball aus wirbelnden Gasen und metallischen Flüssigkeiten ohne feste Oberfläche.

 

Die Beschaffenheit des Mondes

Bis vor wenigen Jahren herrschten bei der Wissenschaft noch verschiedene Theorien über den Mond. Einige davon waren seit Ausgang des 19. Jahrhunderts wenig verändert: Daß er von der Erde in einer verhältnismäßig späten Stufe weggerissen worden sei, nachdem die Erde bereits abgekühlt und in flüssigem Zustand war, wobei wahrscheinlich eine dünne, feste Kruste ihre Oberfläche bedeckte; daß die Erde und der Mond als Nachbarn gleichzeitig aus derselben Masse des ursprünglichen Staubes kondensiert seien; und daß der Mond ein Körper war, der zufällig durch die Schwerkraft der Erde eingefangen worden sei. Mitte der 1950er Jahre erschien es dann wahrscheinlicher, daß der Mond schon immer ein separater Körper gewesen war; in der Regel nahm man jedoch bei den Mondtheorien an, daß der Mond jünger sei als die Erde. Neue Schätzungen über das Alter der Erde schwanken aufgrund der isotopischen Zusammensetzung des irdischen Bleierzes zwischen vier und fünf Milliarden Jahren. Radiometrische Messungen haben dem ältesten bekannten irdischen Gestein ein Alter von etwa 3,5 Milliarden Jahren gegeben.

Mitte des Jahres 1969 brachte die Apollo-11-Mondexpedition Mondgestein mit, dessen Alter auf 3,5 bis vier Milliarden Jahre ermittelt wurde, und später brachte dann das Apollo-12-Team Bodenteile vom Mond mit zurück, deren Alter etwa mit 4,6 Milliarden Jahren angegeben wurde! Damit sind sie etwa eine Milliarde Jahre älter als jedes bekannte irdische Gestein. Das stimmt überdies mit dem von der Wissenschaft geschätzten Alter für die Erde und auch für das Sonnensystem überein. Da für das Erd- und Mondgestein dieselbe Prüfungsmethode angewandt wurde, stimmt der Vergleich ihres jeweiligen Alters, ganz gleich ob die Radiometrie ein wirkliches Alter im Sinne der tatsächlichen Dauer von Jahren liefert. Diese Entdeckungen setzte einige Wissenschaftler in Erstaunen. Das relative Alter des Mondes und die bemerkenswerten Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung von Mond und Erde scheinen die allgemein angenommene Theorie auszuschließen, daß der Mond aus einem von der Erde abgetrennten Bruchstück gebildet worden ist. Überdies läßt der Apollobefund darauf schließen, daß der Mond seit Milliarden von Jahren nicht durch Vulkanismus oder andere "Lebensprozesse" erhitzt worden ist, wie sie auf den lebenden Planeten beobachtet werden. Er war wahrscheinlich schon lange bevor das erste Leben auf Erden erschien, unverändert gleich geblieben.

Kurz vor den Apollo-Landungen hatte der Nobelpreisträger für Chemie, Harold Urey, beobachtet, daß "sämtliche Erklärungen über den Ursprung des Mondes unwahrscheinlich sind." Urey hatte seine Ansicht schriftlich niedergelegt, daß der Mond beträchtlich älter sein kann als die Erde und zu den übriggebliebenen Objekten gehört, die aus der frühesten Entstehungsperiode des Sonnensystems stammen. Er meinte, das könnte den Mond zu einem "weit interessanteren" Gegenstand der Untersuchung machen, als wenn er nur die Tochter der Erde wäre (The New York Times, 25. August 1969).

Nach den Feststellungen, die M. und K. H. in den 1880er Jahren getroffen haben, ist der Mond viel älter als die Erde. Er war wirklich ihr Vorgänger oder Vorfahre. Der Mond sei jetzt, so sagten sie, das relativ leblose "Gespenst" oder der astrale Schatten der Erde, der schon vor langer Zeit seine Vitalität auf den neuen Planeten übertragen hat. Daß er der Erde noch einige Lebensenergien spendet und elektromagnetisch auf sie einwirkt, wird durch seinen Einfluß auf die Gezeiten der Erde und die Wachstumszyklen des Pflanzenlebens bewiesen. Nach theosophischer Ansicht ist es aufgrund ihrer kosmogonischen Verwandtschaft höchst wahrscheinlich, daß noch andere Energien zwischen der Erde und dem Mond bestehen, die die Wissenschaft noch nicht kennt. Obwohl der vollständige Bericht über die Entdeckungen der Mondexpeditionen noch nicht veröffentlicht worden ist, weisen jene, die der Öffentlichkeit mitgeteilt worden sind, eher auf eine Bestätigung der Lehre, wie sie die Meister über den Mond gegeben haben, hin, als auf eine Widerlegung.

 

Der Schutzschild der Erde

Von Sinnett befragt, ob magnetische Bedingungen und die Sonne das Wetter der Erde beeinflussen, verwies K. H. im Oktober 1882 auf den "meteorischen Kontinent über unseren Köpfen" hin, der, wie er sagte, aus einer Masse stark magnetischen Meteoritenstaubes bestehe, den die Erde anziehe, da sie selbst ein elektrischer Leiter sei. Jede atmosphärische Veränderung und Störung, fügte er hinzu, entstehe durch den kombinierten Magnetismus der "beiden großen Massen" - der Erde und dem "meteorischen Kontinent", zwischen welche unsere Atmosphäre eingepreßt sei. Die Sonne habe mit atmosphärischen Erscheinungen wenig zu tun.

Hoch über der Oberfläche unserer Erde ist die Luft von magnetischem oder Meteoritenstaub durchdrungen und der Raum damit angefüllt, einem Staub, der nicht einmal zu unserem Sonnensystem gehört ... (es gibt) starke magnetische Pole über der Erdoberfläche ... und einer dieser Pole rotiert in einem periodischen Zyklus von mehreren hundert Jahren um den Nordpol.

- Mahatma Letters, 161-162, 167-168

Im Februar 1958 entdeckte man durch die unbemannte Rakete Explorer I, daß zwischen 1600-5500 km über dem geomagnetischen Äquator und innerhalb der Magnethülle der Erde ein riesiger, wie ein Pfannkuchen geformter Gürtel von eingefangenen Protonen und Elektronen liegt, der durch kosmische Strahlen (d. h. von außerhalb des Sonnensystems) erzeugt ist. Im darauffolgenden Dezember entdeckte man durch eine andere Rakete, Pioneer III, einen zweiten, schalenförmigen Gürtel, 13 000-20 000 km entfernt, der den ganzen Globus mit Ausnahme der Pole bedeckt und in dessen Längsrichtung die äußersten Ränder weit genug herabreichen, um die äußere Atmosphäre zu berühren. Dieser Gürtel fängt geladene Teilchen ein, wie UV- und Röntgenstrahlen, wobei nur relativ wenige entkommen und bei den Polen in die Atmosphäre eintreten, wo ihr Abstieg in die Atmosphäre das Phänomen der Polarlichter erzeugt. Diese bisher unbekannten Schutzzonen rund um die Erde, die nach ihrem Entdecker Van-Allen-Gürtel benannt wurden, schirmen gegen die hochenergiereichen Teilchen ab, die unseren Planeten ständig bombardieren. Diese würden sonst das Leben auf der Erdoberfläche zerstören. Die Astronomen nehmen nun an, daß diese beiden in Wirklichkeit nur ein großer, mit Teilchen angefüllter Gürtel sind.

Berücksichtigt man, daß in den 1880er Jahren eine geeignete technische Sprache zur Beschreibung solcher Phänomene gefehlt hat, weisen die Worte von K. H. sehr stark auf den Van-Allen-Gürtel hin, oder genauer, auf die Ursache der Gürtel: riesige, relativ permanente Schichten magnetisierter meteorischer Materie oder Staub, die als Strahlenfänger für die aus der Sonne und dem äußeren Raum stammende Strahlung fungieren.

Andere Fragen, die von den Adepten behandelt wurden, wie über die Genesis und die Größe des Universums sowie die Beschaffenheit von Elektrizität und Magnetismus, müssen aus Platzgründen zurückgestellt werden. Aus den Aufzeichnungen ist ganz klar ersichtlich, daß ihre Ansichten die Entdeckungen des 19. Jahrhunderts vorwegnahmen und eine sachliche, aber erstaunenswerte Erklärung für die Ergebnisse abgaben, welche die Wissenschaft erst im 20. Jahrhundert ans Tageslicht bringen sollte. Diese bestätigen, daß die Adepten tatsächlich fortgeschrittene Menschen sind, die ein ungewöhnliches Wissen über die Tatsachen in der Natur besitzen, das über die Kenntnisse der westlichen Wissenschaft hinausgeht. Wie ausgewogen sie die Probleme des Lebens und der Wissenschaft in Angriff nahmen und diese behandelten; wie sorgfältig und taktvoll sie den Abendländern, mit denen sie korrespondierten, entgegenkamen; wie aufgeschlossen sie für einen sicheren Fortschritt der Menschheit arbeiteten und nicht für fantastische und unrealistische Ziele; das alles kann das Vertrauen von uns gewöhnlichen Menschen zu ihnen und ihren Absichten nur stärken. Wenn wir angesichts der Tatsache, daß solche ungewöhnlichen Menschen existieren, konsterniert sind, so wird ein Studium ihrer Schriften uns davon befreien. Allmählich erkennen wir, daß sie mit ihren Aufgaben, die sie für die Welt haben, vorankommen und daß sie von uns erwarten, daß auch wir mit unseren Aufgaben vorwärts kommen. Sie werden uns dabei helfen, soweit die Umstände und wir selbst es ermöglichen.

Fußnoten

1. Siehe S. 91, 109, The New World of Physics von A. March und I. M. Freeman, 1963. [back]
2. Sogar schwerere Elemente, als sie normalerweise auf der Erde existieren, sind von der Wissenschaft im Laboratorium 'erzeugt' worden; aber sie bleiben nicht lange stabil. Das kommt sehr an die moderne theosophische Vorstellung heran, daß nämlich solche Elemente "Materie"-Strukturen darstellen, die für unsere Welt nicht natürlich sind, sondern für Welten, die im Sinne der Materialität "unterhalb" unserer Ebene stehen und uns völlig unbekannt sind. [back]